Optionen für Biogas-Bestandsanlagen

In einem Forschungsvorhaben wollen mehrere Partner untersuchen, wie sich Betreiber von Biogasanlagen am besten auf die Zeit nach 2030 vorbereiten können.
nach Quelle: E&M PowerNews, 30. März 2017

Bis zum Jahr 2030 wird eine Vielzahl von Biogasanlagen aus der Förderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) fallen. Gleichzeitig nimmt der Anteil fluktuierender erneuerbarer Energien am Energiesystem zu. Wie Biogas-Anlagenbetreiber darauf reagieren können, untersucht jetzt im Auftrag des Umweltbundesamtes das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ), Leipzig, zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), Kassel, der Kanzlei Becker Büttner Held (BBH), Berlin, und der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Berlin.
 
Das gemeinsame Forschungsvorhaben „Optionen für Biogas-Bestandsanlagen bis 2030 aus ökonomischer und energiewirtschaftlicher Sicht“ soll zeigen, wie Bestandsanlagen sinnvoll weiter betrieben werden könnten. Im Fokus des zweijährigen Verbundprojektes steht die Frage, welche Optionen für einen Betrieb von Biogasanlagen bis 2030 existieren, welche Perspektiven sich für die Verbrauchssektoren Verkehr, Strom und Wärme ergeben und wie sie zu den Ausbauzielen der erneuerbaren Energien und zu den nationalen Klimaschutzzielen passen.
 
Vier Arbeitspakete für unterschiedliche Anlagenkonzepte
 
In insgesamt vier Arbeitspaketen will man verschiedene Aspekte zur perspektivischen Weiterentwicklung von Bestandsanlagen erforschen. Dabei werden unterschiedliche Anlagenkonzepte untersucht und geprüft, welche von ihnen besonders wertvoll für das sich verändernde Energiesystem sind, für welche Bestandsanlagen die Umrüstung zu einem dieser Konzepte technisch möglich, ökonomisch tragbar und ökologisch sinnvoll ist und welche Hemmnisse bei der Umsetzung bestehen.
 
„Ziel des Vorhabens ist es, gegenüber Betreibern von Bestands-Biogasanlagen zu definieren, welche Maßnahmen für die Umsetzung alternativer Anlagenkonzepte zu ergreifen sind und politischen Entscheidungsträger gleichzeitig möglichst konkrete Vorschläge für die notwendigen Anpassungen, etwa der rechtlichen Rahmenbedingungen mitzugeben“, fasst die Projektleiterin am DBFZ, Jaqueline Daniel-Gromke, die Zielrichtung des Projekts zusammen.
 
Das Vorhaben hat eine Projektlaufzeit bis Februar 2019. Anfang November 2017 sollen die ausgewählten Anlagenkonzepte und die Bewertungs-Matrix im Rahmen eines Experten-Workshops beim Umweltbundesamt in Dessau vorgestellt und diskutiert werden.

Autor: Armin Müller