Egis baut Bürgerenergieprojekte weiter aus
Die Energiegenossenschaft Egis wächst weiter und investiert verstärkt in Wärmenetze, Photovoltaik, Batteriespeicher und Windenergie
02.07.2026
Quelle: E & M powernews
Die Energiegenossenschaft Egis hat 2025 ihre Mitgliederzahl, das Geschäftsguthaben und den Umsatz gesteigert. Zudem wurden neue Projekte bei Wärme, Photovoltaik und Wind gestartet.
Die bayerische Energiegenossenschaft „EGIS eG“ (Energiegenossenschaft Inn-Salzach) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Zuwachs bei Mitgliedern, Geschäftsguthaben und Umsatz abgeschlossen. Auf der Generalversammlung am 29. Juni beschlossen die Mitglieder eine Dividende von 3,2 Prozent. Insgesamt werden nach Angaben der Genossenschaft damit rund 782.000 Euro ausgeschüttet.
Zum Jahresende 2025 zählte Egis 3.199 Mitglieder und damit 447 mehr als ein Jahr zuvor. Nach aktuellen Angaben liegt die Mitgliederzahl inzwischen bei mehr als 3.400. Damit ist die Genossenschaft nach eigenen Angaben die größte Energiegenossenschaft Bayerns. Das Geschäftsguthaben der Mitglieder stieg im vergangenen Jahr von rund 22,6 Millionen Euro auf etwa 27 Millionen Euro. Der Umsatz der Egis-Gruppe erhöhte sich von rund 11,2 Millionen Euro im Vorjahr auf etwa 11,8 Millionen Euro.
Im Wärmesektor trieb die Genossenschaft 2025 mehrere Projekte voran. Schwerpunkte waren Vorhaben in Amerang im Landkreis Rosenheim sowie in Garching an der Alz und Emmerting im Landkreis Altötting. Ende 2025 versorgten die Wärmenetze nach Unternehmensangaben bereits mehr als 1.150 Menschen. In Garching an der Alz plant Egis derzeit ein weiteres Wärmenetz, das künftig mit Geothermie betrieben werden soll. Das Projekt befindet sich nach Angaben der Genossenschaft im Genehmigungsverfahren für das Heizhaus.
Einstieg in die Windenergie im vergangenen Jahr
Auch das Photovoltaikgeschäft wurde ausgebaut. Neue Bürgersolarparks gingen in Marktl und Pirach ans Netz. Darüber hinaus bereitete Egis weitere Solar- und Speicherprojekte mit einer geplanten Gesamtleistung von 35 MW vor. Vorstand Pascal Lang erklärte, angesichts der wachsenden Bedeutung von Speichern für die Integration der Erneuerbaren in das Stromsystem, wolle man diesen Bereich in den kommenden Jahren „gezielt weiter ausbauen“.
Erstmals engagierte sich die Genossenschaft im vergangenen Jahr außerdem bei der Windenergie. Gemeinsam mit der Teckwerke Bürgerenergie eG beteiligt sie sich am Repowering des Bürgerwindparks Minden-Hahlen in Nordrhein-Westfalen. Dort sollen sechs Windenergieanlagen mit jeweils 1,8 MW Leistung durch drei Anlagen mit jeweils 5,7 MW ersetzt werden. Das neue Betätigungsfeld soll die bisherigen Aktivitäten in den Bereichen Photovoltaik und Wärmeversorgung ergänzen.
Für die kommenden Monate kündigte Egis weitere Investitionen in Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Wärmenetze an. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Fernwärmeprojekte in Aschau am Inn und Lindenberg.
Nach Angaben der Genossenschaft wächst auch das Interesse an Bürgerenergiegemeinschaften weiter. Seit Frühjahr 2026 gehört unter anderem der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch zu den Mitgliedern.
Autor: Fritz Wilhelm