Workshop Reihe Elektromobilität in Bayern

Effizienter Einsatz der Elektromobilität im Wirtschaftsverkehr

13. November 2014, ABT Sportsline GmbH, Kempten

 

Bericht

Am moderierten Fachgespräch zum Thema elektrischer Wirtschaftsverkehr beteiligten sich ca. 50 Experten aus den verschiedenen Technologie- und Anwendungsbereichen.
Eine kurze Statusabfrage zu Beginn des WS zeigte, dass bei den Anwesenden rund 20 Elektrofahrzeuge im Einsatz sind. Die 210 Elektrofahrzeuge aller Größenklassen von DHL sowie die 4.500 Elektro-Dreiräder im Verteildienst der Schweizer Post werden separat gezählt, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

Hinsichtlich Verfügbarkeit und Nutzerfreundlichkeit werden Elektrofahrzeuge besonders positiv bewertet. Beispielsweise dokumentieren DHL-Umfragen bei den eigenen E-Nutzern eine hohe Akzeptanz. Insbesondere das geräuscharme Fahren sowie das „nicht mehr schalten müssen“ mache das Fahren mit E-Fahrzeugen besonders angenehm.

Das Thema Wirtschaftlichkeit wurde eher heterogen diskutiert. Aufgrund der deutlich höheren Anschaffungskosten sieht beispielsweise DHL die Wirtschaftlichkeit eher schwierig. Dabei ist einerseits anzumerken, dass es sich bei den eingesetzten e-Caddys von ABT um Umbauten (Konversionsfahrzeuge) handelt. Diese sind zumeist teurer als Fahrzeuge, die von Anfang an als E-Version konzipiert wurden. Bei den kostenoptimierten Streetscooter-Fahrzeugen sei die Wirtschaftlichkeit beispielsweise fast erreicht. Andererseits wurden bei den DHL-Kalkulationen weitere Betriebskosteneinsparungen (niedrigere Werkstattkosten, geringerer Verschleiß etc.) noch nicht berücksichtigt, da noch keine belegbaren Werte vorliegen.
Andere WS-Teilnehmer sahen die Wirtschaftlichkeit jedoch eher positiv. So setzt die Schweizer Post E-Dreiräder im Zustelldienst auch aus Kostengründen ein. Ein anwesender Schweizer Hersteller von E-Lastern (18 Tonner) argumentiert ebenso mit einer hohen Wirtschaftlichkeit. Bei den längeren Abschreibungszeiten derartiger Fahrzeuge wirken sich die niedrigeren Betriebskosten besonders positiv aus. Außerdem würden in der Schweiz bei Elektro-Lastern (auch auf Landstraßen) keine Mautgebühren anfallen. In Deutschland ist ein derartiger Kostenvorteil hinfällig.

Die WS-Teilnehmer waren sich größtenteils darüber einig, dass die Vorteile der Elektromobilität nicht nur im reinen Vergleich von Anschaffungs- und Betriebskosten liegen. Vielmehr müssten auch Nachfolgekosten durch Lärm- oder CO2-Emission berücksichtigt werden. Derartige Kosten fallen aber zumeist nicht beim verursachenden Unternehmen an. Daher müsste Elektromobilität sinnvollerweise auch ganzheitlich betrachtet werden. Hierfür nötige Fach- und Querschnittskompetenzen sind jedoch nicht immer in einem Unternehmen vorhanden. Die anwesenden Berater würden daher situativ jeweils geeignete Konsortien bilden müssen. Vor diesem Hintergrund wurde im WS die Erstellung einer Kompetenzliste angeregt. Hier können sich die Teilnehmer eintragen, um mögliche gegenseitige Kontaktaufnahmen zu erleichtern. Diese Anregung wurde bereits aufgegriffen und als Online-Umfrage bei den Teilnehmern realisiert.

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