Umweltbewusst, innovativ, erfolgreich – Die Textil- und Bekleidungsbranche setzt auf ökologische Nachhaltigkeit

  • Neue Studie bietet einen orientierenden Handlungsrahmen für Unternehmen der textilen Kette und Anwender textiler Materialien
  • Fundierte Situations- und Trendanalyse auf 100 Seiten
  • Einschätzungen von über 150 Experten zu Herausforderungen, Lösungsansätzen und technologischen Entwicklungen

Nürnberg, August 2018. Nachhaltigkeit ist ein Megatrend, der alle Branchen durchdringt – auch die Textil- und Bekleidungsindustrie. Seit Jahren ergreifen die Hersteller textiler Materialien und Produkte verschiedenste Maßnahmen für eine umweltbewusste Fertigung und engagieren sich in entsprechenden Forschungs- und Entwicklungs­vorhaben sowie Initiativen. Des Weiteren leisten die Unternehmen mit innovativen textilen Produkten wie leistungsstarken Filtermaterialien oder Leichtbauprodukten  selbst einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit in den verschiedensten Lebensbereichen. Steigende Nachhaltigkeitsanforderungen von Kunden, Verbrauchern und dem Gesetzgeber erfordern die weitere Entwicklung und den Einsatz nachhaltiger Technologien und Prozesse. Die neue Studie „Textil & Nachhaltigkeit“ von Bayern Innovativ gibt einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation der Textil- und Bekleidungsindustrie in Bezug auf das Thema ökologische Nachhaltigkeit und zeigt technologische Ansätze und Potenziale auf.

In der Textil- und Bekleidungsindustrie ist das Thema Nachhaltigkeit so komplex wie deren Wertschöpfungsketten. Die Studie zeigt, dass die ökologische Nachhaltigkeit in den nächsten fünf bis zehn Jahren sehr stark an Bedeutung gewinnen wird – insbesondere in den Bereichen Outdoor und Sport. Bei technischen Textilien, die in unterschiedlichsten Branchen wie dem Automobilbau, der Medizin- oder Industrietechnik Einsatz finden, wird das Thema Nachhaltigkeit ebenfalls zunehmend eine Rolle spielen, jedoch steht hier die Erreichung durch Normen und Anwender vorgegebener Funktionen im Fokus.

Hohe Standards und Umweltauflagen bei der Herstellung textiler Produkte und ein verantwortungsbewusster und zukunftsorientierter Umgang mit Ressourcen sind hierzulande State of the Art. Chancen für noch mehr ökologische Nachhaltigkeit existieren in der gesamten textilen Kette, insbesondere aber in den Bereichen Faser, Textilchemie, Textilveredelung und Textilrecycling. Die Studie präsentiert Einschätzungen der Branche zum Innovationspotenzial in diesen Bereichen und informiert über laufende Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Manche Technologien, die ein großes Nachhaltigkeitspotenzial in sich tragen, liegen bereits in Marktreife vor, andere haben noch wesentliche Entwicklungsschritte vor sich. Manchmal fehlen umweltverträglichere Alternativtechnologien noch gänzlich. Intensiv wird derzeit zum Beispiel an Alternativen für C6/C8-Fluorcarbonharze für die Realisierung von Schutzfunktionen bei technischen Textilien wie ölabweisende oder chemikalienbeständige Eigenschaften geforscht. Im Bereich Veredelung/Beschichtung setzt die Branche verstärkt auf Minimalauftragstechniken und funktionellen Digitaldruck, während im Textilrecycling an neuen Recyclingtechnologien und dem Aufbau geschlossener Stoffkreisläufe gearbeitet wird. Des Weiteren werden die Entwicklungen im Bereich der Biopolymere intensiv beobachtet.

Fundierte Situations- & Trendanalyse auf 100 Seiten für Hersteller und Anwender

Auf 100 Seiten liefert die Studie eine fundierte Situations- und Trendanalyse und bietet so einen orientierenden Handlungsrahmen für Unternehmen der textilen Kette aus den Bereichen technische Textilien, Sport, Outdoor, Mode, Heim- und Haustextilien und für Anwender textiler Materialien. Die Ergebnisse der Studie basieren auf 30 ausführlichen Interviews mit Experten führender Firmen und Institute aus Bayern, Deutschland und der Schweiz sowie einer schriftlichen Umfrage, an der über 150 Experten der Textil- und Bekleidungsindustrie teilgenommen haben. Ergänzt werden die Umfrageergebnisse durch Informationen aus einer profunden Recherche in der Fach- und Wirtschaftspresse.

Die Studie Textil & Nachhaltigkeit wurde von Bayern Innovativ in Kooperation mit dem Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. und Swiss Textiles, dem Textilverband Schweiz, erstellt und durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie gefördert.

Sie kann über die Bayern Innovativ GmbH als Printprodukt zum Preis von 380,- EUR zzgl. MwSt. bezogen werden.

Weitere Informationen unter http://www.bayern-innovativ.de/textilstudie2018

Bestellung per E-mail über textil@bayern-innovativ.de

Für weitere Informationen stehen gerne die Verfasser der Studie zur Verfügung:
Christina Harwarth, harwarth@bayern-innovativ.de, 0911-20671-168

Dr. Eva Halsch, halsch@bayern-innovativ.de, 0911-20671-318

Bayern Innovativ GmbH

Die Bayern Innovativ GmbH ist die Gesellschaft für Innovation, Technologie- und Wissens-transfer in Bayern. Sie unterstützt Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft in allen Stufen der Wertschöpfungskette mit maßgeschneiderten Dienstleistungen, um ihre Innovationsdynamik zu erhöhen. Bayern Innovativ agiert dabei an den Schnittstellen unterschiedlichster Branchen und Technologien. Ziel ist ein Ecosystem mit dynamischen Netzwerken für einen beschleunigten Innovationsprozess. Im Fokus der Aktivitäten stehen die Cluster Energietechnik, Automotive und Neue Werkstoffe sowie die Themen Gesundheit/ Medizintechnik, Textil, Kultur- und Kreativwirtschaft. Aber auch die Innovationspotenziale an den Schnittstellen zur Elektronik, Sensorik und anderen wesentlichen Querschnitts-technologien werden intensiv bearbeitet. Große Bedeutung hat auch das „Cross-Clustering“ mit den anderen bayerischen Clustern sowie die Vernetzung mit den anderen wesentlichen Playern in der Innovationslandschaft Bayerns.


Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V.
Als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband vertritt der VTB die Interessen von 150 Mitgliedern aus der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie. Mit etwa 23.000 Beschäftigten in

Bayern zeigt diese Branche, das Innovation im Mittelstand zuhause ist. Bei diesen Innovationen geht es einmal darum, textile Produkte nachhaltiger zu gestalten. Es geht aber

auch um textile Lösungen, die andere Produkte nachhaltiger machen.

Der Verbandsclaim „Innovation hat Tradition“ spiegelt die Einstellung der Mitglieds- unternehmen exzellent wieder. Verantwortung für Mitarbeiter, Region und Umwelt ist bei den mittelständischen Unternehmen und Familienbetrieben tatsächlich Tradition. Oft ist dies damit verbunden, neue Wege zu gehen. Bei Textil und Bekleidung ist Bayern innovativ.

www.vtb-bayern.de

Swiss Textiles

Swiss Textiles vertritt die Interessen von 200 Mitgliedsunternehmen aus der Textil- und Bekleidungsbranche Schweiz. Diese sind international ausgerichtet und weisen einen hohen Innovationsgrad auf. Viele der Firmen gehören in ihren Nischen zu den besten Anbietern von textilen Lösungen weltweit.

Swiss Textiles ist von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vorteilen einer nachhaltigen Textilproduktion und Geschäftspraxis überzeugt und sieht darin eine große Bedeutung für die Zukunft der Schweizer Industrie. Die Mitgliedsunternehmen bemühen sich bereits heute, so ressourcenschonend wie möglich zu produzieren. Das gilt es als Alleinstellungsmerkmal im harten globalen Wettbewerb zu nutzen.

Swiss Textiles versteht Nachhaltigkeit als dreidimensionales Konzept, bei dem ökologische, soziale und ökonomische Faktoren berücksichtigt werden.

www.swisstextiles.ch

                    

Fachliche Zusatzinformation

Größtes Potenzial für mehr ökologische Nachhaltigkeit in der Textil- und Bekleidungsindustrie:  Recycling- sowie Veredelungs- und Beschichtungstechnologien

Die befragten Experten schätzen das Entwicklungspotenzial für nachhaltige Technologien und Produkte unterschiedlich ein, sprechen jedoch den Recycling- und Veredelungstechnologien die größten Chancen zu.

Für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist eine enge Kooperation entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette unerlässlich. Beim Recycling von Bekleidung, bei Heim- und Haustextilien, aber auch bei technischen Textilien, ist vor allem die Faserrückgewinnung ohne Qualitätsverluste das Ziel. Eine große Herausforderung, gerade bei technischen Textilien, liegt in den unterschiedlichen Fasermischungen, Materialverbünden, Verarbeitungsformen und Ausrüstungen. Außerdem unterliegen Rohstoffe für technische Textilien strengeren Anforderungen hinsichtlich Sortenreinheit und Verunreinigungen, was den Einsatz von Sekundärrohstoffen beschränkt. Auch die Rückgewinnung von Polyester aus gemischten Textilabfällen oder Fasermischungen ist noch nicht endgültig gelöst, wenn es auch erste Ansätze gibt, um PET über chemische Verfahren in ausreichender Qualität zurückzugewinnen.

Die Experten sind sich einig, dass für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft bereits bei der Produktentwicklung angesetzt werden muss, um am Ende der Nutzungsdauer wieder sortenreine Reststoff-Fraktionen zu erhalten. Ansatzpunkte sind hier eine Materialauswahl und ein Design, die auch das Lebensende des Produktes und damit ein leichtes Recyceln berücksichtigen.

In der Textilveredelung und Beschichtung kommen derzeit vorrangig nasschemische Verfahren wie das Foulardieren und die Streichbeschichtung, aber auch immer mehr Minimalauftragstechniken wie Schaumauftrag und Sprühverfahren zum Einsatz. Mit diesen Verfahren werden über den Auftrag von Chemikalien bestimmte Eigenschaften wie Abriebfestigkeit, wasser- und ölabweisende Oberflächen oder antimikrobielle Funktionen angestrebt. Ein großer Hebel für mehr Nachhaltigkeit liegt in der Prozess- und Anlagentechnik. Hier gilt es, bestehende Techniken zu optimieren und neue zu erschließen, um Energie und Chemikalien einzusparen oder die gewünschten Eigenschaften auf anderem Weg zu erzeugen. Zu den erfolgsversprechenden Ansätzen gehören neben dem Digitaldruck, die UV-LED-Vernetzungstechnik, oder auch langfristig gesehen die Oberflächenstrukturierung durch Lasertechnik.  

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