Studie: Milliardenlücke beim Ausbau von Strom- und Wärmenetzen erfordert neue Finanzierungsmodelle

Thinktanks sehen bis 2035 einen zusätzlichen Eigenkapitalbedarf von 68 Milliarden Euro

07.01.2025

Quelle: Agora Think Tanks gGmbH

Der Ausbau von Strom- und Wärmenetzen in Deutschland stößt zunehmend an finanzielle Grenzen.

Nach einer gemeinsamen Studie von Agora Energiewende, Stiftung Klimaneutralität und Dezernat Zukunft benötigen die rund 900 Energieversorgungsunternehmen bis 2035 zusätzlich rund 68 Milliarden Euro Eigenkapital, um die Energie- und Wärmewende umzusetzen.

Besonders betroffen sind kleine und kommunale Energieversorger, die einen Großteil der Haushalte versorgen, jedoch über begrenzte finanzielle Spielräume verfügen. Die Analyse zeigt, dass mehr als 90 Prozent der Versorger auf zusätzliches Eigenkapital angewiesen sind. Grundlage der Untersuchung ist eine Clusterung der Unternehmen nach Größe, Finanzkraft, Versorgungsgebiet und Eigentümerstruktur.

Durch staatliche Kreditgarantien, zusätzliche Eigenkapitalzuführungen der Gesellschafter sowie moderat reduzierte Gewinnausschüttungen ließe sich der Eigenkapitalbedarf laut Studie deutlich senken – auf rund 12 Milliarden Euro. Diese verbleibende Lücke müssten Bund, Länder und private Kapitalgeber gemeinsam schließen.

Die Studienautorinnen und -autoren schlagen hierfür unter anderem einen öffentlich getragenen Energie-Infrastruktur-Fonds vor, der Eigenkapital in gebündelte Netzprojekte investiert und so auch für private Investoren attraktiv wird. Ein solcher Fonds könnte unter dem Dach des Deutschlandfonds angesiedelt werden.

Ziel der vorgeschlagenen Maßnahmen ist es, die Investitionsfähigkeit der Energieversorger zu sichern, ohne kommunale Haushalte oder Verbraucherinnen und Verbraucher zusätzlich zu belasten. Gleichzeitig sollen die Unternehmen auf sinkende Einnahmen aus dem Gasgeschäft vorbereitet werden, die durch steigende CO₂-Preise, Elektrifizierung und Klimaziele erwartet werden.

Die Studie kommt zu dem Schluss: Mit einer Kombination aus klassischen Finanzierungsinstrumenten und gezielten staatlichen Beteiligungen lässt sich der Netzausbau absichern – und damit eine zentrale Voraussetzung für eine klimaneutrale, bezahlbare Energieversorgung schaffen.

Lesen Sie die ganze Pressemitteilung hier: Wie die Milliardenlücke beim Ausbau von Strom- und Wärmenetzen geschlossen werden kann