Urbane Logistik soll Elektromobilität anschieben

Um intelligente Vernetzung und smarte Mobilitätslösungen, aber auch um den Einsatz von Elektrofahrzeugen, geht es beim Modellprojekt Urbane Logistik in Hannover.
nach Quelle: E&M PowerNews, 10. Oktober 2017
Volle Straßen in Wohnquartieren, Verkehrslärm und Emissionen erfordern neue Konzepte für den Wirtschafts- und Lieferverkehr. Denn Paketdienste und Speditionen tragen mit ihren Dieselflotten wegen des zunehmenden Online-Handels stark zur Belastung der Innenstädte mit Schadstoffen bei. Nachdem das Bundesforschungsministerium jetzt mit 2 Mio. Euro Fördermitteln grünes Licht gegeben hat, ging das Pilotprojekt Urbane Logistik in Hannover an den Start.
„Wir wollen Modellregion für den Lieferverkehr der Zukunft werden. Es geht um saubere, leise, effektive und damit zukunftssichere Logistikkonzepte für unsere Städte“, erklärte Stefan Schostok (SPD), Oberbürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt.
Als Partner mit an Bord sind neben den Stadtwerken Hannover, die Leibniz Universität Hannover, die Hochschule Hannover, das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik an der TU Braunschweig, das Land Niedersachsen, Volkswagen Nutzfahrzeuge und der Paketzusteller Deutsche Post DHL.
Intelligente Vernetzung und smarte Mobilitätslösungen sollen den städtischen Liefer- und Logistikverkehr effizienter und ressourcenschonender gestalten, digitale Kommunikations- und Steuerungstechniken sollen dabei helfen, bedarfsgerechte Transporte zu organisieren und unkoordinierte Leerfahrten zu vermeiden. „Der Einsatz von elektrisch angetriebenen Lieferfahrzeugen soll maßgeblich einen Beitrag zur Luftreinhaltung in den Städten leisten“, hieß es bei der Vorstellung des Projekts in Hannover.
Elektrotransporter Streetscooter auf die Hannover
Der Paketdienstleister DHL wird in Teilen der Landeshauptstadt seine Lieferflotte auf Elektrofahrzeuge, die vom Unternehmen selbst entwickelten Streetscooter, umstellen. Sie sollen neben Elektrofahrrädern, die im Großraum Hannover bereits in größerer Anzahl für die Postzustellung genutzt werden, zum Einsatz kommen.
Die Stadtwerke Hannover wollen die Infrastruktur dafür bereitstellen und in den kommenden drei Jahren das Ladenetz für Elektroautos intensiv ausbauen. „Die Initiative Urbane Logistik ist für uns besonders wichtig; denn für dieses Kundensegment wollen wir die richtigen Lösungen anbieten“, bekräftigte Vorstandschefin Susanna Zapreva. Dazu zählten auch Abrechnungsservices. Zapreva kündigte zudem an, den eigenen Fuhrpark auf E-Fahrzeuge umzustellen.
Um wirklich nachhaltige Szenarien zu erreichen, werde es neben Elektrofahrzeugen auch praktikable Kompromisse und Technologien wie Hybrid- und Erdgasantriebe oder moderne Dieselmotoren geben müssen, betonte Eckhard Scholz, Vorstandschef von Volkswagen Nutzfahrzeuge. „Gerade in den Städten müssten Hersteller, Kommune, Logistik, Handel und Handwerk gemeinsam nachhaltige Lösungen für saubere Luft suchen.
Ziel des Projekts ist auch die Entwicklung eines webfähigen Systems zur Simulation unterschiedlicher Räume in der Stadt, das Daten für alternative Logistikkonzepte liefern und auf andere Städte übertragbar sein soll. Zu den ersten Projektbausteinen zählen der Aufbau einer wissenschaftlichen Kompetenzregion, für die Volkswagen und Stadtwerke Forschungsarbeiten fördern und Promotionsstipendien finanzieren wollen, der Aufbau eines Verkehrsmanagementsystems, sowie die Simulation und Erprobung neuer Zustell- und Fahrzeugkonzepte unter Beteiligung der Bürger.
 
Autorin: Sybille Nobel-Sagolla