Modellstandort für Speicher geplant

In Bottrop wird das Zusammenspiel von PV-Anlagen und Redox-Flow-Batterien untersucht. Mittelständische Unternehmen sollen von den Erkenntnissen profitieren
nach Quelle: E&M Powernews, 19. Dezemeber 2016

Wenn es um Speicher im Strommarkt geht, geht es meist um Projekte mit Lithium-Ionen-Technologie. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) widmet sich nun im Rahmen des Forschungsvorhabens „Van Red Flow“ der Vanadium-Redox-Flow-Technologie und setzt sie für die Versorgung eines mittelständischen Industriebetriebs ein. Die Batterie (15 kW) wird dazu mit der PV-Anlage (70 kWp) des Fertigungs- und Schweißfachbetriebs Technoboxx in Bottrop gekoppelt. Die Speicherkapazität von 75 kWh soll einen Eigenstromanteil bis zu 75 % ermöglichen.

Die Partner – auch die sogenannte Innovation City Ruhr Bottrop ist involviert – wollen nach eigenen Angaben einen nordrhein-westfälischen Modellstandort für die Systemkopplung von Redox-Flow-Technologie und solarer Stromversorgung schaffen. Insbesondere mittelständische Unternehmen „mit nennenswertem Stromverbrauch und bisher geringem Eigenstromanteil auf Basis regenerativer Energien“ sollen von den Erkenntnissen des Projekts profitieren. Der besondere Aufbau des Batteriesystems, für das neu entwickelte Bipolarplatten verwendet werden, soll die Zuverlässigkeit im Vergleich zur bisherigen Technologie deutlich steigern. Damit lassen sich nach Überzeugung von Peter Schwerdt aus der Abteilung Chemische Energiespeicher des Fraunhofer-Instituts erstmals günstig elektrische Speichersysteme herstellen, die auch für das Marktsegment der industriellen Anwendungen relevant seien.

Bei der Redox-Flow-Technologie wird eine Elektrolytlösung in zwei Tanks vorgehalten und durch eine elektrochemische Zelle gepumpt. Die Erweiterung der Kapazität erfolgt durch eine Vergrößerung der Speichertanks. Somit lassen sich Leistung und Kapazität unabhängig voneinander skalieren.

Als Vorteile der Technologie gegenüber Blei- oder Lithium-Ionen-Batterien führen die Wissenschaftler, die große Zyklenfestigkeit, die günstige Kostenstruktur sowie die hohe Sicherheit an.

Autor: Fritz Wilhelm