Mehr Erneuerbare für den Wärmemarkt mit Hybrid-Systemen

Andreas Schnauß von der Vattenfall Wärme Berlin AG hat auf der E-world für die Kombination von KWK und Power-to-Fernwärme plädiert.
nach Quelle: E&M powernews, 08.02.2018

Bild: Fotolia@stockWERK

Mit Hybrid-Systemen aus KWK und Power-to-Heat könnten die Erneuerbaren besser in den Wärmemarkt integriert werden. Diese Verknüpfung biete damit die Chance, "enorme" Dekarbonisierungs-Potenziale im Wärmemarkt zu heben, so das Credo von Schnauß. Als Beispiel nahm er die Stadt Berlin, um seine These mit Zahlen zu untermauern.  



Die Kombination von KWK und "Power-to-Fernwärme" ist laut Schnauß deshalb sinnvoll, um zum einen das Abschalten von EE-Anlagen bei Netzengpässen zu reduzieren und zum anderen biete dies eine gute Möglichkeit, Erneuerbare in den Wärmemarkt zu bekommen. "Es kommt hierbei aber darauf an, dass man den Strom zur richtigen Zeit in den Wärmemarkt bringt", erklärte Schnauß. Dieses Hybrid-System bietet laut dem Vattenfall-Mann große Flexibilitätsoptionen, da damit sowohl eine hohe Erneuerbaren-Produktion als auch Flauten beim Wind und bei geringer Photovoltaikeinspeisung abgefangen werden könnten.

Vattenfall will in Berlin in den nächsten Jahren mehrere solcher kombinierten Anlagen errichten. Die Hauptstadt liegt bei der Stromverbrauchslast zwischen 1 000 und 2 400 MWel. Die Wärmehöchstlast liegt bei rund 10 000 MWth, die Wärme-Sommerlast hingegen nur bei 1 000 MWth. Laut Schnauß erhöht eine Power-to-Heat-Anlage mit 100 MW die Stromaufnahmemöglichkeit bereits um 10 %. Damit bringe diese Technologie eine relativ große zusätzliche Stromverbrauchs-Leistung. Die Koordinierung sollte jedoch über den jeweiligen Netzbetreiber erfolgen.

Damit werden die Netze entlastet und die Abregelungen von EE-Anlagen verringert, so Schnauß. Er betonte aber, dass trotzdem ein Netzausbau notwendig ist, um die Netzengpässe insgesamt zu verringern. Auf der Wärmeseite könnte zudem ein höherer Anteil an Erneuerbaren genutzt werden. Derzeit hätten die erneuerbaren Energien lediglich einen Anteil von 13 % im Wärmebereich, ein großer Teil werde nach wie vor über die Kohle bereitgestellt. Von den 13 % stammt der größte Teil aus der Biomasse.

Mit solchen hybriden Anlagen könnte Erneuerbaren-Strom künftig über Power-to-Heat in den Wärmemarkt gebracht werden, und die KWK würde das System effizient ergänzen.

Autor: Heidi Roider