Förderung

Die Elektromobilität wird in Deutschland auf verschiedene Weise finanziell gefördert. Es gibt steuerliche Förderungen für Elektrofahrzeuge, Förderungen des Bundes, der Länder und einzelner Kommunen bei der Erstanschaffung von Elektrofahrzeugen, sowie Forschungsförderungen des Bundes und der Länder. (Juli 2016)

Bundesförderungen

Unter www.foerderinfo.bund.de/elektromobilität
informiert die Lotsenstelle Elektromobilität über aktuelle Förderbekanntmachungen, laufende und abgeschlossene Projekte sowie über Förderzuständigkeiten der Bundesministerien.

Umweltbonus
Seit dem 2. Juli 2016 wird der Erwerb (Kauf oder Leasing) eines Elektroautos bezuschusst. Der Bonus gilt rückwirkend für alles Autos, die seit dem 18. Mai 2016 erworben wurden. Für rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge erhalten die Käufer einen Umweltbonus in Höhe von 4.000 Euro, für Plug-in Hybride (mit weniger als 50 g CO2-Emission pro km) bekommen Käufer eine Prämie von 3.000 Euro. Für den Erhalt des Bonus gibt es zwei Voraussetzungen: Da sich Staat und Industrie jeweils zur Hälfte an dem Bonus beteiligen, sind nur Autos bestimmter Hersteller förderwürdig. Außerdem muss der Netto-Basislistenpreis (ohne Zusatzausstattung) des Autos unter 60.000 Euro liegen (brutto 71.400 Euro). Da der hälftige Preisnachlass von 1.500 bzw. 2.000 Euro durch den Autoverkäufer auf den Nettokaufpreis gewährt wird, ergibt sich für den privaten Käufer ein Bruttovorteil von 3.285 bzw. 4.380 Euro. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine. Die Förderung ist so lange erhältlich, bis die vorgesehenen Mittel in Höhe von 600 Mio. Euro aufgebraucht sind, längstens jedoch bis Ende 2019. Der Förderantrag kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. >> weitere Info

KfW-Umweltprogramm
Mit dem KfW-Umweltprogramm 240/241 werden umweltfreundliche Investitionen gefördert, wie beispielsweise die Anschaffung von Elektrofahrzeugen. Wer als Unternehmer ein Elektrofahrzeug anschafft oder Ladeinfrastruktur auf seinem Gelände errichtet, erhält über das KfW-Umweltprogramm 240/241 günstige Kredite zur Finanzierung.Die KfW stellt einen Kreditbetrag bis zu 10 Millionen Euro pro Vorhaben zur Verfügung und trägt damit bis zu 100 % der Investitionskosten. Eine Finanzierung ist ab einem Zinssatz von 1 % möglich. Der Zinssatz orientiert sich an der Bonität des Unternehmens und an den Entwicklungen des Kapitalmarktes. Kleine Unternehmen erhalten einen günstigeren Zinssatz.
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Förderaufruf des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Das BMVI fördert seit 2015 den Markthochlauf der Elektromobilität. Auf Grundlage der Förderrichtlinien vom 9. Juni 2015 und aufbauend auf das Förderprogramm der Modellregionen Elektromobilität soll hier die Verbreitung von Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben und der zugehörigen Infrastruktur unterstützt werden. Gefördert werden die Beschaffung von Elektrofahrzeugen und der notwendigen Ladeinfrastruktur sowie kommunale Elektromobilitätskonzepte. Es können auch Projektskizzen im Bereich Forschung und Entwicklung eingereicht werden.
Diese Förderrichtlinie gilt bis zum 31.12.2019. Die Antragsteller werden im Rahmen von unregelmäßigen separaten Aufrufen zur Einreichung von Förderanträgen bzw. von Projektskizzen aufgefordert. >> weitere Info

Förderung der Anschaffung von Hybridbussen (BMUB)
Mit den „Richtlinien zur Förderung der Anschaffung von diesel-elektrischen Hybridbussen im öffentlichen Nahverkehr“ möchte das Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die Beschaffung von Dieselhybridbussen für den ÖPNV anregen. Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss, der sich nach der Größe des jeweiligen Verkehrsbetriebs berechnet. Die Förderung ist für kleinere Unternehmen höher. Projektskizzen sind dem BMUB bis spätestens zum 15. Februar des Jahres, in dem mit der geförderten Maßnahme begonnen werden soll, vorzulegen. >> weitere Info

Steuerliche Förderung

Befreiung von der Kfz-Steuer
Reine Elektrofahrzeuge (einschließlich Brennstoffzellenfahrzeuge) sind übergangsweise von der Kfz-Steuer ausgenommen. Elektrofahrzeuge, die zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2015 erstmalig zugelassen wurden, sind zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Für Elektrofahrzeuge mit erstmaliger Zulassung zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 31. Dezember 2020, entfiel die Kfz-Steuer zunächst für fünf Jahre. Mit dem im Entwurf vorliegenden Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr soll die fünfjährige Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge rückwirkend zum 1. Januar 2016 auf 10 Jahre ausgeweitet werden. Zudem gälte die Befreiung ebenfalls für umgerüstete Fahrzeuge. Ab dem 1. Januar 2021 erstmalig zugelassene Fahrzeuge profitieren voraussichtlich nicht mehr von dieser Sonderregelung.

Nachteilsausgleich Dienstwagenbesteuerung
Privat genutzte Firmenwagen stellen einen geldwerten Vorteil für den berechtigten Arbeitnehmer dar. Dieser geldwerte Vorteil muss u.a. nach dem Wert des Fahrzeugs (Brutto-Neuwagenlistenpreis) als Teil des steuerpflichtigen Einkommens versteuert werden. Da der Neuwagenpreis für Elektrofahrzeuge aufgrund der noch teuren Fahrzeugbatterie höher als der eines vergleichbaren konventionellen Fahrzeugs ist, gibt es seit dem Jahre 2013 einen zulässigen Abschlag von 500 Euro je kWh der Fahrzeugbatterie. Der Abschlag ist auf maximal 20 kWh limitiert. Dieser Minderungsbetrag reduziert sich jährlich um 50 Euro je kWh bis er im Jahr 2023 vollständig entfällt. Im Jahre 2016 beträgt dieser Minderungsbetrag noch 350 Euro je kWh.

Lohnsteuervorteile
Das im Entwurf vorliegende Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr soll auch Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben. Laden Mitarbeiter ihre Elektroautos beim Arbeitgeber auf, müssten sie den vergünstigten oder kostenlosen Bezug von Strom nicht mehr als geldwerten Vorteil versteuern. Neben der steuerlichen Besserstellung hat diese Regelung auch wesentliche praktische Auswirkungen. Der Arbeitgeber muss den abgegebenen Strom nicht mehr messen oder berechnen. Der Verwaltungsaufwand entfällt. Diese Regelung soll auf einen Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2020 befristet sein. Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer kostenfrei oder vergünstigt eine Ladesäule für das Laden Zuhause zur Verfügung, kann dieser Vorteil pauschal mit 25 % versteuert werden. Alle diese Vergünstigungen gelten nur, wenn der Arbeitgeber diese Vorteile zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn gewährt.

 

AKTUELLES

Dezember 2016 
Förderaufruf Elektromobilität
Seit 9. Juni 2015 fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Markthochlauf von Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben inklusive die dafür notwendige Infrastruktur. Gegenstand des aktuellen Aufrufs ist die Beschaffung von Elektrofahrzeugen im kommunalen Kontext und die damit verbundenen Maßnahmen zum Aufbau von Ladeinfrastruktur. Anknüpfend an die inhaltlichen Handreichungen und Publikationen des "Starterset Elektromobilität" kann zudem die Erarbeitung umsetzungsorientierter kommunaler Elektromobilitäts-konzepte gefördert werden. Förderanträge sind bis zum 31.01.2017 einzureichen.
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