Wärmewende und Wärmenetze im Blick

Das Bundesland Rheinland-Pfalz will bis 2050 weitgehend klimaneutral werden und setzt dabei auf die Wärmewende.
nach Quelle: E&M PowerNews, 04. Dezember 2017

Der Wärmesektor ist für rund 44 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen verantwortlich. Will man die energie- und klimapolitischen Ziele erreichen, muss also diesem Bereich mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Mit der nun vorliegenden Wärmestudie für die Region Eifel und Trier sei es gelungen, entsprechende Ziele sowie Handlungsfelder zu benennen, sagte Energiestaatssekretär Thomas Griese auf dem Fachkongress „Wärmesektor“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz in Trier.
 
Die Wärmestudie zeige, dass sowohl bei privaten Haushalten wie auch bei Gewerbe und Industrie künftig noch erhebliche Anstrengungen zur Minderung des Wärmeverbrauchs nötig sind. Man brauche dazu weitere Wärmenetze, in die auch die Wärmequellen Solarthermie und Abwärme eingebunden werden müssen. Die Nutzung der knappen Ressource Biomasse muss im Einzelfall geprüft werden. Zugleich will man laut Griese das Informations- und Beratungsangebot in den Bereichen Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien ausbauen.
 
Das Wärmekonzept für die Region Eifel und Trier zeigt weitere Handlungsmöglichkeiten auf. Solche sind etwa die Unterstützung der kommunalen Wärmeplanung, die interkommunale Zusammenarbeit bei der Wärmewende und eine Regionalinitiative Wärmenetze in der Region Eifel und Trier. Dazu kommen energetische Quartiers- und Gebäudesanierung und die Kombination von Nahwärmenetzen mit der Verknüpfung von Strom und Wärme vor Ort.
 
Mit dem Landesförderprogramm „Zukunftsfähige Energieinfrastruktur“ (Zeis) hat das Land laut Griese bereits neun Kommunen beim Bau von Nahwärmenetzen finanziell unterstützt. Investiert wurden dabei mehr als 12 Mio. Euro. Daneben helfe das Umweltministerium mit einem Förderprogramm den Kommunen bei der Erstellung von energetischen Quartierskonzepten und deren Umsetzung durch Sanierungsmanager.

Autor: Armin Müller