Kartellamt prüft EnBW-Übernahme von MVV-Anteilen

Der Energiekonzern EnBW muss weiter auf die Genehmigung zur Übernahme weiterer Anteile an der MVV warten. Das Bundeskartellamt hat ein Hauptverfahren eingeleitet.
nach Quelle: E&M PowerNews, 21. August 2017
In der Frage der Übernahme weiterer Anteile an dem Mannheimer Versorger MVV durch die EnBW ist die nächste Seite aufgeschlagen. Beim Bundeskartellamt wurde in der Frage nun ein Hauptverfahren eingeleitet, so dass sich die wettbewerbliche Freigabe voraussichtlich noch bis in den November 2017 hinziehen wird. Das bestätigte die Behörde auf E&M-Nachfrage.
EnBW möchte seine Anteile an MVV auf 29 % aufstocken und hätte dadurch künftig ein strategisches Mitspracherecht in Form einer qualifizierten Minderheit bei dem Unternehmen. Aktuell hält EnBW knapp 22,5 % der Anteile, dabei hat das Unternehmen laut Medienangaben jedoch ein rein finanzielles und kein strategisches Interesse. Die Pläne zur Aufstockung der Anteile verkündete EnBW bereits im März 2017. 2004 war der Versorger mit 15,05 % bei dem Mannheimer Konzern eingestiegen und hatte seine Beteiligung im Jahr 2007 um 7,4 % erhöht.
Die Einleitung eines Hauptverfahrens sei „nicht ungewöhnlich“, sagte ein Sprecher des Bundeskartellamts gegenüber E&M. Es müsse sich dabei nicht unbedingt direkt um wettbewerbliche Bedenken handeln. Vielmehr sei es in manchen Fällen notwendig, ein Hauptverfahren einzuleiten, um weitere Informationen einholen zu können. Das ist etwa dann der Fall, wenn die Wettbewerbssituation komplex ist. Nähere Details zu dem laufenden Verfahren bezüglich EnBW und MVV wollte der Sprecher nicht nennen.
Für das Hauptprüfverfahren ist die vierte Beschlussabteilung des Amts zuständig, die sich unter anderem um die Entsorgungswirtschaft kümmert. Daraus lässt sich ableiten, dass es sich bei der Prüfung nicht um Aspekte der Energiewirtschaft dreht, da hierfür üblicherweise die achte Beschlussabteilung zuständig ist.
 
Autor: Jonas Rosenberger