Kongress

mobilität querdenken

25. Oktober 2016, NOVUM Business Center, Würzburg

 

Bericht

Neue Denk- und Handlungsansätze, neue Geschäftsfelder und neue Kooperationspartner im Bereich Mobilität. Darum ging es beim dritten Kongress Mobilität Querdenken am 25.10.2016. Aus gutem Grund. Denn eine gesamte Branche / (die gesamte Automobil- und Mobilitätsindustrie) ist im Umbruch. „In vielen Ländern ist das Auto kein Statussymbol mehr. Die Zukunft ist vielmehr Transport on Demand.“ so Josef Stoll ehemaliger CTO der Deutschen Bahn und erster Key Note Sprecher auf dem Kongress.

Die drei wichtigsten Handlungsfelder, wenn es um die Zukunft unserer urbanen Mobilität geht, sind für ihn die Folgenden:

  • Der Kunde und seine Wünsche müssen im Fokus stehen: Was treibt ihn an und aus welchen Gründen entscheidet er sich für ein bestimmtes Verkehrsmittel?
  • Wie verändert sich unsere Gesellschaft, und wie verändert sich unsere Kultur?
  • Um Smart City Konzepte nachhaltig zu realisieren, müssen die Themen Mobilität, Energie und Stadtentwicklung zukünftig interdisziplinär bearbeitet werden.

Deutschland hat hier noch Nachholbedarf, „denn die Strategien für Smart Cities werden in anderen Ländern wie beispielsweise Singapur und AbuDhabi geschrieben.“ so Josef Stoll. Nach den ersten Feldtests für autonom fahrende Taxis werden in diesen Städten schon bald selbstfahrende Touristenbusse, automatisch gesteuerte Shuttles für Gewerbeparks und fahrerlose Lastwagen realisiert.
Weitere Entwicklungen, Trends und Technologien, welche die Mobilität im urbanen Umfeld stark beeinflussen werden, sind Ultra high speed trains (à la Hyperloop), eMobilität (und die Entwicklung der Batteriekapazitäten), Car Sharing & Ride Sharing, Mobilitätsplattformen (wie moovel), additive Fertigung (ermöglicht völlig neue Konstruktionen auch für Fahrzeuge) und eCommerce (und die damit einhergehende steigende Zahl der Lieferungen). Einen besonderen, heute in Deutschland häufig noch unterschätzen Einfluss könnte laut Josef Stoll die fünfte Generation des Mobilfunks haben. 5G, welches Datenraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde realisiert, ermöglicht die Realtime Kommunikation von Fahrzeuge. Kombiniert mit künstlicher Intelligenz könnte dies zu starken Lerneffekten und ungeahnten Möglichkeiten führen (1 Auto lernt für Millionen andere mit.)

Vision ‚Urbane Mobilität‘

Wie die Zukunft der urbanen Mobilität aussehen könnte, zeigte Josef Stoll anhand eines spannenden Konzeptes, welches sich einige der zuvor beschriebenen Technologien zu Nutze macht. Es wurde von dem italienischen Designer Tommaso Gecchelin entworfen. Sein Konzept "Next - The Future of Transportation"  basiert auf elektrisch betriebenen, sich autonom bewegenden, äußerlich identischen Straßenfahrzeugen – voll verglast, so kurz wie ein Smart und so hoch, dass darin Personen bequem stehen können. Die Fahrzeuge sind modular aufgebaut und können flexibel konfiguriert werden, so dass Sie als Speisewagen, mobiles Büro, oder Transporteinheit für den Lieferverkehr dienen. Die Fahrzeuge können sich autonom miteinander verbinden und während der Fahrt auch wieder entkoppeln. Sind die Fahrzeuge gekoppelt, können die darin befindlichen Personen „umverteilt“ werden um die Transportrouten zu optimieren. Natürlich soll das Ganze digitalisiert funktionieren und per App gesteuert werden.

Um diese Vision zu realisieren, müssen noch einige Herausforderungen wie beispielsweise das Schaffen rechtlicher Rahmenbedingungen gelöst werden.

Start UPs mit innovativen Ideen für eine lebenswerte Stadt und für bequeme, attraktive Mobilität stellten Ihre Ideen in Pitches vor:

Sono Motors GmbH

Das Start UP entwickelte den SION - ein Elektroauto mit Solarzellen. Das Fahrzeug soll ein Elektroauto für die breite Masse sein – einfach, ohne anspruchsvolle Technik und dadurch kostengünstig. - https://www.sonomotors.com/de

insert:EFFECT: new mobility

Das Unternehmen aus Nürnberg möchte eine Open Source Projekt anstoßen, welches Mobilitätsanbietern eine Basis bietet, um Ihre Innovationen aufzubauen. Denn die Vision der Mobility Flatrate funktioniert nur gemeinsam: Open Mobility Platform, Open Education, Open Data, Open Innovation. - https://www.inserteffect.com/

GETAWAY GmbH

Das Car-Sharing Start UP GETAWAY aus Berlin möchte das Car-Sharing revolutionieren und den Aufwand für den Kunden auf ein Minimum reduzieren. Die Fahrzeuge der Flotte sind Privatfahrzeuge, welche mittels APP geortet und geöffnet werden können. Besonders sinnvoll erscheint dieses Konzept der Flotte aus Privatfahrzeugen in kleinen Städten, welche für die großen Car-Sharing Anbieter wenig attraktiv sind. - https://get-a-way.com/

Isarsitze GbR

Das Team von Isarsitze München generiert mittels Sensoren in Sitzsystemen wertvolle Daten, welche die Betreibergesellschaften des ÖPNV bei der Verkehrsplanung maßgeblich unterstützen kann. Ihr Ziel: die Fahrzeuge des Öffentlichen Personennahverkehrs mit Hilfe von innovativen, Informationen liefernden Sitzsystemen an die Herausforderungen der urbanen Zukunft anzupassen. http://isarsitze.de/

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