Schnellladestation an der BMW Welt eröffnet

Dank der neuen Schnelllade-Technologie werden die Ladezeiten von Elektrofahrzeugen deutlich verkürzt. Für die Nutzer bedeutet das mehr Flexibilität im Alltag und die Möglichkeit, weitere Strecken zurückzulegen.

München, 4. Juli 2013

Mit der neuen Schnellladestation entsteht ein Knotenpunkt für elektromobile Fahrten an der BMW Welt in München. Im Rahmen eines Förderprojekts im bayerisch-sächsischen Schaufenster „ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET“ haben die Projektpartner  ABB, BMW Group, Deutscher Bahn, EIGHT, RWE, die Universität Bamberg, die Universität der Bundeswehr München und die Technische Universität Dresden heute die neue Ladestation in Betrieb genommen.

Zur feierlichen Eröffnung begrüßte Harald Krüger, Produktionsvorstand der BMW Group, den Bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil, Abteilungsleiter Dr. Veit Steinle vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Prof. Klaffke, Geschäftsführer der Bayern Innovativ Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH.

Dabei führte Krüger auch gleich eindrucksvoll vor, wie schnell der Ladevorgang mit einem entsprechend ausgerüsteten Fahrzeug abläuft. Er fuhr in einem Vorserienfahrzeug des BMW i3 mit fast leerer Batterie vor und schloss sein Fahrzeug an die Schnellladesäule an. Mit der neuen Ladetechnik kann es in weniger als einer halben Stunde zu 80 % geladen werden – das entspricht einem Reichweitengewinn von bis zu 130 km.

Unmittelbar an dieser Touristenattraktion sind die Voraussetzungen hervorragend, viele Interessierte und potenzielle Nutzer von Elektrofahrzeugen anzusprechen und zu begeistern. Mit einem eigens für den Standort entwickelten hochmodernen Design wird die Solarstation zum Anziehungspunkt für Besucher. Von hier aus sollen Ausflügler mit geliehenen eBikes Touren in die Umgebung starten können. Von den universitären Partnern werden im Rahmen des Projekts ein Reichweitenmonitor entwickelt, ein Geschäftsmodellwettbewerb durchgeführt und die Nutzerbedürfnisse untersucht.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil sieht in der Elektromobilität nicht nur eine faszinierende technische und wirtschaftliche Herausforderung. Er betont auch den interdisziplinären Charakter: „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, wird uns die Einführung dieser Zukunftstechnologie gelingen. Insofern hat dieses Projekt für mich Vorbildcharakter: Jeder der acht Partner beleuchtet einen bestimmten Aspekt und leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die Elektromobilität als Ganzes voranzubringen.“

Dr. Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, sagte: "Wir müssen den CO2-Ausstoß auf der Straße verringern und uns unabhängiger von Energieimporten machen. Darüber hinaus muss die deutsche Industrie Vorreiter bei den Innovationen bleiben. Daher fördert die Bundesregierung die Forschung und Entwicklung von Elektromobilität z.B. in den Schaufensterregionen und schafft die notwendigen Rahmenbedingungen zur weiteren Einführung. Ein wichtiger Faktor für die Verbreitung sind attraktive Produkte und realistische Anwendungsfelder. Durch die Möglichkeit der Schnellladung bieten sich ganz neue Nutzungsmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge. Das Projekt DC-Ladestation am Olympiapark zeigt diese Möglichkeiten auf. Hier wird der neue Combo-Ladestandard angewendet, der verschiedene Lademöglichkeiten vereint. In der begleitenden Forschung werden Fahr- und Ladeverhalten der Nutzer analysiert und Geschäftsmodelle untersucht. Somit werden wichtige Fragestellungen auf dem Weg zur Weiterentwicklung der Elektromobilität beantwortet.“

Bei der BMW Group werden derzeit letzte Vorbereitungen für die Markteinführung des rein elektrischen BMW i3 getroffen. „Damit Elektromobilität ein Erfolg wird, müssen wir potenziellen Nutzern die Sorge nehmen, dass die im Vergleich zum Verbrenner geringere Reichweite sie in ihrer Mobilität einschränken könnte“, weiß Harald Krüger, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Produktion. Kürzere Ladezeiten hält er deshalb für elementar für die breite Akzeptanz von Elektrofahrzeugen: „Dank der Schnellladetechnologie können wir den Aktionsradius mit Elektrofahrzeugen vergrößern und unseren Kunden die nötige Flexibilität für spontane Unternehmungen bieten.“ Zusätzlich können Schnellladestationen eine interessante Lademöglichkeit für Kunden ohne eigenen Heimladeplatz darstellen.

Auch die Wirtschaftlichkeit der Ladesäulen steht im Mittelpunkt des Projekts. „Es ist nicht ausreichend, dass Schnellladen nur technisch möglich wird. Die dazu benötigten Ladestationen müssen auf langfristige Sicht auch wirtschaftlich betrieben werden können, um die Technologie in die Breite zu tragen“, sagt Prof. Dr. Ulrike Stopka, Professorin für Kommunikationswirtschaft an der TU Dresden. Im Rahmen des bundesweiten Businessplanwettbewerbs E-future sucht die TU Dresden deshalb nach klugen Köpfen mit innovativen Geschäftsideen und Konzepten, die den höchsten Kundennutzen und den größten Mehrwert für den Betreiber der Ladeinfrastruktur versprechen. Die zehn besten Teams der Vorauswahl kämpfen heute in Berlin um den Einzug ins Finale. Der Sieger wird am 28. November 2013 im BMW Werk Leipzig ermittelt.

ABB wird in diesem Projekt erstmals ihre DC-Schnellladestationen einsetzen, die auf dem neuen IEC Standard 61851-23 / Combined Charging System (CCS) basieren. Till Schreiter, Leiter der Division Industrieautomation und Antriebe, verspricht sich wertvolle Informationen über das Nutzerverhalten: „Wir können unsere neu entwickelten DC-Schnellladestationen an einer zentralen Stelle im Stadtgebiet München in der Praxis testen. Für ABB ist dies ein wichtiger Schritt, um die Schnellladeinfrastruktur in Deutschland weiter voranzubringen und Vertrauen in die neue Technologie aufzubauen.“

RWE Effizienz wird als einer der Pioniere im Bereich Ladetechnik die zweite CCS-Schnellladestation am Standort errichten und diese Technologie an das IT-System anbinden. Elektromobilisten authentifizieren sich dann automatisch. So wird das Laden für die Kunden einfach und komfortabel. „Wir freuen uns, unser Know-How einzubringen und die CCS-Ladestation in München ‚smart‘ zu machen. Die Anbindung von Ladeinfrastruktur an Backend-Systeme garantiert einerseits maximalen Komfort für den Kunden und ist andererseits eine Grundlage für netzverträgliches Laden und die Einbindung von Ökostrom“, sagt Torsten Günter, Leiter RWE eMobility Operations bei RWE Effizienz.

EIGHT konzipiert und produziert eine innovative Solarladestation mit einer interaktiven und intuitiven Benutzerführung. „Die Architektur der BMW Welt sowie das gesamte Erscheinungsbild des Olympiaparks setzen höchste Maßstäbe. Diesen wollen wir mit dem Design der Solarladestation ebenfalls gerecht werden. Deswegen haben wir in den vergangenen Monaten viel Zeit in die Entwicklung eines unverkennbaren Designs investiert, das sich nahtlos in die Umgebung einfügt", erklärt Christoph B. Rößner, geschäftsführender Gesellschafter der EIGHT GmbH & Co. KG.

DB Rent wird innerhalb des Projektes das e-Mobility Angebot rund um die BMW Welt um ein Pedelec-Verleihsystem ergänzen, das Elektromobilität auch im Nahraum erlebbar macht. Auf den Pedelecs sollen zukünftig mögliche Routen abgebildet werden, die auf speziellen Reichweiteannahmen basieren. „Die Deutsche Bahn setzt in diesem Vorhaben ihre Strategie fort, die unterschiedlichen Verkehrsangebote konsequent miteinander zu verknüpfen und dabei den CO2-Ausstoß weiter abzusenken. Für die Deutsche Bahn stellt das Pedelec-Verleihsystem einen weiteren Baustein in der gesamten Reisekette dar“, erklärt Prof. Dr. Andreas Knie, Leiter Intermodale Angebote und Geschäftsentwicklung von DB Rent, Frankfurt am Main.

Die Universität Bamberg erforscht die Akzeptanz und Bedienbarkeit von eMobilitätskonzepten, um diese systematisch zu verbessern. „Um ein zukunftsfähiges Projekt wie das der e-Mobilität gestalten zu können, muss zunächst der Fokus auf die Bedürfnisse der Nutzer gelegt werden“, erklärt Prof. Dr. Claus-Christian Carbon, Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre an der Universität Bamberg und fügt hinzu: „Im konkreten Fall muss dies heißen, neuartige Ladetechnologien sollen intuitiv und einfach bedienbar, die Abrechnungsmodalitäten transparent und das Leistungsangebot während einer Schnellladung attraktiv sein.“

Die Universität der Bundeswehr München bereitet verkehrsrelevante Informationen grafisch auf, um dem Nutzer eine genaue Einschätzung der Reichweite seines Fahrzeuges zu geben und daraus eine optimale Ladestrategie für die Strecke München-Leipzig zu berechnen.

„Daneben möchten wir die bestmöglichen Standorte für e-Bike Ladestationen ermitteln, um Pendler und Besucher für die Fahrt in Richtung Innenstadt zum Umsteigen auf e-Bikes zu bewegen“, so Klaus Bogenberger, Professor für Verkehrstechnik an der Universität der Bundeswehr München, „denn insbesondere im urbanen Bereich ist es durch e-Bikes und Elektroroller möglich, ein breites Publikum anzusprechen und so die Verkehrsbelastung nachhaltig zu reduzieren.“

„Die Elektromobilität bietet ein enormes Marktpotential nicht nur entlang der automobilen Wertschöpfungskette. Aus Sicht der Bayern Innovativ GmbH ist die interdisziplinäre und branchenübergreifende Vernetzung ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Markteinführung der Elektromobilität. Dem heute gestarteten Projekt wünsche ich viel Erfolg und einen hohen Erkenntnisgewinn für die Projektpartner, das Schaufenster Bayern-Sachsen und die Elektromobilität in Deutschland.“ sagte Prof. Dr. Werner Klaffke, Geschäftsführer der Bayern Innovativ Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH.

Das Projekt „DC-Schnelladestation am Olympiapark“ ist eines von rund 50 Projekten im bayerisch-sächsischen Schaufenster „Elektromobilität verbindet“ und wird mit rund 2,3 Mio. Euro vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Rahmen der Schaufensterinitiative der Bundesregierung gefördert. Die Bayern Innovativ GmbH und die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH übernehmen gemeinsam als Projektleitstelle die Koordination des Schaufensters.

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als „Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Mio. € bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt.

Weitere Informationen unter www.schaufenster-elektromobilitaet.org

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an:

Verena Stewens
BMW AG
Technologiekommunikation
Telefon: +49-89-382- 60816
Fax: +49-89-382-28567
E-Mail: verena.stewens@bmw.de
Url: http://www.bmwgroup.com

Carsten Busch
ABB Automation Products GmbH
EV Charging Infrastructure
Telefon: +49-6031 85240
Fax: +49-6031 85454
E-mail: carsten.busch@de.abb.com Url: http://www.abb.de/

Prof. Dr. Andreas Knie
DB Rent GmbH
Leiter Intermodale Angebote und Geschäftsentwicklung
Telefon: +49-30-238884101
Fax: +49-30-238884120
Url: www.deutschebahn.com

Christoph B. Rößner
EIGHT GmbH & Co. KG
Telefon: +49-7162 96 19 10
Fax: +49-7162 96 19 81
E-mail: C.ROESSNER@EIGHT.EU
Url: http://www.eight.eu

Nina Henckel
RWE Effizienz GmbH
Telefon: +49-231 438 4848
Fax: +49-231 438 2579
E-Mail: nina.henckel@rwe.com
Url: http://www.rwe-effizienz.com

Univ.-Prof. Dr. Claus-Christian Carbon
Universität Bamberg
Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre
Telefon: +49-951-863-1860
Fax: +49-951-601511
Email: ccc@uni-bamberg.de
Url: http://www.uni-bamberg.de/allgpsych/

Prof. Dr.-Ing. Klaus Bogenberger
Universität der Bundeswehr München
Institut für Verkehrswesen und Raumplanung
Telefon: +49-89 6004 2530
Fax: +49-89 6004 2501
E-mail: klaus.bogenberger@unibw.de
Url: https://www.unibw.de/ivr/strassenverkehrstechnik/

Prof. Dr. oec. habil. Ulrike Stopka
Technische Universität Dresden
Telefon: +49-351 463 368 21
Fax: +49-351 463 368 54
Url: http://tu-dresden.de/
die_tu_dresden/fakultaeten/vkw/iwv/kom

Presse-Information - Schnellladestation an der BMW Welt eröffnet Presse-Information - Schnellladestation an der BMW Welt eröffnet
(PDF, 1,4 MB)