Cluster-Forum mit begleitender Fachausstellung

Modellprojekt Smart Grid Solar - Wegweiser für nachhaltig dezentrale Energiekonzepte

21./22. Juli 2015, Freiheitshalle Hof

 

Bildnachweis: Fotolia/Simon Kraus, ZAE Bayern 

Regenerative Stromerzeugung ist von Grund auf dezentral. Dies gilt für Wasserkraft und Biomasse genauso wie für die Wachstumstechnologien Wind und Photovoltaik. Das Forschungsprojekt „Smart Grid Solar“ in den oberfränkischen Städten Hof und Arzberg findet aktuell heraus, wie dezentrale Kraftwerke möglichst effizient in Verteilnetze einspeisen und zur Versorgungssicherheit Bayerns beitragen können.
Aspekte der Netzoptimierung, Speicherintegration und Demand Side Integration werden dabei verknüpft mit Lösungsansätzen der Regeltechnik und Kommunikationsinfrastruktur. Energierechtliche Fragestellungen und wirtschaftliche Bewertungen vervollständigen den Forschungsauftrag. Führende Industriepartner sind Garant für einen hohen Praxisbezug.

Das Cluster-Forum schlägt die Brücke zwischen den Erkenntnissen aus dem Modellprojekt und dem aktuellen Umbaubedarf der Energieinfrastruktur im Rahmen der Energiewende.

Informieren Sie sich im Dialog mit Experten aus erster Hand und diskutieren Sie mit uns folgende Fragen:

  • Wie dezentral kann die künftige Stromversorgung Bayerns sein?
  • Welche  technischen Möglichkeiten gibt es um den Ausbau regenerativer Stromerzeugung und Versorgungssicherheit zu optimieren?
  • Ist die Systemstabilität in Gefahr und wie sollen Systemdienstleistungen bei regenerativer Erzeugung idealerweise erbracht werden?

Das Forum bietet eine hervorragende Gelegenheit für den Dialog zwischen den Akteuren der Energiewirtschaft, Ausrüstern, Wissenschaft und Politik. Für die künftige Investitionsstrategie werden wichtige Impulse gegeben.

Projektsteckbrief

Das Forschungsprojekt ist Teil des Entwicklungsprogrammes „Aufbruch Bayern“. Das bayerische Wirtschaftsministerium, der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Industriepartner investieren rund 8,5 Mio. Euro in den damit größten bayerischen Feldversuch. Ein interdisziplinäres Team von zwölf Wissenschaftlern des ZAE Bayern ist derzeit in Hof tätig. Das Projekt bezieht einen Großteil seiner Dynamik aus der engagierten Unterstützung der Städte Hof und Arzberg.

Im Rahmen des Projektes „Smart Grid Solar“ werden neue Methoden und Techniken entwickelt werden, um die Stabilität im Mittel- und Niederspannungsnetz auch bei einem steigenden Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung sicherzustellen. Ziel ist die Steuerung und Regelung des Stromnetzes durch kurzfristige dezentrale und zentrale Zwischenspeicher beziehungsweise durch die Nutzung von intelligent gesteuerten Verbrauchern und Erzeugern im Gesamtsystem. Vorgesehen ist auch, mit einem Elektrolyseur Strom in speicherbaren Wasserstoff umzuwandeln und Lasten mit Hilfe von Blockheizkraftwerken zu verschieben. Darüber hinaus sollen Erfahrungen mit dem so genannten „Demand Side Management“ in Unternehmen gesammelt werden. Industrie und Gewerbe können durch die Vermarktung flexibler Lasten einen Beitrag leisten, um auf die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu reagieren – und dabei Erlöse erwirtschaften.

Anders als bei vielen anderen Projekten werden in Hof die energierechtlichen Aspekte und Fragen der Wirtschaftlichkeit beleuchtet. Die Implementierung des Smart Grids im Marktumfeld wird durch den VWL-Lehrstuhl der Universität ausgearbeitet. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Christoph Brabec, Vorstandsvorsitzender beim ZAE Bayern und Professor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Die Integration der Verbraucher in das Modell wird von der Hochschule Hof in Angriff genommen. Weiterhin beteiligen sich auf Forschungsebene die beiden Fraunhofer-Institute für Integrierte Systeme und Bauelementtechnologie (FhG IISB) und für Integrierte Schaltungen (FhG IIS).

In der Praxis sind die Regensburger Bayernwerk AG und die HEW Hof Energie+Wasser GmbH als Verteilnetzbetreiber in das Projekt eingebunden. Unterstützt werden die Modellversuche mit Komponenten von Partnern aus der Industrie. Im Bereich Photovoltaik beteiligt sich die IBC Solar AG an der Verbesserung und Optimierung der Erzeugungsprofile von Photovoltaikanlagen. Die dafür benötigten Wechselrichter liefert die SMA Solar Technology AG, die sich derzeit vom reinen Hersteller zum Anbieter von Energiemanagement-Lösungen weiterentwickelt. Die Rehau Energy Solutions GmbH bringt ihre Kompetenz im Bereich der Blockheizkraftwerke ein. Die Speicherexperten von Gildemeister steuern das Batterie Know How bei und die Areva Deutschland GmbH will mit einer Elektrolyseanlage untersuchen, wie schnell Schwankungen bei der Produktion von Solarstrom zur Wasserstofferzeugung genutzt werden können.