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gesundheit.

Zielgerichtete Krebstherapie

durch Antikörper-Konjugate

Die Zahl der Krebserkrankungen nimmt weltweit

dramatisch zu: Waren es 2012 noch 14 Millionen

neue Krebsfälle pro Jahr, so werden bis zum

Jahr 2030 21,6 Millionen jährlich prog-

nostiziert. Laut des Weltkrebsberichts

2014, den die Weltgesundheitsorgani-

sation WHO in Lyon vorlegte, werden

die Todesfälle durch Krebs von 8,2 auf

13 Millionen pro Jahr ansteigen.

Cfm Oskar Tropitzsch GmbH aus Marktredwitz ist Spezialanbieter für Forschungs-

reagenzien. Das oberfränkische Unternehmen hat das Potenzial der ADCs erkannt

und bietet seit geraumer Zeit eine große Zahl an Toxinen als potenzielle Payloads

an, z. B. Herboxidiene, ein „small molecule” mikrobiologischen Ursprungs mit

Antitumor-Aktivität. Es beliefert Universitäten, Forschungseinrichtungen und

Pharma-Forschung und unterstützt über ein weltweites Netzwerk in unter-

schiedlichsten Disziplinen somit die Weiterentwicklung moderner Medikamente.

ver

tieft

Um diesem erschreckenden Trend entgegenzu-

wirken, sind zum einen Vorsorge und zum anderen

gezielte Behandlungsmethoden gefragter denn

je. Eine vielversprechende Therapie beruht auf

spezifischen Antikörpern, die mit einem hoch-

potenten toxischen Wirkstoff gekoppelt sind.

Unter diesen sogenannten ADCs (Antibody-Drug

Conjugates) versteht man monoklonale Anti-

körper (mAbs), die mittels eines Peptidlinkers mit

einer zytotoxischen Substanz verbunden werden.

Im Körper des Patienten binden die ADCs an

entsprechende Oberflächenstrukturen der Krebs-

zellen. Nach der Internalisierung der ADCs wird der

Peptidlinker durch in der Zelle vorkommende Enzyme

(zum Beispiel Cathepsin) gespalten und dabei das Toxin frei-

gesetzt. Dieses sogenannte Payload kann nun die Krebszellen bzw.

deren Signaltransduktionswege unterbinden und je nach Toxin bei-

spielsweise den Zelltod der Krebszellen herbeiführen. Als Payload wird

beispielsweise alpha-Amanitin, das Gift des grünen Knollenblätter-

pilzes, verwendet. Viele weitere Substanzen sind in der Erforschung

und Erprobung.

Die Idee der ADCs ist nicht neu. So wurde bereits in den 1960er

Jahren mit unpolaren Konjugaten von monoklonalen Antikörpern in

Tiermodellen geforscht. In den 1980er Jahren ging man mit Maus

IgG-basierten Therapien (Immunglobulin G) in klinische Versuche über.

Die gesammelten Erkenntnisse mit all ihren Rückschlägen führten zu

einem umfassenderen Verständnis und brachten die Forschung bis

zum heutigen Stand der Wissenschaft.