„Battery Lab“ soll Technologietransfer in die Praxis beschleunigen
Forschungsplattform soll Natrium-Ionen-Batterien voranbringen und den Transfer in die Industrie beschleunigen
23.03.2026
Quelle: E & M powernews
In Berlin startet eine neue Forschungsplattform für Batterietechnologien. Ziel ist es, Entwicklung und industrielle Anwendung enger zu verzahnen.
Mit dem „Berlin Battery Lab“ haben drei Forschungseinrichtungen eine gemeinsame Plattform zur Entwicklung und Erprobung neuer Batterietechnologien in Betrieb genommen. Beteiligt sind die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und die Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Die Einrichtung soll insbesondere die Entwicklung rohstoffschonender Batterien mit Fokus auf Natrium-Ionen-Technologien vorantreiben und den Transfer in die industrielle Anwendung beschleunigen, wie das BAM mitteilt.
In der neuen Forschungsinfrastruktur sollen Materialien entwickelt, Zellchemien untersucht und Batterieprototypen gefertigt werden. Das Labor stehe auch externen Partnern aus Wissenschaft und Industrie offen, heißt es. Ziel sei es, den Übergang von der Grundlagenforschung zur Anwendung zu verkürzen.
Die beteiligten Einrichtungen bringen komplementäre Kompetenzen ein. Die BAM arbeitet unter anderem zu Batteriesicherheit und Energiematerialien. Die HU forscht im Bereich Natrium-Ionen-Batterien. Das HZB verfügt über Erfahrung bei Lithium-Schwefel-Akkus und betreibt mit BESSY II eine Röntgenquelle zur Analyse batteriechemischer Prozesse.
Mit dem Battery Lab werden Grundlagenforschung, Materialentwicklung, Zellfertigung und Sicherheitstests an einem Standort zusammengeführt. Die Plattform soll eine Lücke zwischen Forschung und industrieller Umsetzung schließen. Insbesondere technologieorientierte Unternehmen und Start-ups sollen von den Kooperationsmöglichkeiten profitieren.
2,4 Millionen Euro aus europäischem Fonds
„Batterieforschung ist eine Schlüsseltechnologie in der High-Tech-Agenda. Das Berlin Battery Lab stärkt die technologische Souveränität Deutschlands, indem es Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen reduziert und die Resilienz zentraler Wertschöpfungsketten erhöht“, sagte die Berliner Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra. Das Land Berlin stelle dem Battery Lab in den Jahren von 2026 bis 2028 rund 2,4 Millionen Euro zusätzlich aus dem „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ (EFRE) zur Verfügung, sagte die SPD-Politikerin.
Ulrich Panne, Präsident der BAM, wies darauf hin, dass viele neue Batterietechnologien maßgeblich in Deutschland erforscht würden, aber nicht schnell genug den Weg in die Anwendung fänden. „Genau hier setzt das Berlin Battery Lab an: Wir bringen in Berlin Forschung, Entwicklung und Zellbau zusammen“, sagte Panne.
Autor: Manfred Fischer