Eine Allianz für Europas Wasserstoffinfrastruktur

Neue Allianz fordert bessere Rahmenbedingungen, um den Markthochlauf von Wasserstoff in Europa zu beschleunigen und Investitionen zu sichern

15.04.2026

Quelle: E & M powernews

Die CEOs namhafter Unternehmen haben sich zur „European Resilience Alliance for Clean Hydrogen & Derivatives“ (ERA) zusammengeschlossen. An die Politik haben sie klare Forderungen.  
 
Elf Unternehmen aus Produktion, Infrastruktur und Industrieanwendung haben in Brüssel die „European Resilience Alliance for Clean Hydrogen & Derivatives“ (ERA) gegründet. Das Ziel: „die Nutzung von sauberem Wasserstoff für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die Energieunabhängigkeit Europas zu beschleunigen“, wie es in einer Mitteilung von Mitgründer Thyssenkrupp heißt. Die Gründungsveranstaltung fand am 14. April in Brüssel statt. EU-Kommissions-Vizepräsidentin Teresa Ribera hielt die Eröffnungsrede 

Die Allianz, der neben Thyssenkrupp auch Enagas, Fluxys, Fortum, Gasgrid Finland, Moeve, Nordion Energi, OGE, RWE Generation, Sefe und Stegra angehören, versteht sich als paneuropäische, von Vorstandschefs geführte Plattform über die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette hinweg.

Im Zentrum steht ein White Paper, das die Allianz veröffentlicht hat. Darin beschreibt sie eine Lücke zwischen politischem Anspruch und realer Umsetzung: Trotz einer großen Projektpipeline hätten bislang weniger als 7 Prozent der Wasserstoff-Vorhaben die finale Investitionsentscheidung erreicht. Als zentrale Hemmnisse nennt das Papier fragmentierte nationale Regulierung, komplexe Vorgaben für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biogenen Ursprungs, hohe Stromkosten, fehlende bankfähige Nachfrage und unsichere Infrastrukturpfade. 

Vier Forderungen an die Politik

Die Allianz formuliert daraus folgernd vier politische Forderungen. Erstens solle die Nachfrage den Markthochlauf tragen, etwa durch eine zügige Umsetzung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III und harmonisierte Vorgaben aus „ReFuelEU Aviation“ und „FuelEU Maritime“. Zweitens fordert sie einfachere und verlässlichere Förderrahmen. Drittens müsse privates Kapital durch planbare ETS- und CBAM-Signale sowie zusätzliche Absicherungsinstrumente mobilisiert werden. Viertens sei ein beschleunigter Ausbau grenzüberschreitender Wasserstoff-Infrastruktur notwendig. 

„Europas Anfälligkeit ist struktureller Natur“, lässt sich Miguel López, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG und von thyssenkrupp Decarbon Technologies, anlässlich der Gründung zitieren: „Die Abhängigkeit von externen Energiequellen, Technologien, Lieferketten und kritischen Rohstoffen bedroht unseren langfristigen Wohlstand und unsere industrielle Führungsrolle. Gleichzeitig muss Europa seine Klimaziele erreichen. Daher ist Widerstandsfähigkeit zu einem politischen und wirtschaftlichen Pflichtprogramm geworden, das unser aller Handeln erfordert.“

Namentlich an der Allianz beteiligt sind: Arturo Gonzalo Aizpiri, CEO, Enagás; Pascal De Buck, CEO, Fluxys; Markus Rauramo, CEO, Fortum; Olli Sipilä, CEO, Gasgrid Finland; Jorgo Chatzimarkakis, CEO, Hydrogen Europe; Maarten Wetselaar, CEO, Moeve; Hans Kreisel, CEO, Nordion Energi; Detlef Brüggemeyer, CTO, OGE; Nikolaus Valerius, CEO, RWE Generation:Egbert Laege, CEO, Sefe;  Niklas Wass, CEO, Stegra Boden; Miguel López, CEO, Thyssenkrupp & Thyssenkrupp Decarbon Technologies; Marie Jaroni, CEO,Thyssenkrupp Steel und Nadja Håkansson, COO, Thyssenkrupp Decarbon Technologies & CEO, Thyssenkrupp Uhde.

Das Whitepaper „Securing Europe's Energy and Industrial Future. Unlocking Europe's Clean Hydrogen Economy: pragmatic path from policy to bankable projects“ ist auf der Internetseit der Allianz verfügbar. 
 
Autorin: Katia Meyer-Tien