Netzausbau möglichst vermeiden

Eine Arbeitsgruppe beim VDE sucht nach Lösungen für ein nachhaltiges und finanzierbares Lastmanagement, das sich vor allem auf Haushalte und deren Umfeld erstreckt.
nach Quelle: E&M PowerNews, 23. August 2017


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 Interoperable und intelligente Lösungen sind nach Worten von Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE), notwendig, um einen über höhere Netzentgelte zu finanzierenden Netzausbau zu vermeiden.
Beim VDE wurde deshalb eine Arbeitsgruppe gegründet, die derzeit 50 Experten aus verschiedenen Verbänden umfasst und sich speziell Fragen des Lastmanagements widmet.
Ziel ihrer Arbeit ist es, die Voraussetzungen für einen möglichst hohen Grad an Eigenstromnutzung zu schaffen. „So lokal wie möglich und sinnvoll, organisiert durch einen Energie- und Leistungsmanager“, umschreibt eine Mitteilung des VDE das Anforderungsprofil an ein tragfähiges Konzept. Der Energiemanager soll alle intelligenten Verbraucher und Erzeuger in einem Haushalt miteinander verbinden und die verfügbare Leistung so verteilen, wie es den Vorgaben des Kunden entspricht. So könne gewährleistet werden, dass nur in besonderen Fällen vor- oder nachgelagerte Netzebenen in Anspruch genommen werden. Über eine Kaskadierung von Energie- und Leistungsmanagern sei eine optimale, marktgesteuerte Nutzung der im Netz vorhandenen Energie möglich.
„Weiterhin gilt aber auch, dass dieses marktgesteuerte Lastmanagement durch ein netzdienliches ergänzt werden muss, bei dem im Falle kritischer Netzsituationen die Netzbetreiber regelnd auf die Energiemanager und damit alle mit diesen verbundenen Verbrauchern und Erzeuger einwirken können“, fordert der VDE-Vorstandsvorsitzende Ansgar Hinz. Nur so könne der Netzbetreiber die zwingend zu priorisierende Netzstabilität garantieren.
Bei der Suche nach technisch und wirtschaftlich umsetzbaren und interoperablen Ansätzen will der VDE die Expertise seiner Spezialisten in der Normung, Standardisierung, Prüfung und im Qualitätsmanagement einbringen. Denn letztlich gehe es darum, Herstellern und Anwendern von Lastmanagementsystemen Planungs- und Investitionssicherheit zu geben.
„Durch die Einbringung in die internationale Normung können sich darüber hinaus die deutschen Hersteller als Technologietreiber der Energiewende positionieren und Antworten auf Fragen anbieten, die sich in vielen internationalen Stromnetzen, auch unterschiedlicher Netztopologien, ebenso stellen“, betont Hinz.
In der Arbeitsgruppe beim VDE sind der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft, der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Verband der Automobilindustrie (VDA), das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE/FNN), der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) sowie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) vertreten. Die Spezialgebiete der Mitglieder erstrecken sich von den Elektrofahrzeugen über die Elektrische Systemtechnik für Heim und Gebäude bis hin zu Messsystemen für Elektrizität.
 
Autor: Fritz Wilhelm