Abschlusskolloquium FORGLAS

Glasmaterialien für energieeffiziente Gebäudetechnik

Licht- und Wärmemanagement - Glastechnologie - Gebäudetechnik
16. Januar 2013, Nürnberger Akademie, Nürnberg

Bericht

Glasmaterialien für eine energieeffiziente Gebäudetechnik

Glas bietet ein hohes Innovationspotenzial, für dessen Ausschöpfung es wichtig ist, sowohl existierende Lösungen als auch die Anforderungen der Anwender aus den einzelnen Zielbranchen zu kennen und diese ergebnisorientiert miteinander zu verbinden. Wie so etwas erfolgreich aussieht, zeigt sich am bayerischen Forschungsverbund FORGLAS, der in den letzten drei Jahren in den Bereichen Entwicklung neuer Gläser und Verarbeitungstechnologien, speziellen Glashalbzeugen für das Licht- und Wärmemanagement sowie in Querschnittsthemen wie Langzeitstabilität und Analytik, neue Technologien und Produkte erforschte. Der Forschungsverbund aus 13 Unternehmen und 5 bayerischen Forschungsinstituten wurde von der bayerischen Forschungsstiftung mit rund 2,2 Mio. Euro gefördert.

Welche Ergebnisse erarbeitet wurden und warum Verbundforschung ein wichtiges Instrument für die Industrie ist, die Antworten auf diese Fragen standen im Mittelpunkt des Abschlusskolloquiums "Glasmaterialien für eine energieeffiziente Gebäudetechnik" von FORGLAS am 16. Januar 2013. Rund 80 Experten entlang der Wertschöpfungskette Glas nutzten die Gelegenheit und kamen in den Marmorsaal der Nürnberger Akademie, um sich zu informieren und auszutauschen.

Wie wichtig die Verbundforschung ist, zeigte gleich zu Anfang der gemeinschaftliche Vortrag der Industriepartner Füller Glastechnologie Vertriebs-GmbH, Sigmund Lindner GmbH, Eckart GmbH, Franken Maxit Mauermörtel GmbH & Co. Hier wurde deutlich, dass neben neuen wissenschaftlichen und marktrelevanten Erkenntnissen, insbesondere die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette sowie die Bildung eines Netzwerks in FORGLAS einen enormen Mehrwert für die Unternehmen geschaffen haben. Quintessenz war - Verbundforschung mehr ist als nur die Summe der einzelnen Projekte.

Industrielle Anforderungen und wissenschaftliche Ergebnisse - das waren die Schlagworte für die anschließenden fachlichen Tandemvorträge in den Themen Innovative Beschichtungen für Architekturglas, Glas als Additiv für das Wärmemanagement, Entwicklung neuartiger Gläser für die Photovoltaik und Glaskontaktmaterialien. So zeigte beispielsweise Dr. Ulf Dahlmann, Schott AG, warum neue Gläser benötigt werden, welche Herausforderungen in diesem Bereich bestehen und welche Vorteile die Mitarbeit in FORGLAS und speziell im Teilprojekt II.1 "Entwicklung von neuen funktionalisierten Gläsern für die Photovoltaik mittels Glas-Screening" hat. Dr. Martin Kilo, Fraunhofer ISC, legte im Anschluss als wissenschaftlicher Partner in diesem Teilprojekt dar, welche Weiterentwicklung beim High-Through-Put-Screening zur Entwicklung von neuen Gläser erfolgt sind und welche Ergebnisse sich nun erzielen lassen. Beeindruckend ist die Möglichkeit, 16 Glasmischungen pro Tag zu erschmelzen und zugleich die Viskosität der Glasschmelzen in-situ zu messen.

Um Ideen zu generieren, wie die Ergebnisse aus FORGLAS zukünftig in neue Projekte und Produkte eingebracht werden können, kamen zum Abschluss des Kolloquiums externe Experten zu Wort. Unter dem Thema Glas in der Gebäudetechnik zeigte Dr. Werner Jager, ai3, welche Möglichkeiten das KlimaEngineering für energieeffiziente Gebäude bietet und welche Lösungen in der Industrie, insbesondere bei der Gebäudehülle, geboten werden. Dr. Hans-Peter Ebert, ZAE Würzburg, stellte vor, welche Chancen und Herausforderungen neue Materialien im Gebäude bieten, wie zum Beispiel Silica-Aerogele als Dämmmaterial. Den Einsatz von Architekturglas und wie individuell die Verglasungen von Gebäuden werden, legte Heiko Probst, BGT Bischoff Glastechnik AG, dar. Die Verglasung der Elbphilharmonie in Hamburg besteht zum Beispiel aus 2.500 unterschiedlich designten Glasscheiben.

Dass schon jetzt neue Projekte aus FORGLAS heraus entstanden sind, erläuterte Prof. Dr. Monika Willert-Porada, Sprecherin von FORGLAS, in ihren abschließenden Worten. So ist auf Grundlage der Ergebnisse und mit Firmen aus FORGLAS das Projekt HarWin entstanden, das im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union gefördert wird.

Der Tenor beim abschließenden Get-together war eindeutig – Glas ist ein innovativer Werkstoff mit viel Potenzial im Bereich der Architektur und der Gebäudetechnik.

Der von Bayern Innovativ gemanagte Cluster Neue Werkstoffe begleitete den Forschungsverbund seit seinem Start 2009, bot immer wieder Plattformen zum fachlichen Austausch und war auch Partner des Abschlusskolloquiums. So konnten nachhaltige Kooperationsstrukturen aufgebaut werden.

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