Reha für die Heizung

Kliniken haben hohe Anforderungen, wenn es um ihre Energieversorgung geht. Für deren Betriebsverantwortung können sie durch ein Contractingmodell entlastet werden.
nach Quelle: E&M powernews, 16.02.2018

Medizinische Einrichtungen stehen unter hohem Kostendruck. Die Versorgung mit Energie muss deswegen kostengünstig sein, zugleich sollten aber die Anlagen mit hoher Verfügbarkeit und hohem Wirkungsgrad arbeiten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Reduktion von Schadstoffemissionen aus den Energieanlagen.

Wie sich diese Vorgaben unter einen Hut bringen und umsetzen lassen, zeigt der Contractor Südwärme im Klinikum Hochried im oberbayerischen Murnau am Staffelsee. Das 1954 gegründete Krankenhaus ist eine Fachklinik für stationäre medizinische Rehabilitation für Kinder und Jugendliche. Behandelt werden dort jährlich etwa 2 000 Patienten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, rund 1 500 in der stationären medizinischen Rehabilitation, etwa 100 Patienten in der pädiatrischen Akutklinik sowie weitere 300 ambulant im klinischen Therapie- und Förderzentrum.

Der Klinikträger, die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V., stellt nicht nur medizinisch und therapeutisch hohe ethische Anforderungen, sondern wollte diese auch beim Umweltschutz und bei der Energieversorgung umgesetzt sehen. Dazu sollten die bisherigen Energieerzeugungsanlagen samt Nahwärmenetz umfassend saniert und modernisiert werden.


Pufferspeicher verhindern häufiges Takten des Motors

Für die Umsetzung entschied man sich für ein Contractingkonzept, das der Energiedienstleister Südwärme, Unterschleißheim bei München, in Kooperation mit seinem Kompetenzzentrum Julius Gaiser GmbH & Co. KG, Ulm, realisierte. Installiert wurde ein Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 97 kW.

Der damit erzeugte Strom wird überwiegend direkt durch die Klinik Hochried verbraucht und ist kostengünstiger als fremdbezogener Strom. Ein möglicher Überschuss geht in das öffentliche Netz und wird vom Netzbetreiber mit dem „üblichen Preis“ zuzüglich des Kraft-Wärme-Kopplungszuschlags vergütet.
Die Wärmeerzeugung des Blockheizkraftwerks produziert etwa die Hälfte der benötigten Menge. Die restlichen 50 % werden über zwei neue Erdgasbrennwertkessel mit 162 kWth bereitgestellt. Dadurch wird einerseits der Spitzenbedarf gedeckt und zum anderen die Versorgung der Klinik gewährleistet, falls es im BHKW zu einer Störung kommt.

Die Zu- und Abschaltung des BHKW und der beiden Kessel erledigt die neue Regelungstechnik vollautomatisch. Um ein häufiges Schalten der Anlage zu vermeiden, sind zusätzlich zwei Wärmepufferspeicher installiert.
Im Rahmen des neuen Energiekonzepts wurden sowohl die komplette Energiezentrale als auch acht Unterstationen, die über das Nahwärmenetz verbundenen sind, modernisiert. Eine moderne Steuer- und Regelungstechnik überwacht alle Bausteine der Energieversorgung der Klinik.

Investiert in die neue Energieversorgung hat die Klinik selbst; die Summe lag bei knapp 1,4 Mio. Euro. Der Contractor Südwärme ist für Planung, Bau sowie den wirtschaftlichen und effizienten Betrieb der Energieversorgung zuständig. Zu dem Betreiber-Contractingvertrag mit insgesamt zehn Jahren Laufzeit gehört auch ein 24-Stunden-Service.

Das Klinikum wird damit nicht nur vom hohen Aufwand für Administration und Betrieb der Anlage entlastet, es spart auch jährlich rund 90 000 Euro an Energiekosten ein, emittiert weniger Schadstoffe in die Umwelt und hat gleichzeitig die Verfügbarkeit der Anlage erhöht.

Autor: Armin Müller

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