Effizienz bei Eigentumswohnungen immer wichtiger

Der aktuelle Wohnatlas der Postbank zeigt, dass gute Effizienzklassen bei Eigentumswohnungen immer stärker zum Werttreiber werden – mit teils deutlichen regionalen Preisunterschieden.

20.08.2026

Quelle: E & M powernews

Hohe Effizienzklassen bei Eigentumswohnungen schlagen sich zunehmend in hohen Kaufpreisen nieder, so eine Umfrage der Postbank.
  
Energieeffizienz wird beim Kauf einer Eigentumswohnung zunehmend zum Kaufargument und kostet dementsprechend. Wie groß die Unterschiede ausfallen, hängt allerdings stark vom Standort ab. 

Das zeigt der „Postbank Wohnatlas 2026“, für den das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut Angebote in allen 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten ausgewertet hat. Untersucht wurden Bestands- und Neubauwohnungen, dabei ist A+ der höchste Wert und H der schlechteste Wert.

In 92 Regionen liegt der Anteil der angebotenen Eigentumswohnungen mit den Effizienzklassen D bis A+ bei unter 30 Prozent. Am Ende des Rankings liegt der Landkreis Görlitz mit 13,3 Prozent. Im bundesweiten Durchschnitt entfallen 35 Prozent der angebotenen Eigentumswohnungen auf diese Effizienzklassen.

Den höchsten Anteil weist Potsdam-Mittelmark (Brandenburg) auf: Dort gehören 54,7 Prozent der untersuchten Wohnungen zu den Effizienzklassen D bis A+. Es folgen die Landkreise Plön (Schleswig-Holstein) mit 53,3 Prozent, Börde (Sachsen-Anhalt) mit 52,9 Prozent und der Saale-Holzland-Kreis (Thüringen) mit 52 Prozent.

Unter den Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern weist Trier mit 49,1 Prozent den höchsten Anteil an Wohnungen der Klassen D bis A+ auf. Der durchschnittliche Kaufpreis für diese Wohnungen liegt dort bei 4.422 Euro je Quadratmeter. Es folgen Jena mit 48,9 Prozent (4.281 Euro je Quadratmeter) und Erlangen mit 47 Prozent (5.363 Euro je Quadratmeter). Vergleichsweise niedrige Quadratmeterpreise für effizientere Wohnungen verzeichnet die Studie unter anderem für Chemnitz mit durchschnittlich 1.447 Euro und Bochum mit 2.715 Euro.

Deutliche Unterschiede zeigen sich bei den Preisaufschlägen. In den sieben größten deutschen Städten kosten Wohnungen der Klassen A+ bis D im Durchschnitt 6.711 Euro je Quadratmeter. Wohnungen der Klassen E bis H werden durchschnittlich 1.337 Euro je Quadratmeter günstiger angeboten.

Am größten ist die Differenz in Hamburg. Für Wohnungen mit Effizienzklasse D oder besser werden dort durchschnittlich 7.558 Euro je Quadratmeter verlangt. Das sind 1.893 Euro mehr als für Wohnungen der Klassen E bis H. In München beträgt die Differenz 1.720 Euro, in Frankfurt am Main 1.599 Euro. Köln kommt auf 1.155 Euro, Düsseldorf auf 1.129 Euro und Berlin auf 1.092 Euro. Am niedrigsten fällt der Aufschlag unter den sieben Metropolen in Stuttgart mit 772 Euro aus.

Auch außerhalb der Metropolen sind die Unterschiede groß. In 83 Regionen beträgt der Preisaufschlag für Wohnungen der Klasse D oder besser mindestens 1.000 Euro je Quadratmeter. Im Landkreis Miesbach (Bayern) sind es 3.133 Euro. Gleichzeitig gibt es 66 Regionen, in denen die Differenz weniger als 400 Euro beträgt. In zwölf Regionen sind effizientere Wohnungen im Durchschnitt sogar günstiger. Im Landkreis Aurich liegt ihr Angebotspreis beispielsweise 868 Euro je Quadratmeter unter dem von Wohnungen der Klassen E bis H. 

Autor: Stefan Sagmeister