Um Personalentwicklungskonzepte und Perspektiven für die Arbeitswelt 4.0 nach Corona ging es beim Online-Workshop „Arbeiten nach Corona“ am 1. Dezember 2022. Die Veranstaltung im Rahmen des Interreg Donauraum-Projekts DanubePeerChains brachte Arbeitgeber, Ausbildungszentren, Arbeitsvermittler, Gewerkschaften und Personaler zur Diskussion zusammen und öffnete außerdem den Blick in andere europäische Länder. Top-Themen waren Wandel der Arbeit(splätze), regionale Bedarfe, demographische Trends und veränderte Anforderungen bei Qualifikationen. Erarbeitet wurden die Themen mit der Diamond-Methode, die vom Projektpartner Mechatronik Cluster von biz-up vorgestellt und moderiert wurde.
Beim Thema „Wandel der Arbeit(splätze)“ kristallisierte sich schnell heraus, dass auf europäischer Ebene rechtliche Aspekte geklärt werden müssen, um bei steuerrechtlichen Themen, Arbeitssicherheit und Datensicherheit die neuen Arbeits(platz)modelle hybrides, komplett remote Arbeiten und workation gestalten zu können. In diesem Zusammenhang stellte sich auch die Frage, ob die lokale Zugehörigkeit und Verwurzelung in der Region durch neue Arbeitsmodelle langfristig leidet und wie Arbeitgeber durch Engagement vor Ort nicht nur Mitarbeiterbindung sondern auch lokale Zugehörigkeit fördern können. Als regionale Bedarfe bleiben der Ausbau von Breitband und bessere Mobilfunkabdeckung die Top-Themen. Neu hinzugekommen sind Anforderungen an eine resiliente Infrastruktur vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen. Angesichts von Arbeitskräftemangel zeigt sich ein Trend zur Anpassung von Öffnungszeiten – so wird mittlerweile auch an umsatzstarken Tagen geschlossen, um überhaupt genügend Personal zu haben. Des Weiteren zeichnet sich ab, dass mittel- und lanfristig sich Bedarfe von Kinderbetreuungszeiten zu Pflegezeiten hin verschieben und auch hier andere Arbeitszeitmodelle gefunden werden müssen. Bei den veränderten Qualifikationen wurden kürzere Ausbildungszeiten mit einem Fokus auf lebenslangem Lernen in vielen modularen, kurzen Modulen statt langen, starken Ausbildungsstrukturen befürwortet. Es zeichnete sich zudem ab, dass Sozialkompetenzen und Methodenkompetenzen bei der Einstellung von Mitarbeitenden mittlerweile eine stärkere Rolle spielen als Fachkompetenz, da diese immer noch im Verlauf erworben werden kann.
Der Cluster Mechatronik & Automation bedankt sich herzlich beim Projektpartner Mechatronik Cluster Oberösterreich für eine weitere gelungene Kooperation und bei allen Teilnehmenden für die intensive und erkenntnisreiche Diskussion!