Bamberg macht es vor: Wärmewende im Quartier
Wie sieht die Wärmeversorgung von morgen aus? Der Cluster‑Treff „Wärme 4.0“ auf dem Lagarde Campus Bamberg bot exklusive Einblicke in innovative Wärmenetzlösungen und lieferte wertvolle Impulse für die kommunale und urbane Wärmewende
12.05.2026
75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter rund 20 Fachpressevertreterinnen und ‑pressevertreter, erlebten beim Cluster‑Treff Wärme 4.0 auf dem Lagarde Campus Bamberg am 7. Mai 2026, wie innovative Wärmenetze zukunftsfähig und wirtschaftlich geplant, gebaut und betrieben werden.
Das Quartier Lagarde Campus mit rund 1.200 Wohnungen für etwa 2.500 Bewohner setzt auf ein kaltes Nahwärmenetz mit MultiSource‑Ansatz, bei dem mehrere erneuerbare Wärmequellen intelligent kombiniert werden: oberflächennahe Geothermie, Abwasserwärme, Wärmepumpentechnologien sowie saisonale Speicher.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sektorengekoppelte, CO₂‑arme Wärmeversorgung in urbanen Quartieren wirtschaftlich realisiert werden kann.
Unser herzlicher Dank gilt dem gastgebenden Unternehmen, den Stadtwerken Bamberg, die diese Veranstaltung erst möglich gemacht haben.
Kernbotschaften der Vortragenden:
- Die Wärmewende entscheidet sich im Quartier. Kommunen, Energieversorger und Projektentwickler stehen vor der Aufgabe, klimaneutrale, wirtschaftliche und skalierbare Wärmelösungen umzusetzen.
- Es gibt nicht die eine Lösung für ein optimales Wärmenetz. Je nach Gegebenheiten wie Bebauungsdichte, Zustand der Gebäude, Einsatz von regenerativem Strom und Speichern usw. wird eine individuelle Lösung geplant. Diese kann sich unter veränderten Rahmenbedingungen im Laufe des Projekts sogar noch einmal ändern.
- Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Förderungen sollten möglichst klar sein und sich nicht entsprechend politischen oder medialen Stimmungslagen in kurzer Zeit ändern. Fakten, die für den Wärmepumpeneinsatz sprechen, dürfen nicht ignoriert werden. Nur bei konsequenter Zielverfolgung der Klimaneutralität haben regenerative Projekte Planungssicherheit.
- Bei zukunftsweisenden Wärmenetzlösungen müssen auch immer gewisse Risiken eingegangen werden. Es gilt die Parole: „Einfach mal machen!“ Dafür braucht es jedoch mutige Entscheider und engagierte Projektmanager sowie ein fundiertes Energiekonzept mit kluger Wirtschaftlichkeitsplanung. All diese Voraussetzungen lagen glücklicherweise bei dem Leuchttumrprojekt Lagarde Campus Bamberg vor.
Technologiewissen, Vernetzung und Innovationsimpuls
Das Programm begann nach der Begrüßung (Katrin Schiller, Cluster Energietechnik Bayern Innovativ; Sven Pienitz, Stadtwerken Bamberg) mit einer engagierten und fachkundigen Einführung in das Konzept kalte Nahwärme (Prof. Volker Stockinger, TH Nürnberg), um dann das wegweisende MultiSource‑Konzept des Lagarde Campus in den Fokus zu nehmen (Stefan Loskarn, Stadtwerke Bamberg; Oliver Jainta, BUILD.ING).
Nach der Besichtigung der Energieanlagen des Quartiers ging es moderiert von Herrn Gregor Dilger vom Geothermieverband um die Themen „Einsatz von Wärmepumpen in kalten Netzen“ (Andrea Wimmer, AIT‑Gruppe), „Sektorenkopplung als Schlüssel zur erfolgreichen Wärmewende“ (Thomas Vogel, zeitgeist engineering) sowie um die wichtigsten Fördermöglichkeiten für Quartiere und innovative Wärmelösungen (Markus Weber, Ife an der OTH Amberg-Weiden)
Die Akteure des Clusters Energietechnik nahmen von der Veranstaltung viel Praxiswissen und zahlreiche Learnings für die eigene Wärmeplanung von Projektleiter Stefan Loskarn mit. Daneben gab es selbstverständlich auch viele Vernetzungsgespräche. Wir hoffen, dass die Veranstaltung viele neue Impulse für innovative Wärmeprojekte gegeben hat, und freuen uns schon auf die nächste Veranstaltung zum Thema Großwärmepumpen und Abwassernutzung, die gerade für Juli in Planung ist.