Erstes Abwärme-Netzwerk in Augsburg startet

Augsburg startet erstes Netzwerk zur Nutzung industrieller Abwärme für Fernwärme und Quartiersversorgung

23.12.2025

Quelle: E & M powernews

In Augsburg bündeln Stadtwerke und Industrieunternehmen erstmals Abwärmepotenziale. Ein neues Netzwerk soll Unternehmen, Wärmenetz und kommunale Planung frühzeitig zusammenbringen.

In Augsburg wird zukünftig Abwärme, die in Industrieanlagen anfällt, nicht mehr ungenutzt verpuffen, sondern soll Wohnungen, Büros oder Krankenhäuser beheizen. Die Stadtwerke Augsburg (SWA) haben mit zehn Unternehmen das erste Abwärme-Netzwerk in Deutschland gegründet, teilte der Versorger am 22. Dezember mit. Zu den ersten Partnern zählen etwa Rolls-Royce, das Uniklinikum oder der Anlagen- und Systemtechniker Kuka. 

Ziel des Abwärme-Netzwerks ist es, alle Partner in den Austausch zu bringen: die Unternehmen, den Wärmenetzbetreiber und die Kommune mit ihrer Wärmeplanung. Schließlich soll die Nutzung der Abwärme helfen, dass die Ziele der kommunalen Wärmeplanung erreicht werden können. Dazu ist es laut dem Versorger auch notwendig, die Potenziale der Abwärme vor Ort frühzeitig in die kommunale Wärmeplanung einzubinden, damit alle Partner Planungssicherheit bekommen.

Initiator ist die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) mit Sitz in München. Sie soll Workshops organisieren und das Netzwerk mit Fachexpertise zur Abwärmenutzung unterstützen. Weitere Fachpartner sind die Innovationsagentur des Freistaats Bayern − Bayern innovativ (BEEN-i) − sowie das Abwärmenetzwerk „AwaNetz“.

Weitere Partner gesucht

Letztendlich sollen Abwärmeprojekte zügig von den Netzwerkpartnern umgesetzt werden, von der Analyse und Prüfung des Abwärmepotenzials bis hin dazu, die Abwärme intern zu nutzen, in die Fernwärmeleitungen oder in Quartierslösungen zu bringen und damit für die Energiewende nutzbar zu machen. „Dem Netzwerk können und sollen sich gerne weitere Unternehmen anschließen und sich bei den swa melden“, erklärt Frank Kaminke, Leiter Fernwärmevertrieb bei den SWA. 

Gleichzeitig haben die Stadtwerke Augsburg angekündigt, rund eine Milliarde Euro bis 2040 in den Ausbau der Fernwärme zu investieren. Dann wollen sie zwischen 60 und 70 Prozent des Wärmebedarfs in Augsburg mit Fern- oder Nahwärmenetzen mit erneuerbaren Energien und Abwärme decken. Der Energiebedarf für die Fernwärmeversorgung wird sich dadurch fast verdoppeln, von heute 570 MWh auf 1.100 MWh. 

Neben Anlagen, wie dem Biomasseheizkraftwerk, setzen die SWA auf dezentrale Anlagen wie etwa Großwärmepumpen und die Nutzung unvermeidbarer Abwärme. Sie soll 2040 rund 35 Prozent der Fernwärme oder 380 MWh ausmachen. Das ist mehr als eine Verdreifachung im Vergleich zu heute. Derzeit stammen 20 Prozent der Augsburger Fernwärme aus Abwärme von der Abfallverwertungsanlage.

Autorin: Heidi Roider

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