Danpower eröffnet Heizkraftwerk in Pfaffenhofen

Die Anlage kombiniert verschiedene Erzeugungs- und Speichertechnologien und soll die Fernwärmekapazitäten erweitern sowie den weiteren Ausbau des Wärmenetzes ermöglichen.

30.10.2026

Quelle: E & M powernews

Im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm hat die Danpower ein neues Heizkraftwerk in Betrieb genommen. Als Wärmequelle wird gereinigtes Abwasser genutzt.
  
Der Energieversorger Danpower hat am 27. Oktober das neue Heizkraftwerk Nord in Pfaffenhofen an der Ilm eröffnet. Die Anlage ergänzt das bestehende Biomasse-Heizkraftwerk in der Posthofstraße im Süden der Stadt und erweitert die Erzeugungskapazitäten für das Fernwärmenetz. Danpower investiert nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Euro in das Projekt. Das Unternehmen hat neben der Planung und Finanzierung auch den Betrieb der Anlage übernommen.

Das Heizkraftwerk kombiniert zwei Großwärmepumpen mit einem Blockheizkraftwerk, einem Power-to-Heat-Kessel, einer gasbetriebenen Reserveanlage und einem Wärmespeicher. Die Anlage ist nach Angaben von Danpower darauf ausgelegt, rund 4.250 Haushalte mit Fernwärme zu versorgen. Die zusätzlichen Erzeugungskapazitäten sollen die bestehende Wärmeversorgung entlasten und weitere Anschlüsse an das Fernwärmenetz ermöglichen.

„Mit dem neuen Heizkraftwerk investieren wir in die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung in Pfaffenhofen. Dabei setzen wir auf die Nutzung vorhandener Energiequellen vor Ort und ergänzen unser bestehendes Biomasse-Heizkraftwerk um weitere Erzeugungskapazitäten. So schaffen wir die Voraussetzungen, um das Fernwärmenetz gemeinsam mit den Akteuren vor Ort weiterzuentwickeln“, sagte Felix Reichenbach, Geschäftsführer der Danpower Biomasse GmbH.

Großwärmepumpen nutzen Abwasser-Wärme

Eine wesentliche Rolle im Erzeugungskonzept übernehmen zwei Großwärmepumpen mit einer thermischen Gesamtleistung von 4,1 MW. Sie nutzen das gereinigte Abwasser der benachbarten Kläranlage als Wärmequelle und heben dessen Temperatur auf ein für die Fernwärmeversorgung nutzbares Niveau. Dafür stehen bis zu 110 Liter gereinigtes Abwasser pro Sekunde zur Verfügung. Die Wärmepumpen können dem Wasser so viel Wärme entziehen, dass sich seine Temperatur um maximal sechs Grad Celsius verringert. Anschließend fließt das abgekühlte Wasser in die Ilm. Nach Angaben von Danpower kann die Wärmeentnahme insbesondere während der Sommermonate den Wärmeeintrag in das Gewässer reduzieren.

Neben den beiden Großwärmepumpen verfügt das Heizkraftwerk über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von 4,5 MW und einer thermischen Leistung von 4,8 MW. Ergänzt wird die Technik durch einen elektrisch betriebenen Power-to-Heat-Kessel mit einer thermischen Leistung von 1,5 MW sowie eine gasbetriebene Reserveanlage mit 6 MW thermischer Leistung. Diese dient der Absicherung der Wärmeversorgung, beispielsweise bei Ausfällen anderer Erzeugungskomponenten.

Ein weiterer Bestandteil ist ein Wärmespeicher mit einem Fassungsvermögen von 3.000 Kubikmetern. Er ermöglicht es, erzeugte Wärme zwischenzuspeichern und bei Bedarf in das Fernwärmenetz einzuspeisen. Photovoltaikanlagen an den Gebäudefassaden und auf den Dachflächen ergänzen das Energiekonzept und dienen der Eigenstromversorgung.

Autorin: Heidi Roider