Schwarzes Gold für grüne Wärme

Größtes Abwärmeprojekt in NRW speist industrielle Raffineriewärme in das Fernwärmenetz ein

18.12.2025

Quelle: E & M powernews

Bis zu 50 MW Wärmeleistung: Iqony hat nach dreijähriger Bauzeit eine Anlage in Betrieb genommen, die Abwärme aus Öl-Raffinerieanlagen nutzbar macht.

Grüne Wärme dank schwarzem Gold: Der Fernwärmeanbieter Iqony greift für die Versorgung auf Raffinerieanlagen der Ruhr Oel GmbH in Gelsenkirchen-Scholven zurück. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine Anlage in Betrieb genommen, „die industrielle Abwärme erstmals in großem Umfang für die Fernwärme nutzbar macht“.

Für die Abwärmeauskopplung seien in dreijähriger Bauzeit acht Wärmetauscher, eine Übergabestation sowie eine umfangreiche Infrastruktur mit Stahlbau und Rohrleitungen errichtet worden, teilt Iqony mit. Eine knapp drei Kilometer lange, überwiegend unterirdisch verlaufende Rohrtrasse verbinde die Abwärmequellen mit einem neuen Pumpenhaus auf dem Gelände des Kraftwerks Scholven. Dort werde die Wärme in das Fernwärmenetz eingespeist.

Seit wenigen Wochen laufe der 24/7-Probebetrieb mit 20 MW. Bis 2026 will Iqony die Gesamtleistung auf mehr als 50 MW hochfahren. Bei „Green Heat“, so die Bezeichnung, handle es sich um das größte Abwärmeprojekt Nordrhein-Westfalens, so der Fernwärmeanbieter.

Verlorener Energieschatz wird gehoben

„Green Heat zeigt, wie konsequent wir Versorgungssicherheit und Klimaschutz miteinander verbinden“, kommentiert Andreas Reichel, CEO Steag Iqony Group, den Betriebsstart. „Wir heben einen bislang verlorenen Energieschatz – und machen ihn zu einem wichtigen Treiber der Wärmewende.“

Das Unternehmen Steag Iqony beziffert seine gesamte jährliche Wärmeerzeugung auf 4,5 Milliarden kWh. Die Netzlänge gibt es mit 2.186 Kilometern an. Bereits heute stamme etwa die Hälfte der erzeugten Wärme aus klimaneutralen Quellen – mit Green Heat steige dieser Anteil weiter.

Autor: Manfred Fischer