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BAIKA-Symposium

Effizienz im Antriebsstrang – Trends und Herausforderungen

PARKSIDE, Regensburg
12. November 2014

Bericht

Mit dem neuen Format – Effizienz im Antriebsstrang- Trends und Herausforderungen – kamen erstmals über 140 Teilnehmer am 12. November nach Regensburg. Zusammen mit dem Cluster Automotive organisierte das Automotive Netzwerk BAIKA dieses Symposium in enger Kooperation mit der Continental AG. Neun spannende Vorträge und elf Fachaussteller boten einen gelungenen Rahmen zum fachlichen Austausch. In seiner Einleitung betonte Holger Czuday als Projektverantwortlicher die Bedeutung immer neuer innovativer Ideen und Lösungen für effiziente Fahrzeugantriebe bayerischer Zulieferer und OEM´s. Das Programm des Symposiums wurde zusammen mit der Continental AG entwickelt. Als bedeutender Systemlieferant für die Automobilindustrie erläuterte Herr Dr. Maiwald die Trends und Herausforderungen, vor denen die Unternehmen der Branche in allen Wertschöpfungsstufen stehen. Aus Sicht der Continental AG gibt es drei wesentliche Technologie und Innovationstreiber für den Antriebsstrang: der Gesetzgeber mit Verbrauchs- und Emissionsregularien, der Endverbraucher, der letztlich über die Eignung der Produkte entscheidet sowie der OEM als Fahrzeughersteller mit Kosten / Nutzen Betrachtungen. „Der Antriebsstrang wird weiter eine technologische Vielfalt darstellen und marktspezifische Lösungen hervorbringen“, so Dr. Maiwald. Mit seinen globalen Markterfahrungen als OEM analysiert BMW die weltweiten Trends in der Emissionsgesetzgebung und deren Auswirkungen auf automobile Produkte. Dr. Bodo Durst zeigte auf, wie sich BMW diesen Herausforderungen stellt. Das weltweit ambitionierteste Ziel mit CO2 Emissionen von 95 g/km bis 2020 gibt die EU vor, weltweit werden die CO2 Regularien bis 2025 weitestgehend angepasst sein. Alle Bemühungen und Maßnahmen dazu müssen seitens der Industrie im gleichen Maße wie bisher fortgeführt werden. Neben Elektrifizierung gibt es aber weiter signifikante innermotorische Potenziale. Regularien für weitere Emissionen wie NOX sind weltweit noch weitestgehend indifferent. Motiviert von den künftigen gesetzlichen Anforderungen zu CO2 Emissionen und Flottenverbräuchen hat die TU Wien das Projekt CULT gestartet, so Prof. Dr. Bernhard Geringer. „Mit CULT wurde erfolgreich die Kombination von Leichtbau, Micro-Hybridisierung und CNG-Antrieb umgesetzt und mit vielen weiteren Einzelmaßnahmen ein CO2-Wert von 49 g/km für einen Kleinwagen erzielt.“

Mit dem neuen effizienzoptimierten S tronic Doppelkupplungsgetriebe hat Audi ein zukunftsfähiges Baukastenmodul in der Volkswagen Konzernstrategie für den Antriebsstrang entwickelt. Michael Schöffmann identifizierte auch hier die CO2 Emissionsminderung als einen Hauptmotivator. Durch viele Einzelmaßnahmen, von Trockensumpfschmierung bis Schleppmomentverringerung konnte eine Effizienzoptimierung erreicht werden, durch das Baukastenprinzip können künftig mit diesem Getriebe weitere AUDI Derivate bedient werden. Die Auslegung für „Segeln“ und „Start Stopp Systeme“ unterstreichen weiter die Zukunftsfähigkeit des Konzeptes. Das Effizienzsteigerung von Zahnradgetrieben auch mit konstruktiven Mitteln und durch den Einsatz der additiven Fertigung erreicht werden kann, zeigte Tobias Kamps. Ziel der Entwicklungen am Fraunhofer IWU sind u.a. reduzierte Betriebskosten durch Material- und Energieeinsparung, eine möglichst große Fertigungsflexibilität und das Herstellen thermisch kritischer Spezialanwendungen. Mit der Erweiterung des aktiven Downsizings durch das Splitmotor-Konzept beschäftigt sich die TU München. Sebastian Rösler und Patrick Fischer stellten das Split-Crankshaft Engine Konzept (SCE) in Kombination mit einer Split-Clutch Unit (SCU) vor. Neben anwendungsspezifischer Optimierung der Teilmotoren führen Einsparungen von Reibverlusten durch abgeschaltete Zylinder zu erheblichen Kraftstoffeinsparungen. Ein gemeinsamer Prüfstandsaubau am LVK ermöglicht nunmehr die Entwicklung eines gemeinsamen Steuergerätes und die Inbetriebnahme und Erprobung des gesamten Antriebstranges.

Mit dem Electric Supercharger adressiert Valeo nicht nur Effizienz sondern auch „fun to drive“ – dies konnte Derrick Zechmair von Valeo anschaulich belegen. Der Einsatz des Laders in verschiedenen Fahrzeugen zeigt das enorme Potenzial für Kraftstoffverbrauch und CO2 Emission, bei gleichzeitig wesentlich höherer Dynamik. „Emotionen kommen beim Fahren mit der Super Charger Technologie nicht zu kurz, die Testfahrten mit Motorjournalisten wurden zum Event“, so Derrick Zechmair. Nicht nur mechanische Komponenten tragen zur Effizienz im Antriebsstrang bei, auch Motorsteuergeräte und dessen Software rücken beständig in den Fokus der Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Frau Dr. Bärbel Steininger von der AVL Software and Functions GmbH erläuterte den Ansatz einer Multicore Controllerfamilie von Infineon als Benchmark im Antriebsstrang unter den Gesichtspunkten von Performance und Sicherheit.

Dieses breite Themenspektrum nutzten die Teilnehmer des Symposiums für viele Gespräche und Kontakte. Davon zeugten ebenfalls die vielbesuchte Fachausstellung sowie der gelungene Ausklang beim get together.

Fachlicher Ansprechpartner 
Holger Czuday
Tel. +49 911-20671-212
Fax +49 911-20671-733