Epico empfiehlt technologieoffenes GEG

Studie von Epico und Prognos plädiert für technologieoffene Lösungen statt pauschaler Abschwächungen

04.02.2026

Quelle: E & M powernews

Epico und Prognos haben Reformoptionen für das Gebäudeenergiegesetz (GEG) analysiert. Die Studie bewertet technologieoffene Ansätze als tragfähig und lehnt pauschale Abschwächungen ab.

Der Gebäudesektor in Deutschland steht vor einer Richtungsentscheidung bei der Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Während Teile der Regierungskoalition an der 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen festhalten wollen, sprechen sich andere Akteure für eine Streichung dieser Regelung aus. Vor diesem Hintergrund haben der Berliner Thinktank Epico Klimainnovation und das Beratungsunternehmen Prognos eine gemeinsame Studie vorgelegt.

Die Analyse bewertet erstmals systematisch die derzeit diskutierten Reformoptionen für das GEG. Ziel sei es, laut den Studienautoren, eine neutrale Einschätzung zu liefern und einen pragmatischen Weg für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Gesetzes aufzuzeigen. Untersucht wurden verschiedene regulatorische Ansätze im Hinblick auf politische Umsetzbarkeit, wirtschaftliche Effekte, Investitionssicherheit und die Vereinbarkeit mit den langfristigen Klimazielen Deutschlands.

Vereinfachung sinnvoll

Zu einem klaren Ergebnis kommt die Studie bei der Bewertung technologieoffener und vereinfachter Lösungen. Diese schneiden insgesamt am besten ab. Laut Epico und Prognos lassen sich solche Ansätze politisch leichter durchsetzen und bieten Eigentümern sowie Unternehmen mehr Planungssicherheit.

Besonders positiv bewerten die Autoren einen technologieoffenen Grenzwert, der sich entweder an den CO2-Emissionen oder am Primärenergiebedarf eines Gebäudes orientiert. Ein solcher Ansatz ermögliche unterschiedliche technische Lösungen und fördere Innovationen im Wärmemarkt.

Ebenfalls vergleichsweise gut schneidet ein Punktesystem ab, bei dem verschiedene Sanierungsmaßnahmen angerechnet werden können. Ein solches Modell erhöhe die Wahlfreiheit für Gebäudeeigentümer und schaffe Flexibilität bei der schrittweisen Modernisierung von Bestandsgebäuden, heißt es in der Studie. Gleichzeitig könne ein Punktesystem dazu beitragen, unterschiedliche Gebäudetypen und Ausgangszustände besser zu berücksichtigen.

Keine Abschwächungen

Deutlich kritischer fällt die Bewertung pauschaler Abschwächungen bestehender Anforderungen aus. Dazu zählt die Analyse unter anderem eine Grüngasquote im Wärmebereich. Solche Ansätze bergen laut der Studie das Risiko, Klimaziele zu verfehlen und die Importabhängigkeit von Energieträgern zu erhöhen. Zudem verschlechterten sie die Kosteneffizienz des Gesamtsystems. Die Grüngasquote schneidet in der Gesamtbewertung sogar schlechter ab als der aktuelle Rechtsrahmen des GEG.

Zugleich macht die Studie deutlich, dass ein Abbau ordnungsrechtlicher Vorgaben nur mit starken flankierenden Instrumenten funktionieren kann. Werden regulatorische Anforderungen vereinfacht oder gelockert, müsse der Staat marktbasierte und finanzielle Anreize deutlich ausbauen.

Als zentrale Voraussetzungen nennen Epico und Prognos einen verlässlichen und steigenden CO2-Preispfad im europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, langfristig angelegte steuerliche Abschreibungen sowie eine hohe und sozial ausgewogene Förderung.

Investitionen in Wärmewende sichern

Nur unter diesen Bedingungen ließen sich private Investitionen stabilisieren und fossile Lock-in-Effekte vermeiden, so die Autoren. Ohne einen solchen Ausgleich könnten fossile Heiztechnologien wieder an Attraktivität gewinnen, Investitionen würden verschoben und die Abhängigkeit von Energieimporten nähme zu. Ein zu zurückhaltender Reformansatz erhöhe langfristig die Kosten für Haushalte und das Energiesystem insgesamt.

Darüber hinaus verweist die Studie auf mögliche gesamtwirtschaftliche Effekte. Stärkere Marktanreize könnten Innovationen fördern, Kapazitäten im Handwerk und in der Industrie ausbauen und die Resilienz gegenüber Energiepreisschocks stärken. Voraussetzung seien verlässliche und konsistente Rahmenbedingungen, die Investitionen auslösen, statt sie zu verzögern.

Die Epico-Studie zur GEG-Reform steht als PDF zum Download bereit.

Autorin: Susanne Harmsen

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