Neuartige Tiefengeothermie-Technologie wird getestet
Green Therma und GFZ Potsdam erproben nördlich von Berlin ein neuartiges Vakuumrohr-Verfahren für die Tiefengeothermie
08.01.2026
Quelle: E & M powernews
Nördlich von Berlin testen das Unternehmen Green Therma und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geowissenschaften eine neue Tiefengeothermie-Technologie.
Das Geothermie-Demonstrationsprojekt „Heat4Ever-Testprojekt“ ist nördlich von Berlin gestartet. Das Unternehmen Green Therma und das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ Potsdam) wollen in der Praxis ein neues tiefengeothermisches Verfahren testen. Wie Green Therma am 7. Januar mitteilte, wird an diesem Standort die erste Installation des „DualVac-Vakuumrohr-Verfahrens“ erfolgen − eine eigene Entwicklung des dänischen Geothermie-Unternehmens.
Dieses neue Vakuumrohr-Verfahren ist laut Green Therma darauf ausgelegt, Wärme aus mehr als drei Kilometern Tiefe mit minimalen Wärmeverlusten zu transportieren. Erstmals wird eine kontinuierliche Vakuumisolierung – die auch in industriellen Anwendungen zum Einsatz kommt – in einem koaxialen Geothermiesystem mit nur einem Bohrloch verwendet. Sollte sich die Technologie bewähren, könnte sie die Effizienz von Tiefengeothermie-Anlagen deutlich steigern und erneuerbare Wärmequellen an Standorten erschließen, die bisher als zu schwierig oder zu kostspielig galten, so die Hoffnung der Projektpartner.
Europäische Initiative
Die Testphase an der Geothermieforschungsplattform des GFZ Potsdam in Groß Schönebeck soll ein Jahr dauern. Insbesondere soll die Leistungsfähigkeit der neu entwickelten „DualVac-Isolierung“ geprüft werden. Die Anlage soll Tiefen von über drei Kilometern erreichen, wo die Temperaturen bei über 100 Grad Celsius liegen. Bewährt sich das System, könnte es laut den Projektpartnern die Hürden für den Einsatz tiefer Geothermie in Städten, Industriegebieten und kalten Klimazonen deutlich senken.
Für das GFZ Potsdam ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie Forschungsinfrastrukturen die Energiewende in der Praxis vorantreiben können. „Die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung ist unerlässlich für die Entwicklung geothermischer Lösungen der nächsten Generation“, sagte Professor Ingo Sass, Leiter der Sektion Geoenergie am GFZ Potsdam. Sie liefere zudem neue Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Forschungsstandortes.
Die Zusammenarbeit ist Teil der europäischen „TRANSGEO-Initiative“, die Partner aus fünf europäischen Ländern zusammenbringt, um zu erforschen, wie bestehende Bohrungen für die Gewinnung und Speicherung geothermischer Wärme genutzt werden können.
Autorin: Heidi Roider