Intelligente Textilproduktion

31.07.2018

Privat- und B2B-Kunden suchen intelligente textile Produkte. Bayern Innovativ bietet mit seinen Netzwerken zielführende Unterstützung, um die Herausforderungen der Digitalisierung in der Textilbranche erfolgreich zu meistern.

Intelligente Textilproduktion Intelligente Textilproduktion: Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich? (Bildnachweis: Fotolia©Tiko)

Schlaue Stoffe töten Keime, messen Temperatur und Feuchtigkeit, produzieren und speichern Strom, erzeugen Wärme und können sogar Menschenleben retten. Innovationspotenziale für intelligente Textilien gibt es in der Faserentwicklung, aber auch bei Beschichtungen oder der Integration von Elektronik und Sensorik. Gesucht werden aber auch innovative Lösungsansätze für die Energieversorgung solch smarter Systeme.

Intelligent sollen zukünftig nicht nur die textilen Produkte sein, sondern auch die Produktion. Vernetzung, Industrie 4.0 , Mass Customization, Individualisierung und Co-Creation sind Begriffe, die in der Fachwelt in aller Munde sind. Ein Vorreiter ist die Sport- und Modebranche . Aber auch in anderen Anwendungsbereichen Technischer Textilien wie Schutzbekleidung, Automobilinnenausstattung oder bei Medizin- und Hygieneprodukten wird die Digitalisierung zu Veränderungen der Geschäftsmodelle und Produktionsprozesse führen.

Intelligente Textilproduktion und ihre unterschiedlichen Anforderungen

Die Anforderungen sind je nach Anwendungsfeld sehr unterschiedlich: Während in der Medizin und im Schutzkleidungsbereich hohe Zuverlässigkeit und Präzision entscheidend sind, stehen bei Sport & Lifestyle Aspekte wie Design, Waschbarkeit und einfache Usability im Vordergrund. Im Automobilsektor wiederum sind energiesparende und individualisierbare Lösungen für Anwendungen wie Ambient Lightning und Klimakomfort gefragt. Ebenso wird an smarten Fahrzeuginnenräumen gearbeitet, die zum Beispiel über Sensoren biometrische Daten des Fahrers erfassen und dessen Leistungsfähigkeit unterstützen.

Der aktuellen US-Studie „Smart Textiles Market by Type, Function, Industry & Geography – Global Forecast to 2020“ zufolge wird sich der globale Markt für e-Textilien von knapp 800 Millionen US-Dollar im Jahr 2015 bis 2020 auf 4,72 Milliarden US-Dollar fast versechsfachen. Davon profitiert auch die deutsche Textilindustrie, weiß Christina Harwarth, Projektmanagerin mit Fokus auf Textilien bei der Bayern Innovativ GmbH: „Während die Branche noch vor 20 Jahren mit massiven Produktionsrückgängen und Verlagerungen ins Ausland zu kämpfen hatte, muss sie sich nach einem erfolgreichen Strukturwandel und der Spezialisierung auf Hightech-Textilien nun dem nächsten großen Kapitel öffnen: der Digitalisierung. Dies betrifft sowohl die Entwicklung marktfähiger intelligenter Textilprodukte als auch digitaler, vernetzter Prozesse.“

Ihr Kontakt

Christina Harwarth

Bayern Innovativ unterstützt die Textilbranche in Kooperation mit dem Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie bei dieser Aufgabe, zum Beispiel durch gezielte Netzwerkaktivitäten. Ein Beispiel dafür liefert das ZIM-Netzwerk „DIGI4TT – Digitaldruck zur Funktionalisierung Technischer Textilien“ .