BEE sieht Rückenwind für private Energiewende-Investitionen

BEE sieht Chancen für private Investitionen in Erneuerbare durch Standortfördergesetz und Deutschlandfonds

22.12.2025

Quelle: E & M powernews

Der Bundesverband Erneuerbare Energie erhofft vom neuen Standortfördergesetz und dem Deutschlandfonds, dass sie privates Kapital für Erneuerbare und Infrastruktur mobilisieren.

Der Bundestag hat in dieser Woche das neue Standortfördergesetz (StoFöG) beschlossen und die Bundesregierung den Deutschlandfonds verabschiedet (wir berichteten). Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat beide als positive Signale für mehr private Investitionen in die Energiewende eingeordnet. Laut BEE zielt das Standortfördergesetz darauf ab, privates und institutionelles Kapital stärker für Investitionen in Erneuerbare Energien und die dazugehörige Infrastruktur zu mobilisieren. 

BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser erklärte, das Gesetz sende ein wichtiges Signal an Investoren. Entscheidend sei jedoch, dass die neuen Regelungen ihr Potenzial auch tatsächlich entfalten könnten und nicht durch zusätzliche bürokratische Hürden in anderen Phasen der Entscheidungs- und Genehmigungsprozesse gebremst würden. In Verbindung mit dem Deutschlandfonds sieht der Verband zusätzliche Impulse. Für den Fonds stellt der Bund öffentliche Mittel und Garantien in Höhe von rund 30 Milliarden Euro bereit, um zusätzliche private Investitionen auszulösen. 

Verschiedene Gesetze verändert

Positiv bewertet der Verband die vorgesehenen Änderungen in mehreren Gesetzen, darunter im Kapitalanlagegesetzbuch, im Real Estate Investment Trust-Gesetz sowie im Vermögensanlagengesetz. „Diese Anpassungen stärkten die investitionsrechtlichen Rahmenbedingungen und sorgten an zentralen Stellen für mehr Rechtssicherheit“, kommentierte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser. Als Beispiel nennt der BEE eine einheitliche Definition von erneuerbaren Energien, die Investoren und Fonds Planungssicherheit geben könne.

Kritisch sieht der Verband dagegen neue Melde-, Dokumentations- und Reportingpflichten, die das Standortfördergesetz vorsieht. Diese könnten den administrativen Aufwand für Fonds und Investoren spürbar erhöhen. Der BEE appelliert deshalb an die Bundesregierung, die Umsetzung des Gesetzes eng zu begleiten und dort zeitnah nachzusteuern, wo Investitionen in Erneuerbare Energien aus Sicht des Verbandes unnötig erschwert werden.

Mehr als die Hälfte der Erneuerbaren in privater Hand

Nach Angaben von Heinen-Esser spielen private Investitionen eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende. Mehr als die Hälfte der installierten Leistung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland befinde sich in den Händen von Privatpersonen, landwirtschaftlichen Betrieben und Gewerbe. Diese Akteure seien auf verlässliche Rahmenbedingungen sowie praxistaugliche Regelungen und Genehmigungsprozesse angewiesen.

Inhalt des Standortfördergesetzes

Das Standortfördergesetz umfasst umfangreiche Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums und zur Mobilisierung privater Finanzmittel. Dazu zählen Erleichterungen beim Zugang zu Finanzierungen für Unternehmen, Maßnahmen zur Stärkung des Fondsmarkts und des Venture-Capital-Ökosystems sowie eine Verschlankung aufsichtlicher Vorgaben. Zudem sieht das Gesetz Vertriebserleichterungen für Wertpapiere, Anpassungen steuerlicher Rahmenbedingungen und Erleichterungen für Investitionen in Infrastruktur und Erneuerbare Energien vor.

Insgesamt ändert das StoFöG 29 Gesetze und 13 Rechtsverordnungen, ergänzt weitere Regelungen und hebt zwei Verordnungen auf. Gleichzeitig setzt es mehrere kapitalmarktrechtliche EU-Rechtsakte um, die Teil der Weiterentwicklung der europäischen Spar- und Investitionsunion sind. Aus Sicht des BEE können diese Schritte dazu beitragen, mehr privates Kapital für die Energiewende zu mobilisieren, sofern die Umsetzung investitionsfreundlich ausgestaltet wird.

Das Standortförderungsgesetz (StoFöG) steht als PDF zum Download bereit.

Autorin: Susanne Harmsen

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