Kombinierte Strategien gegen den Klimawandel

Internationale Langzeitstudie zeigt: Erst das Zusammenspiel mehrerer Instrumente senkt CO₂-Emissionen nachhaltig

03.02.2026

Quelle: E & M powernews

Eine Studie unter Mithilfe der Münchener Universität untersuchte die Klimapolitik in 40 Ländern über einen Zeitraum von 32 Jahren. Das ist das Ergebnis.

Effektiver Klimaschutz erfordert nach Einschätzung von Wissenschaftlern eine Kombination verschiedener politischer Instrumente. Einzelmaßnahmen allein reichen demnach nicht aus, um CO2-Emissionen dauerhaft und verlässlich zu senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, die Klimapolitiken in 40 Ländern über einen Zeitraum von 32 Jahren analysiert hat.

Die Untersuchung wurde von einem internationalen Forschungsteam durchgeführt, dem unter anderem Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sowie der Universitäten in Barcelona, Lausanne und Oslo angehören. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Climate Policy“ veröffentlicht.

Untersucht wurden politische Maßnahmen zur Emissionsminderung in den Jahren von 1990 bis 2022. Insgesamt analysierte das Team 1.737 einzelne Klimaschutzregelungen aus vier Sektoren: Energie, Industrie, Gebäude und Verkehr. Ziel war es, die Wirksamkeit einzelner Instrumente realistisch zu bewerten, obwohl diese in der Praxis meist parallel zu vielen anderen Maßnahmen eingesetzt werden.

„Regierungen weiten ihre klimapolitischen Aktivitäten kontinuierlich aus. Dadurch wird es zunehmend schwieriger, die Wirkung einzelner Instrumente eindeutig zu bestimmen“, erklärt Christoph Knill, Professor für Empirische Theorien der Politik an der LMU und Mitautor der Studie.

Effekte politischer Maßnahmen überlagern sich häufig

Da politische Maßnahmen selten isoliert wirken, überlagern sich ihre Effekte häufig. Die Studie verfolgte deshalb einen länderspezifischen Ansatz, um herauszuarbeiten, welche Instrumente in unterschiedlichen Kontexten zuverlässig zur Reduktion von CO2-Emissionen beitragen.

Die Analyse zeigt, dass ein breites und langfristig angelegtes Maßnahmenbündel besonders wirksam ist. Erfolgreicher Klimaschutz beruht demnach nicht auf einem einzelnen „optimalen“ Instrument, sondern auf der abgestimmten Kombination verschiedener Ansätze. Dazu zählen unter anderem CO2-Bepreisung, Mineralölsteuern, Investitionen in erneuerbare Energien sowie staatliche Ausgaben für Forschung und Entwicklung.

Als Beispiele für eine hohe Wirksamkeit umfassender Klimastrategien nennen die Autoren Schweden und Norwegen. Beide Länder setzen seit Jahren auf ein breites Instrumentenspektrum und erreichen damit laut Studie überdurchschnittliche Emissionsminderungen.

Besonders belastbare Effekte weisen laut Untersuchung Maßnahmen auf, die ökonomische Anreize mit langfristigen Strukturveränderungen verbinden. CO2-Preise und Abgaben auf fossile Energieträger entfalten ihre Wirkung vor allem dann, wenn sie durch Investitionen in erneuerbare Energien und durch Forschungsförderung ergänzt werden. Diese Kombination zeigt über Ländergrenzen hinweg stabile Ergebnisse.

Nach Einschätzung der Autoren bietet der entwickelte Ansatz nicht nur Orientierung für die Klimapolitik, sondern auch für andere Politikfelder, in denen eine Vielzahl paralleler Maßnahmen eingesetzt wird. Das Modell ermögliche es, die tatsächliche Wirkung komplexer Regelwerke besser zu bewerten und politische Entscheidungen stärker evidenzbasiert auszurichten.

Der Artikel „Effective climate policies for ‘all seasons’: novel evidence from 40 countries“ kann im Internet herunter geladen werden.

Autor: Stefan Sagmeister

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