Energiewende macht Kommunen zunehmend zu schaffen

Der Preisverfall bei der konventionellen Strom- und Wärmeerzeugung belastet besonders Kommunen mit eigenen Stadtwerken, so eine Studie.
nach Quelle: E&M PowerNews, 11. April 2017
Für Kommunen ist die Energiewende eine Belastung. Besonders dann ist das der Fall, wenn eigene Stadtwerke existieren. Das ist der Ergebnis einer Studie des Kompetenzzentrums Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsfürsorge e.V. in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, Eon und der Thüringer Aufbaubank.
 
Hauptursache für die steigende Belastung der Kommunen sei der Preisverfall bei der konventionellen Strom- und Wärmeerzeugung sowie Anpassungen der Geschäftsmodelle an die Herausforderungen der Energiewende. Unerwartete Einnahmenrückgänge wirken sich demnach direkt auf die Finanzierung anderer kommunaler Aufgaben aus.
 
"Es wird nicht allen Kommunen möglich sein, ihren Stadtwerken die erforderlichen finanziellen Mittel für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle zur Verfügung zu stellen. So werden die prognostizierten Gewinneinbußen der Stadtwerke in zahlreichen Kommunen zwangsläufig zu Haushalts- und Leistungskürzungen führen. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten zur Energieeinsparung noch nicht ausreichend in Angriff genommen", sagt André Horn, Leiter des BDO-Branchencenters Energiewirtschaft.
 
Gleichzeitig werden Möglichkeiten zur Kostenkompensation durch mehr Energieeffizienz kaum genutzt, so die Studie. Ein starkes Hemmnis für Investitionen, die zu einem geringeren Verbrauch führen, seien Investitionsstaus und Unterfinanzierung in allen kommunalen Bereichen. "In manchen Feldern ließe sich dem allerdings durch Kooperationen mit anderen Kommunen begegnen", ergänzt Horn.
 
Für die Studie "Kommunale Haushalte unter dem Einfluss der Energiewende" wurden 24 Kommunen aller Größenklassen in unterschiedlichen Regionen mit eigener Energieerzeugung oder ohne befragt.
 
Autor: Jonas Rosenberger