Bayerische Wirtschaft gegen schärfere Klimapolitik

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) hat bei der Vorstellung ihres aktuellen Energiewende-Monitorings die deutsche Klimapolitik kritisiert.
nach Quelle: E&M PowerNews, 06. Dezember 2017
Nach Ansicht der Bayerischen Wirtschaft steckt die Energiewende fest. „Sie kostet bis 2025 insgesamt 520 Milliarden Euro, davon sind bis 2015 rund 180 Milliarden Euro angefallen“, rechnet der VBW-Präsident Alfred Gaffal vor. Zwar sei die Stromversorgung in Deutschland und Bayern sicher, aber der Strom werde immer teurer. „Hauptpreistreiber ist die EEG-Umlage. Die Strompreise für Unternehmen und Haushalte liegen erheblich über dem Wert von 2008 und im internationalen Vergleich an der Spitze“, kritisiert Gaffal.
 
Angesichts stagnierender Emissionen und der zu erwartenden Zielverfehlung bei der CO2-Reduktion bis 2020 kritisiert die Bayerische Wirtschaft, dass trotz Milliardenförderungen diese Fehlschläge nicht mehr hinnehmbar seien. Der Wirtschaftsverband spricht sich deutlich gegen eine weitere Verschärfung der deutschen Klimapolitik aus. „Im Klimaschutzplan 2050 hat die Bundesregierung willkürlich tonnenscharfe Sektorziele gesetzt. Eine Prüfung der technologischen und wirtschaftlichen Machbarkeit fehlt – ebenso die Angleichung an europäische Standards“, kritisiert Verbandspräsident Gaffal. „Statt unsere Wirtschaft einseitig zu belasten, brauchen wir einen europäischen Energiebinnenmarkt mit gemeinsamen Regeln“, fordert Gaffal.
 
Auch nationale Alleingänge müssen nach Einschätzung der Bayerischen Wirtschaft insbesondere auch in der Mobilitäts-Debatte vermieden werden. Gaffal sprach sich für den Dieselantrieb aus, um die Klimaziele erreichen zu können. Zudem müsse die künftige Bundesregierung die bislang ungenutzten Energieeinsparpotenziale in den Wohngebäuden ins Visier nehmen. Trotz steuerlicher Förderung reichten die energetischen Sanierungsmaßnahmen nicht aus, um auf diesem Gebiet schnellere Fortschritte zu erzielen.
Autor: Kai Eckert

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