Hybridspeicher soll Reichweite erhöhen

Der Speicherhersteller BMZ arbeitet an einem neuen modularen Batteriekonzept für Elektrofahrzeuge.
nach Quelle: E&M PowerNews, 05. Dezember 2017


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Durch die Kombination verschiedener Hochenergie- und Hochleistungszellen zu einer Gesamtbatterie sollen Reichweite, Kosten, Kühlbedarf und die Leistung von E-Autos verbessert werden.
Im Gegensatz zu bisherigen Projekten werde die hybride Batterie direktgekoppelt, also ohne elektronische Zwischenwandler betrieben, heißt es in einer Mitteilung von BMZ.
 
 
Der Hersteller aus dem unterfränkischen Karlstein bei Aschaffenburg ist im Projekt für das Batterie-Design, die Fertigung sowie die Algorithmen des Batteriemanagement-Systems, das den Betrieb unterschiedlicher Zelltechnologien ermöglicht, verantwortlich.
 
Ein besonderes Augenmerk legen die Entwickler auf das Kühlsystem. Denn bei der direkten Verschaltung von Hochleistungs- und Hochenergiezellen müsse eine homogene Temperaturverteilung aller Zellen innerhalb des „Komfortbereichs“ sichergestellt sein. Der hybride Speicher werde darüber hinaus in ein übergeordnetes Energie- und Thermomanagement im Fahrzeug eingebunden, bei dem „eine thermische Vorkonditionierung aus dem elektrischen Netz“ vorgesehen sei. So könne eine die Reichweite erhöhende optimierte Batterie- und Fahrzeugtemperierung erreicht werden. In diesem Zusammenhang sei auch der Einsatz von Wärmepumpen im Fahrzeug angedacht.
 
„Bisher gibt es kein Batteriesystem, das mit direkt verschalteten Zellen unterschiedlichen Typs betrieben werden kann. Unter anderem durch unterschiedliche Ladezustände oder Temperaturen der Zellen und Module entstehen hierbei besondere Herausforderungen für das Batterie- sowie Thermomanagement“, so eine BMZ-Sprecherin zu E&M.
 
Neben BMZ sind am Projekt auch der Volkswagen- und Audi-Tuning-Spezialist Abt Sportsline, das Ingenieurbüro Bertrandt, das Klimatechnik-Unternehmen Konvekta sowie die Hochschule Kempten, das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) als Konsortialführer beteiligt.
 
Das übergeordnete Forschungsprojekt mit dem Namen „hyPowerRange“, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird und in dessen Rahmen die Batterieentwicklung nun stattfindet, hat bereits Anfang 2017 begonnen und wird voraussichtlich Ende 2019 abgeschlossen sein. Das neue modulare und flexible Batteriekonzept soll bis dahin sowohl im Fahr- als auch im Ladebetrieb am elektrischen Netz getestet und demonstriert werden.
 
Autor: Fritz Wilhelm