Netzbetreiber untersuchen Extremsituationen

In seinem aktuellen Winterausblick sieht der Europäische Verband der Übertragungsnetzbetreiber keine unbeherrschbaren Risiken.
nach Quelle: E&M Powernews, 30.11.2017

In seinem Ausblick auf die bevorstehenden Wintermonate zeigt sich der Europäische Verband der Übertragungsnetzbetreiber (Entso-E) zuversichtlich, dass es zu keinen Situationen kommen wird, in denen die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann.

Gleichwohl weist Entso-E darauf hin, dass bei einer außergewöhnlichen Kältewelle und im Falle von Kraftwerksausfällen durchaus Engpässe auftreten können. Anfällig seien insbesondere Großbritannien, Frankreich, Belgien, Polen und Italien.

Der Verband habe aus den Erfahrungen des letzten Winters seine Lehren gezogen. Deshalb seien im diesjährigen Ausblick auch mögliche Situationen berücksichtigt, die einmal innerhalb von 20 Jahren auftreten könnten. Zuvor waren nur Worst-Case-Szenarien betrachtet worden, die einmal innerhalb von zehn Jahren auftreten könnten. Außerdem wurde nun auch angenommen, dass kritische Ereignisse gleichzeitig überall in Europa auftreten können. In Wochenübersichten zeigt der Report unter anderem, welche Länder unter normalen und unter kritischen Bedingungen zum Exporteur oder Importeur von Strom würden und welche Länder eigene Erzeugungsdefizite nicht vollständig durch Importe kompensieren könnten.

Für Deutschland geht der Ausblick grundsätzlich von einem Gleichgewicht von Erzeugung und Nachfrage aus. Andernfalls müssten Importe oder der Einsatz der sogenannten Strategischen Reserve für Ausgleich sorgen. Derzeit stünden dafür 914 MW an Braunkohlekapazitäten zur Verfügung sowie 5 700 MW verschiedener Erzeugungsarten aus der Netzreserve. Außerdem könnten auch sogenannte Abschaltbare Lasten eingesetzt werden.
Der Winter Outlook 2017/2018 steht zum Download zur Verfügung.

 Autor: Fritz Wilhelm