Bremsspuren im KWK-Markt

Mit insgesamt zehn Tabellen gibt der E&M Verlag auch in diesem Jahr einen umfassenden Überblick über die Entwicklungen im KWK-Markt.
nach Quelle: E&M Powernews, 22. November 2016

Erstellt hat die diesjährige KWK-Umfrage wieder das Öko-Institut in Zusammenarbeit mit E&M und dem BKWK. Teilgenommen haben an der Umfrage in diesem Jahr 35 Motoren- und Turbinenhersteller, das sind in der Summe drei mehr als im letzten Jahr. Insgesamt gab es durch Firmenfusionen einige Veränderungen. So ist einer der Anbieter, der in diesem Jahr zum ersten Mal in der Umfrage auftaucht, Wolf Power Systems. Der Heiz- und Klimatechnik-Hersteller aus dem bayerischen Mainburg hat sich im BHKW-Markt durch den Zukauf von Kuntschar und Schlüter sowie Dreyer & Bosse verstärkt. Beide tauchen nicht mehr separat in den Tabellen auf. Die Absatzzahlen von Wolf in 2015 können aber mit denen von Kuntschar und Schlüter sowie Dreyer & Bosse im Jahr 2014 verglichen werden.  

 

Drei Gasturbinen-Hersteller dabei  

Insgesamt sind drei neue Hersteller in den Tabellen zu finden: Außer Wolf sind das die Spanner Re² GmbH, die sich auf Holzvergaser spezialisiert hat, und der Gasturbinenhersteller Kawasaki. Neben diesem haben sich in 2015 auch die beiden Gasturbinen-BHKW-Hersteller Centrax International und E-quad Power Systems an der Umfrage beteiligt, so dass in ihr nun drei Gasturbinen-Anbieter gelistet sind. Kawasaki und Centrax verkaufen dabei große Aggregate, geringen Stückzahlen (drei beziehungsweise eine Turbine) stehen vergleichsweise hohe Leistungen im Ranking gegenüber. E-quad bietet dagegen Mikrogasturbinen an und hat im vergangenen Jahr 34 Aggregate mit zusammen 3 700 kW verkauft. 

 

BHKW-Ranking als PDF (Quelle Energie & Management)

Bei der Aufstellung nach verkaufter elektrischer Leistung liegen auch in diesem Jahr GE Jenbacher und Caterpillar (MWM) wieder auf den ersten beiden Plätzen, wenngleich mit vertauschten Positionen. Jenbacher konnte 2015 ihren Absatz um 40 % steigern, Caterpillar musste 42 % Rückgang hinnehmen.

Beim Ranking nach der Anzahl der verkauften Module sind die ersten drei Plätze mit EC Power, Viessmann und 2G Energy gleichlautend besetzt wie im vergangenen Jahr. Beim Blick auf die rechte Spalte, sie zeigt die Differenz der Verkaufszahlen zwischen 2014 und 2015, fällt auf, dass sehr viele der Unternehmen, auch die ersten drei, einen prozentual zweistelligen Rückgang ihrer Verkaufszahlen hinnehmen mussten. Einige Ausnahmen von dieser Regel gibt es. Den größten Zuwachs bei den Stückzahlen weist AGO auf Platz 25 der Liste mit 40 % aus. Auch Sokratherm, aktuell auf Platz zwölf der Liste, kann mit 34 % bei der Zahl der verkauften BHKW-Module deutlich zulegen.  

Wer in der Umfrage fehlt  

Unklar ist aus unterschiedlichen Gründen die Position einiger renommierter Anbieter im BHKW-Markt: Wie schon in den vergangenen Jahren hat Senertec zwar Absatzzahlen übermittelt, die Veröffentlichung oder Weitergabe der Daten jedoch untersagt. Daher sind die Zahlen nicht im Ranking enthalten.

Die Hersteller Bayern BHKW, Combined Heat Power, ETZ, R Schmitt Enertec und Vaillant haben sich im Gegensatz zum zurückliegenden Jahr nicht an der Umfrage beteiligt. Die Firma Combined Heat Power, die sich im Vorjahr erstmalig beteiligte, war weder per Mail noch per Telefon zu erreichen, Bayern BHKW gab an, keine Zeit für die Teilnahme zu finden und ETZ, R Schmitt Enertec und Vaillant meldeten sich auch nach mehrfachen Erinnerungen nicht zurück. Vaillant hatte sich vergangenes Jahr zwar an der Umfrage für die Abschätzung der Marktentwicklung beteiligt, stimmte einer Veröffentlichung der Zahlen im Ranking jedoch nicht zu. BMF Haase und Wärtsilä beteiligten sich zwar an der Umfrage, verkauften jedoch keine BHKW, so dass sie nicht im Ranking auftauchen.

Deutliche Einbrüche gab es für fast alle Anbieter im Markt für biogene BHKW. Den ersten Platz im Ranking nimmt hier Schnell Motoren ein, allerdings musste das Unternehmen Mitte dieses Jahres Insolvenz anmelden. Außer den Absatzrückgängen fällt am Ende dieser Tabelle auf, dass viele Unternehmen gar keine Anlagen mehr in dem Markt für Bio-Brennstoff verkauft haben – ein Trend, der auch in der Marktauswertung des Öko-Instituts sichtbar wird.  

Bei den wenigen, die hier ein Umsatzplus verzeichnen konnten, sticht Sokratherm mit 700 % Zuwachs (von 50 auf 400 kW elektrische Leistung) heraus. Ein zweiter großer Gewinner im Biogas-Markt ist der Anbieter upb, der seinen Umsatz von 240 auf 490 kW mehr als verdoppeln konnte.  

 

  Autor: Armin Müller