Windkraft erreicht 1,3 Millionen MW weltweit

Trotz geopolitischer Unsicherheiten wächst die Windenergie weiter stark und wird zunehmend zum stabilisierenden Faktor der globalen Stromversorgung

20.04.2026

Quelle: E & M powernews

Die Windbranche hat weltweit 165.000 MW neue Kapazitäten installiert, so der Global Wind Report 2026. In Zeiten geopolitischer Krisen sichere dies den steigenden Strombedarf. 
 
Der globale Energiesektor der Windkraft hat nach Angaben des Global Wind Energy Council (GWEC) 2025 weltweit 165.000 MW neue Leistung installiert. Der Ausbau erfolgte in einem Umfeld geopolitischer Spannungen, wachsender Stromnachfrage und anhaltender Unsicherheiten in fossilen Energiemärkten. Der GWEC veröffentlichte am 20. April seinen Weltbericht des Jahres.

Besonders die Eskalation im Nahen Osten und die zeitweise eingeschränkte Schifffahrt durch die Straße von Hormus haben laut Bericht die Abhängigkeit vieler Volkswirtschaften von fossilen Energieträgern erneut sichtbar gemacht.

Unterbrechungen in Lieferketten, Preissprünge und wirtschaftliche Folgewirkungen traten in mehreren Regionen gleichzeitig auf. Damit zeigt sich nach Einschätzung des Berichts ein strukturelles Problem, das bereits seit den Ölkrisen der 1970er Jahre besteht: stark konzentrierte und international gehandelte fossile Brennstoffe erhöhen die Verwundbarkeit der Energiesysteme.

Vor diesem Hintergrund gewinne Windenergie als Bestandteil moderner Stromsysteme weiter an Bedeutung. Sie gilt laut Bericht als eine der wenigen erneuerbaren Technologien, die bereits heute in großem Maßstab verfügbar ist und zugleich geografisch flexibel eingesetzt werden kann. In vielen Ländern unterstützt sie den Ausbau industrieller Kapazitäten, die Digitalisierung und den wachsenden Bedarf an stabiler Stromversorgung.

Fortgesetztes Ausbautempo

Die Entwicklung im betrachteten Zeitraum zeigt eine fortgesetzte Expansion der installierten Leistung. Die weltweit installierte Windkraftkapazität stieg laut Global Wind Report auf 1,3 Millionen MW. Regierungen setzten zunehmend auf heimische erneuerbare Energien, um Importabhängigkeiten zu reduzieren und Versorgungssicherheit zu stärken. Insgesamt werden nach Angaben des Berichts inzwischen 138 Länder zumindest teilweise durch Windenergie versorgt.

Auch der Ausbau im Jahr 2025 verdeutliche die Dynamik des Sektors. In 57 Ländern wurden 28.395 Windkraftanlagen neu installiert. Der Schwerpunkt des Zubaus lag weiterhin auf Onshore-Projekten, die in vielen Märkten als wirtschaftlich besonders relevant gelten.

Regional treiben vor allem China, die USA und Indien den Ausbau voran. In diesen Ländern steigt der Strombedarf unter anderem durch industrielle Produktion, digitale Infrastruktur und neue Fertigungstechnologien. Der Bericht verweist darauf, dass insbesondere der Ausbau von Rechenzentren, elektrifizierten Prozessen und industrieller Automatisierung die Nachfrage nach zusätzlicher, verlässlicher Stromerzeugung erhöht.

Fossile Brennstoffe bleiben unsicher

Gleichzeitig bleibt der Markt von externen Faktoren beeinflusst. Volatile Preise für fossile Brennstoffe, Unsicherheiten bei Rohstoffkosten und logistische Engpässe wirken sich weiterhin auf Energieinvestitionen aus. Der Windsektor entwickelt sich laut Bericht dennoch stabil weiter, da Projekte zunehmend langfristig in nationale Energie- und Industriestrategien eingebunden werden.

Für die weitere Entwicklung nennt der Global Wind Report mehrere zentrale Bedingungen. Dazu zählen unter anderem der Ausbau von Netzinfrastruktur, schnellere Genehmigungsverfahren und stabile Investitionsrahmen. Nur wenn diese Faktoren zusammenspielen, könne der Ausbau in einem Tempo erfolgen, das mit der wachsenden Stromnachfrage Schritt hält.

Der Bericht ordnet den Windsektor damit als zunehmend systemrelevanten Bestandteil der globalen Stromversorgung ein. Er verbindet Energieerzeugung mit Fragen der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und der Versorgungssicherheit in einem Umfeld, das weiterhin von geopolitischen Unsicherheiten geprägt bleibt.

Der Windkraft Report 2026 steht auf der Internetseite des GWEC zum Download bereit.
 
Autorin: Susanne Harmsen