Deutschland steigert 2025 Einnahmen aus CO2-Handel

Erlöse aus europäischem und nationalem Emissionshandel fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds

08.01.2026

Quelle: E & M powernews

Deutschland hat 2025 mehr als 21,4 Milliarden Euro aus dem Emissionshandel eingenommen. Laut der Deutschen Emissionshandelsstelle fließt das Geld in den Klima- und Transformationsfonds.

Deutschland hat im vergangenen Jahr deutlich höhere Einnahmen aus dem Verkauf von Treibhausgas-Zertifikaten erzielt. Nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) summierten sich die Erlöse aus dem europäischen und dem nationalen Emissionshandel 2025 auf mehr als 21,4 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor lagen die Einnahmen bei 18,5 Milliarden Euro. Die DEHSt ist eine Behörde im Geschäftsbereich des Umweltbundesamtes (UBA) und zuständig für die Umsetzung des Emissionshandels in Deutschland.

Die Einnahmen fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds des Bundes. Aus diesem Sondervermögen finanziert die Bundesregierung Maßnahmen für Energiewende und Klimaschutz. Dazu zählen laut UBA unter anderem Programme zur energetischen Sanierung von Gebäuden, der klimaneutrale Umbau der Industrie, der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Höchste Einnahmen seit 2008

Seit Einführung des Emissionshandels im Jahr 2008 haben die Erlöse eine neue Größenordnung erreicht. Nach Angaben der DEHSt überschritten die kumulierten Einnahmen aus dem Verkauf von Emissionsberechtigungen im Dezember 2025 erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro. UBA-Präsident Dirk Messner bezeichnete den Emissionshandel als zentrales sektorübergreifendes Instrument des Klimaschutzes. „Die CO2-Bepreisung setzt gemeinsam mit weiteren Maßnahmen Anreize für den klimafreundlichen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft“, so Messner.

Der Emissionshandel basiert auf dem Prinzip, dass für jede ausgestoßene Tonne CO2 ein Zertifikat erforderlich ist. In Europa existieren zwei Systeme. Der europäische Emissionshandel (ETS 1) erfasst Kraftwerke, große Industrieanlagen, den innereuropäischen Luftverkehr sowie die Seeschifffahrt. Unternehmen müssen für ihre Emissionen entsprechende Berechtigungen bei der Emissionshandelsstelle abgeben.

Die Zertifikate werden unter anderem über Auktionen an der Leipziger Energiebörse European Energy Exchange (EEX) erworben. Die insgesamt verfügbare Menge sinkt jährlich, um den Ausstoß schrittweise zu begrenzen. Der durchschnittliche Preis für ein europäisches Zertifikat lag 2025 bei 73,86 Euro je Tonne CO2, nach 65 Euro im Jahr 2024. Die Erlöse aus diesen Auktionen beliefen sich 2025 auf 5,4 Milliarden Euro und lagen damit leicht unter dem Vorjahreswert von 5,5 Milliarden Euro.

Nationaler Emissionshandel bringt 16 Milliarden Euro

Deutlich stärker wuchsen die Einnahmen aus dem nationalen Emissionshandel. Hier nahm der Bund rund 16 Milliarden Euro ein, etwa drei Milliarden Euro mehr als 2024. Hauptgrund war der höhere Preis der nationalen Berechtigungen, der von 45 Euro je Tonne CO2 im Jahr 2024 auf 55 Euro im Jahr 2025 stieg.

Der nationale Emissionshandel zielt auf die Reduzierung von Emissionen in den Bereichen Wärme und Verkehr. Erfasst werden Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssig- und Erdgas sowie Kohle. Seit 2024 unterliegt auch die Verbrennung von Abfällen der CO2-Abgabe. Erhoben wird sie bei Unternehmen der Mineralölindustrie oder bei Gaslieferanten, die die Kosten in der Regel an die Endverbraucher weitergeben. Anders als im europäischen System sind die nationalen Zertifikate bislang nicht mengenmäßig begrenzt, die Preise wurden gesetzlich festgelegt.

2025 wurden insgesamt 294 Millionen nationale Emissionsberechtigungen verkauft, nahezu so viele wie im Vorjahr. Der kommissarische Leiter des UBA-Fachbereichs Klimaschutz, Energie und Deutsche Emissionshandelsstelle, Christoph Kühleis, sieht darin einen Hinweis auf den hohen Handlungsbedarf. „Die hohen Verkaufsmengen spiegeln das mit Blick auf die Klimaziele zu hohe Emissionsniveau im Gebäude- und Verkehrssektor wider“, so Kühleis. 

Auktion ab Juli auch für Brennstoffemissionen

Ab dem laufenden Jahr sollen auch die nationalen Emissionsberechtigungen erstmals versteigert werden. Nach Angaben der DEHSt sollen die Preise dabei zwischen 55 und 65 Euro je Tonne CO2 liegen. Die Auktionen an der EEX sind für Juli vorgesehen.

Perspektivisch soll der nationale Emissionshandel ab 2028 weitgehend in einem europäischen Emissionshandel für Brennstoffe (ETS 2) aufgehen. Die Einführung dieses Systems war ursprünglich für 2027 geplant, wurde jedoch verschoben, um starke Preissteigerungen beim Tanken und Heizen zu vermeiden.

Der Bericht der Deutschen Emissionshandelsstelle steht im Internet bereit.

Autorin: Susanne Harmsen