Sie waren hier: http://www.bayern-innovativ.de/querdenken2014/bericht
BAIKA-Kongress

mobilit├Ąt querdenken

AUDI Sportpark, Ingolstadt
04. November 2014

Bericht

Das Thema Mobilität verändert sich, wird vielschichtiger und komplexer. Orientierten sich Fragestellungen bislang hauptsächlich an technologischen und strategischen Aspekten der Automobilindustrie, wird es notwendig, das Thema Mobilität zukünftig in seiner ganzen Breite und Komplexität zu betrachten. Neue Akteure kommen hinzu; Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle verändern sich. Die Digitalisierung eröffnet vollkommen neue Potenziale und wird Mobilität nachhaltig verändern (Stichwort Multimodalität).

Der vom Team Mobilität und dem Automobilzulieferer-Netzwerk BAIKA der Bayern Innovativ GmbH konzipierte Kongress „mobilität querdenken“ gab erste Antworten auf einige der wichtigsten Fragen zum Thema „Zukünftige Mobilität“. Angesprochen wurden hierbei die Themenkomplexe:

Über 150 Teilnehmer aus einem breiten Spektrum der Mobilitätsbranche sowie aus zahlreichen anderen Bereichen waren vertreten und betrachteten das Thema Mobilität aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Was bewegt eine Netzwerkorganisation Bayern Innovativ dazu, sich in diesem erweiterten Kontext mit dem Thema Mobilität zu beschäftigen? Die Antwort auf diese Frage erläuterte Dr. Kord Pannkoke, Leiter Mobilität, Bayern Innovativ GmbH zum Kongressauftakt: „Der aktuelle gesellschaftliche Wandel wirkt auf vielerlei Ebenen. Wir wollen herausfinden, welche Auswirkungen speziell der Mobilitätswandel auf die Netzwerkakteure der Automobilindustrie und deren Wertschöpfungsketten hat. Urbanisierung, Konnektivität, Neo-Ökologie, Individualisierung, Digitalisierung oder demografischer Wandel - sie sorgen dafür, dass sich die Gesellschaft, das Mobilitätsverhalten der Menschen und die damit verknüpften industriellen Wertschöpfungsketten mit einer bislang nicht gekannten Geschwindigkeit verändern.“

Was bedeutet dies jetzt für das Fahrzeug der Zukunft? Pannkoke ist überzeugt: „Zukünftig muss das Auto mehr können, als nur von A nach B zu fahren.“ Doch was könnte dieses Mehr sein? Aus dieser Frage resultieren sowohl neue Betätigungsfelder „Rund um das Auto“ als auch vollkommen neue Wertschöpfungsketten und Akteure. „Wir als Netzwerkorganisation sehen daher ein großes Potenzial für die interdisziplinäre Vernetzung rund um das Automobil als zentrales Thema.“, so Kord Pannkoke. Ein hervorragendes Beispiel hierfür sei die Elektromobilität. Hier fließen Themen wie Energie, Materialien aber auch Digitalisierung zusammen. Die Aufgabe für Bayern Innovativ sei es, einen entscheidenden Beitrag zu dieser interdisziplinären Vernetzung zu leisten. „Das ist wichtig, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen: über den Tellerrand schauen und Chancen für neues Business erkennen. An diesem Punkt wollen wir mit „mobilität querdenken“ einen nachhaltigen Impuls, auch für die weitere Netzwerkarbeit von BAIKA setzen.“

Szenarien zur Mobilität von morgen

Szenarien zur Mobilität von morgen stellte Christian Labonte, Longterm Strategy & Future Innovation, Audi mobility in den Focus seiner Betrachtung. Als ein Best Practise Beispiel nannte er die Stadt Kopenhagen. Hier stimme das Beziehungsgeflecht „politischer Instanzen“, der Lebensqualität und der Einwohnerbedürfnisse für innovative Mobilität. Jedes Jahr werden 300 innerstädtische Parkplätze in Bürgersteige, Fahrradwege und Kleingärten umgewandelt. „Der Einfluss des Autos auf Stadtplanung und städtische Infrastruktur, wie wir ihn in den letzten Jahrzehnten erfahren haben, geht zurück und die Bedeutung anderer Verkehrsträger steigt.“, so Christian Labonte. Doch nicht nur die Entwicklung von Lebensräumen hat einen entscheidenden Einfluss auf die Zukunft der Mobilität. Das Leben der Menschen ist immer stärker durch Digitalisierung geprägt. Sie ist der wichtigste Treiber der Automobilindustrie. So ändern beispielsweise Mobile Devices die Mobilität nachhaltig. Zusätzlich generieren Autos riesige Datenmengen. Richtig genutzt, möchte AUDI mit diesem Wissen das Nutzungserlebnis für seine Kunden einfacher und angenehmer gestalten. „So können wir beispielsweise Dienstleistungen an Nutzungsgewohnheiten individuell anpassen oder in Echtzeit auf Verkehrsentwicklungen reagieren. “Zukünftig wird Mobilität immer stärker auf innovativen Technologien basieren. Menschen werden auch in Zukunft Auto fahren, wollen dabei aber flexibler sein. Mobilen Applikationen kommt hierbei eine zentrale Schnittstellenfunktion zu, z.B. zur Vergütung der Nutzung eines Fahrzeuges. „In wenigen Jahren werden Smartphones zu einem zentralen Element für individuelle Mobilität.“, so die Einschätzung von Christian Labonte. Für Unternehmen sei es daher essentiell, innovative Technologien zu nutzen, um schnell und flexibel auf die Nutzerbedürfnisse des 21. Jahrhunderts zu reagieren. „Denn diese haben sich grundlegend verändert. Früher hieß Premium hier: höher, schneller, weiter. Heute bedeutet es Wissen, Bewusstsein und Ungebundenheit.“, so Christian Labonte.
Diese Ungebundenheit bezieht sich auch auf die Fahrzeugnutzung, und diese sei von Markt zu Markt, von Region zu Region und von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Die Rahmenbedingungen des Autofahrens werden sich ändern. Es seien Lösungen erforderlich, die beispielsweise Antworten auf den steigenden Verkehr in den Städten und die damit verbundene Platznot liefern. „AUDI denkt heute über das Produkt „Fahrzeug“ hinaus und entwickelt innovative Mobilitätsservices. So wurde unter dem Namen AUDI unite in Stockholm eine neue Form des micro-carsharings ins Leben gerufen.“, so Christian Labonte abschließend.

Mobilitätswandel und Unternehmensstrategien

Einen umfassenden Einblick, mit welchen Strategien sich der Technologiekonzern Schaeffler auf den Wandel und die sich ändernden Bedingungen einstellt, bot Dr. Heinrich Schäperkötter, Lt. Innovationsstrategie, Innovationsmanagement, Forschungsförderung der Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG in seinem Beitrag.

Hierbei stellte Dr. Schäperkötter den Schaeffler Innovationsprozess exemplarisch am Beispiel Mobilität vor. Es werden zunächst Fragestellungen formuliert, danach mögliche Lösungswege dargestellt und letztendlich eruiert, ob sich Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle ergeben. Hierbei sei Schaeffler aufgrund seiner breiten Aufstellung in der Lage, das Thema Mobilität in seiner ganzen Komplexität zu betrachten. „Sowohl aktuelle Megatrends aus den Bereichen Gesellschaft, Technologie, Umwelt und Wirtschaft als auch Fragen zum Gütertransport und Personentransport, zur kollektiven und zur individuellen Mobilität aber auch zur Energie fließen in unsere Betrachtung mit ein.“, so Dr. Schäperkötter.

Weitere Fragestellungen, die sich das Unternehmen zur Innovationsfindung stellt sind: Wo leben die Menschen? Wie ist das Einkommen? Welches sind zentrale Bedürfnisse? Verfügt die Region über eine gut ausgebaute Infrastruktur? Systematisch und detailliert wurde im Folgenden die Situation beschrieben und analysiert. Diese Analyse führte zur Identifikation von vier Schlüsselfeldern für die Mobilität von Morgen, mit denen sich Schaeffler aktuell intensiv beschäftigt: umweltfreundliche Antriebe, Mobilität in Städten, interurbane Mobilität sowie die Energiekette.

„Somit wird klar, die Mobilität wird extrem bunt und weltweit unterschiedlich aussehen. Dies stellt eine große Herausforderung für alle beteiligten Akteure dar“, so Dr. Schäperkötter.

Nach den übergreifenden Einblicken und Einschätzungen der Industrie wurde in den nachfolgenden Vorträgen das Thema Mobilität aus verschiedenen Blickwinkeln der Wissenschaft betrachtet.

Mobilität und Digitalisierung

Frau Prof. Dr. Ulrike Stopka, Fakultät für Verkehrswissenschaften, Technische Universität Dresden erläuterte den Beitrag mobiler Applikationen zur Unterstützung zukünftiger Mobilitätsszenarien. Diese seien insbesondere geprägt durch die Veränderung von Mobilitätsformen und die zunehmende Nutzung kollaborativer Mobilität.

So wird zum Einen der öffentliche Individualtransport mehr und mehr einer gemeinschaftlichen Nutzung zugeführt (z.B. Rufbus, Taxisharing oder Charterbus); zum Anderen wird öffentlicher Verkehr durch neue Anforderungen immer mehr individualisiert (z.B. CarSharing, RideSharing oder BikeSharing). Ein integraler Ansatz hierfür sei Smart Mobility – nachhaltige, innovative, kollaborativ und multi- bzw. intermodal nutzbare Mobilitätslösungen. Hierbei lassen sich verschiedene Angebote durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien optimieren, um integrierte Mobilitätsformen und –ketten zu realisieren. Entsprechende Informationsbausteine sind beispielsweise Routenplanungsinformationen (Dauer, Kosten, CO2-Emission, Umstiegsmöglichkeiten) und Fahrzeuginformationen (ÖPNV: Barrierefreiheit, Reisefortschrittsanzeige, MIV: Connected Car und Service Informationen, Echtzeit-Verkehrs- und Umgebungsinformationen.)

„Heute ist technisch bereits vieles möglich, aber bei der umfassenden Verknüpfung und durchgängigen Integration verschiedener Mobilitätsdienste besteht noch Entwicklungsbedarf.“, so Frau Prof. Stopka. Dies bestätigt auch eine Analyse verschiedener Mobilitäts-Apps. Es gibt nur wenige Apps, die sowohl über einen hohen Innovationsgrad als auch eine hohe Nutzerbewertung verfügen. Wichtige Voraussetzung sei die Schaffung einer integrierten Datendrehscheibe und -plattform innerhalb einer deutschlandweiten Architektur mit standardisierten Schnittstellen.

Big Data und resultierende Sicherheitsanforderungen waren das Thema von Frau Prof. Dr. Daniela Nicklas, Lehrstuhl für Informatik, insb. Mobile Software Systeme / Mobilität Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Mobilität produziert viele Daten und Spuren, zum Beispiel über Mautbrücken, Handys, Navigationsgeräte, über Fotos und Twitternachrichten, über Bonusprogramme wie Payback und Microblogging. Dazu kommen Sensoren von Fahrzeugen, Überwachungskameras, Produktionsanlagen, Mobiltelefone, Fotos, Schließsysteme und Eintrittskarten. Ein Beispiel ist Googles selbstfahrendes Auto. Es produziert die gigantische Menge von 1MB/Sekunde an Daten.
Doch nicht nur die Datenmenge ist enorm sondern vor allem auch deren Komplexität.
„Daten sind ein toller Rohstoff. Dieser muss aber erst verarbeitet, um genutzt werden zu können.“ Daniela Nicklas hob vor allem auch die Risiken, welche durch BigData entstehen, hervor. „Wir hinterlassen eine Datenspur, wenn wir uns bewegen, und die wird immer umfangreicher – insbesondere  durch autonome Fahrzeuge. Die Grundfrage dabei ist: Wie gehen wir mit diesen Risiken um?“ Eine Möglichkeit sei die die Entwicklung von Systemen, welche mit kleineren Datenmengen auskommen. Aber auch eindeutige, gesetzliche Rahmenbedingungen sind notwendig, um den sicheren Umgang mit Big Data zu regeln.

Mobilität und Lebensqualität

Die bekannte Gerontologin Dr. Ellen Freiberger, Universität Erlangen-Nürnberg, betrachtete Fragen des Alterns, die Entwicklung der Altersstruktur der Bevölkerung und beleuchtete in Ihrem Vortrag, welche Anforderungen an Mobilität aus dem demographischen Wandel erwachsen. Zentrale Fragen hierbei waren: Wie kann man die Mobilität im Alter erhalten? Welches Auto braucht der ältere Mensch?
Bei älteren Verkehrsteilnehmern finden enorme physische und kognitive Veränderungen statt, welche die Verkehrstüchtigkeit erheblich beeinflussen. Hiervon betroffen sind die Gelenkbeweglichkeit, Kraft und Ausdauer, Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitungsfähigkeit, Gleichgewichtssinn, Sehkraft und Hörvermögen.
Assistenzsysteme können hier einen Beitrag zur Unterstützung leisten. Doch heutige Fahrzeuge sind hochkomplex mit vielfältigen Funktionen und überfordern ältere Menschen eher, als dass sie ihnen nutzen. Um Autos für ältere Menschen attraktiv zu machen, sollten diese derart gestaltet sein, dass Sie für die gesamte Lebensspanne sind.

Lösungsansätze für eine ressourceneffiziente Mobilität in urbanen Lebensräumen stellte Jochen Verhasselt, Head of Ambient Mobility Lab, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft & Organisation IAO vor.
Im Rahmen des Projektes HubCab wurde beispielsweise der Taxiverkehr in verschiedenen Städten analysiert. Das Ergebnis: durch gemeinsame Nutzung von Taxis können 2% an CO2 eingespart werden. Ein weiteres Projekt Urban Driven verfolgt die Zielsetzung, Fahrzeuge als Plattform zu konzipieren, um an urbane Räume mit unterschiedlichen Bedürfnissen angepasst werden zu können.
„Unser Ambient Mobility Lab arbeitet intensiv an Lösungen für die Mobilität von übermorgen. Städte spielen hierbei eine große Rolle; aktuell leben 50% der Bevölkerung in Städten. Im Jahr 2050 werden 2/3 aller Menschen in Städten leben und für den Verbrauch von 75% all unserer Energie, verbunden mit entsprechenden CO2 Emission verantwortlich sein.“, so Jochen Verhasselt.

Innovationen & Technologien

Das autonome Fahren spielt eine große Rolle in zukünftigen Mobilitätskonzepten. Technische Lösungen hierfür sind bereits vorhanden. Eine wichtige Frage, die es zu klären gilt, ist die Freigabe dieser neuen, komplexen Technologie für den Einsatz im Alltag. Walther Wachenfeld, Fachgebiet Fahrzeugtechnik, Technische Universität Darmstadt beleuchtete diese Frage ausführlich in seinem Vortrag.

Aktuelle Ansätze zur Freigabe von Fahrzeuge bauen auf der Kontrollierbarkeit durch den Fahrer auf. Beim autonomen Fahren entfällt aber der Mensch als Rückfallebene. Die aktuell verwendete Metrik zur Bewertung der Sicherheit von autonom fahrenden Fahrzeugen kann zukünftig nicht mehr allein angewendet werden, um die Freigabe zu erreichen. Ein Lösungsansatz hierfür ist evolutionärer Natur, d.h. die Automatisierung wird Schritt für Schritt weiter entwickelt und Freigabekriterien entsprechend angepasst. Ein anderer Ansatz könnte dagegen auf die Beschleunigung der Validierung und die damit verbundene Testfallgenerierung und Testdurchführung abzielen.

Inspirationen für die Mobilität der Zukunft durch neue Technologien lieferte auch Thomas Strang, Institut für Kommunikation und Navigation, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt des DLR, beispielsweise durch Innovationen aus Luft- und Raumfahrt, die sich auch für Anwendungen am Boden anwenden lassen.
Ein sehr visionäres Beispiel hierfür ist „Next Generation Train“ – das Schienenfahrzeug der Zukunft. Highlights dieser Züge sind die Halbierung des spezifischen Energieverbrauchs, Reduktion der Lebenszeit-Zyklus-Kosten sowie die Verbesserung der Fahrsicherheit und des Passagierkomforts. Dies könnte zudem durch ein effizientes Nutzungskonzept – das Konzept des dynamischen Flügelns ergänzt werden. Bei diesem wird ein Zubringerzug an einen fahrenden Hochgeschwindigkeitszug angekoppelt. Beide Züge fahren dann ein Stück des Weges gemeinsam, Passagiere können ein und umsteigen. Denkbar wäre dies auch für Frachtzüge. Voraussetzung für solche Konzepte ist die Verfügbarkeit und Verarbeitbarkeit großer Menge an verlässlichen Daten.

Mobilität quergedacht

Lernen von der Natur für zukünftige Mobilitäts- und Logistikkonzepte - Hierzu stellte Lorenzo von Fersen, Verhaltensbiologe, Tiergarten Nürnberg in seinem Vortrag zahlreiche Best Practise Beispiele aus der Natur vor, welche einen Einfluss auf zukünftige Technologien und Mobilitätsformen haben können. So das Sonarsystem der Delphine und Fledermäuse, welches bereits Einsatz bei U-Booten findet. Oder Haifischhaut und Riblets, welche zur Verringerung des Treibstoffverbrauchs in der Luftfahrt beitragen. Gute Beispiele gibt es auch bei Bienen oder Ameisen. „Vom Verhalten dieser Tiere können wir lernen, um in unserer komplexen Welt besser zu Recht zu kommen.“, so Dr. von Fersen. Angelehnt an die Futtersuche von Ameisen wurde beispielsweise ein Algorithmus zur Lösung eines kombinatorischen Optimierungsproblems entwickelt. Der Ant Colony Optimization (ACO) beruht auf Ameisenalgorithmen zur Routenerzeugung in der embedded Fahrzeugnavigation.

Abschließend plädierte Prof. em. Dr. Heiner Monheim, Universität Trier und raumkom - Institut für Raumentwicklung und Kommunikation, für eine Innovations- und Investitionsoffensive beim Einsatz von effizienten und ressourcensparenden Verkehrsmitteln und eine neue Mobilitätskultur. „Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Optimierung der Verkehrsabläufe, denn der Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen hängen neben den fahrzeugspezifischen Parametern (Gewicht, Motorisierung) entscheidend von der Fahrweise ab.“, so Monheim. Als Best Practise Beispiele nannte er die Schweiz, wo mit großem Erfolg so genannte Begegnungszonen eingeführt wurden und das Modellprogramm Shared Space. Begegnungszonen sind Straßen in denen Fußgänger Vortritt vor dem motorisierten Verkehr haben und den gesamten Straßenraum nutzen. Beim  Modellprogramm „Shared Space“, werden möglichst alle Verkehrszeichen, Signalanlagen und Markierungen beseitigt und die Verkehrsteilnehmer bewegen sich vollständig gleichberechtigt.

Für den öffentlichen Verkehr fordert Prof. Monheim ein flächendeckendes, eng verknüpftes Gesamtsystem. „Guter öffentlicher Verkehr darf nicht das Privileg weniger, großer Städte bleiben. Er muss zur Selbstverständlichkeit modernen Mobilitätsmanagements im ganzen Land, also auch in dünn besiedelten und ländlichen Regionen und kleinen Gemeinden werden.“, so Monheim. Zu einem solchen Gesamtsystem gehörte auch ein intelligenter Autoeinsatz - wie das Car-Sharing-Auto, das Pfandauto oder das Sammeltaxi.

Die neue Plattform „mobilität querdenken“ bildet den Auftakt für eine Reihe von Folgeaktivitäten im Netzwerk BAIKA. Die erhaltenen vielschichtigen Ergebnisse und Informationen aus Vorträgen, Diskussionsbeiträgen und Umfrageergebnissen münden in ein klassisches Prinzip von Verdichtung von Kompetenzen und Anforderungen. Hieraus werden dann konkrete Fragestellungen und Projekte erarbeitet.

Fachlicher Ansprechpartner
Dr.-Ing. Kord Pannkoke
Tel. +49 911-20671-159
Fax +49 911-20671-733

Fachlicher Ansprechpartner
Jennifer Reinz-Zettler
Tel. +49 911-20671-216
Fax +49 911-20671-733