Initiative will Digitalisierung des Alltags vorantreiben

Eine Wirtschaftsinitiative des Bundes soll die intelligente Vernetzung aller Dinge im täglichen Leben forcieren.
nach Quelle: E&M PowerNews, 15. März 2017
Die "Wirtschaftsinitiative Smart Living" ist geboren. Auf der Fachmesse für Sanitär, Heizung und Klima (ISH) in Frankfurt am Main haben Verbände und Unternehmen sie am 14. März 2017 ins Leben gerufen. Das Ziel: Deutschland als Leitmarkt auf dem Gebiet der Smart-Living-Technologien und Anwendungen etablieren. Gemeint ist die intelligente Vernetzung aller Dinge im täglichen Leben, wie etwa Haushaltsgeräte (in diesem Bereich auch als "Smart Home" bezeichnet). Zu diesem Zweck wird das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) eine Geschäftsstelle einrichten, die zentraler Ansprechpartner aller Akteure sein soll. Verschiede Branchen sollen über sie verknüpft und einheitliche Qualitäts- und Sicherheitsstandards gesichert werden. Ziel ist auch die Sensibilisierung von Gesellschaft und Wirtschaft für das Thema.
 
Geräte, die miteinander vernetzt werden, können zur Energieeinsparung, zu mehr Komfort oder auch zur Unterstützung altersgerechten Wohnens beitragen. Über das Internet werden sich zunehmend immer mehr Geräte bedienen lassen, ohne selbst vor Ort zu sein.
 
„Die Gründung der Wirtschaftsinitiative Smart Living ist ein wichtiger Schritt hin zu einer branchenübergreifenden Zusammenarbeit in diesem Zukunftsmarkt. Wir müssen die Innovationsdynamik bei Smart-Living-Technologien steigern, wenn wir vorne mit dabei sein wollen", erklärt Staatssekretär Matthias Machnig vom BMWi. „Wir haben es selbst in der Hand, Smart Home in Deutschland zu einer Erfolgsgeschichte zu machen“, sagte auch Klaus Mittelbach vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).
 
Enorme Wachstumschancen
 
Laut dem Statistik-Portal Statista.com wird am Smart-Home-Markt 2017 ein Umsatz von rund 1.3 Mrd. Euro erwartet. Eine BMWi-Studie schätzt den Anstieg des Marktvolumens allein in Deutschland auf rund 20 Mrd. Euro im Jahr 2025.
 
Die Voraussetzungen, Smart Home zu einem Massenmarkt zu entwickeln, sind also günstig. Wie der Elektro- und Informationstechnikverband VDE Anfang September 2016 jedoch beklagte, behinderten konkurrierende Ansätze bisher den Durchbruch. Zwar gab es in den vergangenen Jahren mehrere Fördermaßnahmen des BMWi. Dabei habe sich jedoch gezeigt, dass "weitere Anstrengungen dringend unternommen werden müssen", um den Absatz an Smart-Living-Produkten zum Vorteil deutscher Hersteller und Anbieter zu stimulieren, erklärt das Wirtschaftsministerium. Im Juni 2016 hatten 26 Unternehmen und elf Verbände für die Gründung der Initiative gestimmt und entsprechende Vorarbeiten initiiert.
 
"Um die Marktentwicklung zu beschleunigen und die Erfolgschancen für deutsche Unternehmen zu erhöhen, müssen einheitliche Sicherheitsstandards und gewerkeübergreifende Interoperabilität geschaffen werden", so der Elektro- und Informationstechnikverband VDE. Gleichzeitig müssten Endkunden, Handel und Handwerk besser über das Thema aufgeklärt werden. Industrie und Verbände hatten daher für die Einrichtung der Wirtschaftsinitiative plädiert.
 
Autor: Jonas Rosenberger