Mit welchen Fördersätzen kann ein Unternehmen rechnen?
Dr. Stephanie Rith: Wir haben einen Basisfördersatz von 25 Prozent und dann gibt es noch eine Komponente, die von der Unternehmensgröße abhängt. Das ist bei mittleren Unternehmen plus 10 Prozent, also 35 Prozent Förderquote und bei kleinen Unternehmen sind bis zu 45 Prozent möglich. Das ist aber auch notwendig, denn wenn wir uns typische förderfähige Gesamtkosten anschauen, sind wir einfach schnell im Bereich von 400.000 bis auch 1 bis 2 Millionen Euro. Wir sprechen hier von Entwicklungsprojekten, die oft einen Durchführungszeitraum von eineinhalb bis zwei Jahren haben.
Kannst Du das bitte an einem konkreten Rechenbeispiel veranschaulichen?
Dr. Stephanie Rith: Klar, gerne. Bleiben wir einfach bei den kleinen Unternehmen und ich nehme förderfähige Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro. Das ist relativ schnell erreicht und durchaus realistisch. Das heißt, wir haben eine Förderquote von 45 Prozent. Die Fördersumme liegt dann bei 675.000 Euro. Und das ist wirklich schon ein beachtlicher Anteil. Da möchte ich auch noch einmal betonen, dass die Förderung im BayTP+ Programm ein Zuschuss ist. Das bedeutet, im Vergleich zu einem Darlehen muss dieser Zuschuss eben nicht zurückgezahlt werden. Und weil wir das Thema Eigenanteil hatten, der ja vom Unternehmen finanziert werden muss. Dieser reduziert sich dann von 1,5 Mio. Euro auf 825.000 Euro.
Wo, wie und wann kann ein Unternehmen eine Förderung beantragen?
Dr. Stephanie Rith: Ansprechpartner ist hier der Projektträger Bayern als der für diese Förderrichtlinie zuständige Projektträger. Mit uns können Sie am einfachsten über die Förderlotsen und die Förderhotline Kontakt aufnehmen. Das offizielle Antragsverfahren bei BayTP+ ist zweistufig. Die erste Stufe ist ein Kurzantrag. Wir sprechen auch von der Skizzenphase. Hier wird das Unternehmen und das Entwicklungsvorhaben vorgestellt. Der Fokus, den wir vorhin hatten, ist hier auch wieder wichtig. Was ist die Innovation? Wo ist die Abgrenzung zum Stand der Technik? Welche technischen Risiken können bei diesem Projekt auftreten? Wie ist die geplante Verwertung? Wenn dann die eingereichte Skizze positiv bewertet wird, dann wird die Firma zur Antragstellung zugelassen und dann sind wir praktisch in der zweiten Phase.
In der zweiten Phase, der konkreten Antragsphase, geht es dann einfach nochmal um die Details. Zu schauen, wie ist das Geschäftsmodell, wie ist der Businessplan, der zu dem zu entwickelnden Produkt führt. Da müssen wir dann wirklich in die Details der betriebswirtschaftlichen Planzahlen und der Liquiditätsplanung schauen, dass die Finanzierung des Eigenanteils gesichert ist.
Gibt es für die Bewerbung für BayTP+ einen bestimmten Stichtag?
Dr. Stephanie Rith: Das ist auch einer der Vorteile des BayTP+ Programms. Anträge können das ganze Jahr über gestellt werden. Es gibt also keine expliziten Fristen. Wichtig an der Stelle ist, dass wir wirklich nur Projekte fördern können, die noch nicht begonnen haben. Also, sobald klar ist, dass Sie ein Entwicklungsprojekt planen, nehmen Sie einfach frühzeitig Kontakt mit uns auf.
Im zuletzt vorgestellten Förderprogramm BayTOU werden auch technologiestarke Unternehmen gefördert. Worin besteht der Unterschied zu BayTP+?
Dr. Stephanie Rith: Die Unterschiede zwischen den beiden Förderprogrammen liegen vor allem in der Zielgruppe. Bei BayTOU richtet sich die Förderung explizit an junge Unternehmen, an Start-ups, die nicht älter als sechs Jahre sind. Und Ziel der Förderung ist es, die technologische Basis dieser noch sehr jungen Unternehmen zu stärken. Wichtig ist auch, dass die Unternehmen weniger als zehn Vollzeitbeschäftigte haben. Die Förderquote beträgt bei BayTOU bis zu 45 Prozent.
BayTP+ richtet sich dagegen an etablierte kleine und mittlere Unternehmen, da ist das Unternehmensalter kein Kriterium mehr. Und was wir eben schon angesprochen haben, wir haben hier auch eine Abhängigkeit des Fördersatzes von der Unternehmensgröße. Das heißt im Basisfördersatz 25 %, 35 % für mittlere Unternehmen und dann auch die 45 % für kleine Unternehmen.
Welche Gemeinsamkeiten haben BayTOU und BayTP+?
Dr. Stephanie Rith: Es gibt eine Reihe von Gemeinsamkeiten. Bei beiden Förderprogrammen liegt der Fokus auf der Förderung von technologischer Innovation und Neuheit. Und es ist wichtig, dass am Ende ein Produkt und auch eine wirtschaftliche Verwertung steht. Dann haben wir bei beiden das zweistufige Antragsverfahren und wir können Kosten in den gleichen Kategorien fördern. Das sind Kosten für Personal, Material, für Instrumentenausrüstung und eben auch diese fremdvergebenden Dienstleistungsaufträge sind möglich.
Wie finden Unternehmen das richtige Förderprogramm, das speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist?
Dr. Stephanie Rith: Was ich den Unternehmen ans Herz legen möchte, ist das Gespräch mit den jeweiligen Projektträgern. Also, jetzt ganz konkret bei BayTP+ und bei BayTOU mit uns vom Projektträger Bayern, weil wir die entsprechenden Projektträger für diese Förderprogramme sind. Schauen Sie einfach, wer ist der entsprechende Projektträger und fragen Sie dort nach. Denn es ist einfach so, dass wir wirklich diejenigen sind, die tagtäglich mit den Unternehmen sprechen, die die Förderprojekte betreuen, die einfach auch die Feinheiten der jeweiligen Förderrichtlinie kennen. Dann ist auch der Kontakt zu uns während der Projektlaufzeit wichtig. Wir reden hier über innovative Entwicklungsprojekte. Da kann viel geplant werden und es ist einfach so, dass ab und zu die Planung von der Realität eingeholt wird. Also, von daher keine Scheu, einfach auf uns zuzugehen und den Kontakt zu den Projektträgern suchen.
Das gibt wahrscheinlich auch oft einfach Sicherheit und noch mal ein bisschen Rückhalt in so einem Projektverlauf, oder?
Dr. Stephanie Rith: Genau, hier möchte ich auch nochmal das Thema Beratung ansprechen, weil es einfach wichtig ist. Es sind komplexe Entwicklungsprojekte, wir haben auch komplexe Förderrichtlinien und hier ist es einfach so, dass die Beratung durch uns vom Projektträger Bayern für die Unternehmen kostenlos ist. Also bitte nutzen Sie diese Möglichkeiten, die wir bieten und nehmen Sie einfach über die Kolleginnen und Kollegen vom Förderlotsen Kontakt zu uns auf.
Das Interview führte Christoph Raithel, Teamleiter Event bei der Bayern Innovativ GmbH.
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