Mehr als eine Brückentechnologie

Die Kraft-Wärme-Kopplung wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut.
nach Quelle: Bayern Innovativ, Dezember 2015

Innovationen bei Flexibilität und Effizienz der Anlagen machen die Technologie noch wichtiger. Der weitere Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung ist ein erklärtes Ziel der deutschen und nicht zuletzt der bayerischen Energiepolitik. Die Vorteile liegen auf der Hand: KWK-Anlagen ermöglichen die gesicherte Bereitstellung von Strom, Dampf und Wärme sowie Kälte und können mit Nutzungsgraden über 80 Prozent die Energieeffizienz in der Strom- und Wärmeversorgung erheblich steigern.

Zudem können sie zentral wie dezentral, wärme- bzw. stromgeführt und mit fossilen wie regenerativen Brennstoffen betrieben werden. Damit sind KWK-Anlagen vielfältig einsetzbar, vom kleinen „Kraftwerk“ für  die Versorgung eines Einfamilienhauses über die Versorgung von Wohn- und Gewerbeanlagen mit Blockheizkraftwerken (BHKW) bis hin zu großen Heizkraftwerken zur Strom- und Fernwärme-Versorgung.
Aktuell beträgt der Anteil der KWK an der Stromerzeugung in Deutschland zirka 17 Prozent. Das 2016 in Kraft tretende neue KWK-Gesetz zielt darauf ab, den Anteil der Nettostromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen bis zum Jahr 2020 auf  110 TWh und 2025 auf 120 TWh, dies entspricht mehr als 25 Prozent an der regelbaren Nettostromerzeugung –  also insbesondere abzüglichdes in Photovoltaik- und Windkraft-Anlagen erzeugten, nicht KWK-fähigen Stroms –  zu erhöhen. . KWK wird zukünftig als effizienteste Option für die Rückverstromung saisonal gespeicherter regenerativ erzeugter Energien und als Partner von Power-to-Gas als wesentliche Stütze der Versorgungssicherheit gesehen.  Auch Power-to-Heat ist eine Ergänzung zu KWK: Bei Stromüberschuss werden die Wärmespeicher elektrisch beheizt, eine Stromerzeugung über die KWK-Anlage entfällt.

 

 Großwärmespeicher zur Fernwärmeversorgung der
N-Ergie AG Nürnberg. Bild N-Ergie AG

Handlungsfelder

Aktuelle Entwicklungen zielen darauf, die Wirkungsgrade von BHKW-Modulen weiter zu verbessern, einen noch flexibleren Betrieb mit unterschiedlichsten Brennstoffen zu ermöglichen und das Abgasverhalten zu optimieren. Gleichzeitig spielt die Systemintegration von BHKW eine immer wichtigere Rolle, beispielsweise für den Aufbau virtueller Kraftwerke. Moderne Steuerungen und Schnittstellen ermöglichen dabei das Zusammenwirken von KWK mit Solarthermie, Power-to-Heat und Speichermanagement.

Innovative Geschäftsmodelle

Kleinere KWK-Anlagen sind hervorragend für wirtschaftliche Lösungen in der Gebäudewirtschaft, im Handwerk und im Handel geeignet. Erfolgreiche Beispiele auf kommunaler Ebene zeigen die Stadtwerke Augsburg mit ihrer aktuellen Mieterstromlösung und die Stadtwerke Hassfurt, die KWK mit innovativen Wärmenetzkonzepten kombinieren. „Eine erfolgreicheEnergiewende umfasst alle Bereiche –  den Strom- wie den Wärme- und den Kältemarkt sowie auch die Mobilität. Unabdingbare Voraussetzung ist eine Aufhebung der noch bestehenden Markt- und Systemgrenzen“, ist Dr. Robert Bartl, Leiter des Clusters Energietechnik, überzeugt. Im Gegensatz zu vielen konventionellen Kraftwerkstechnologien ist die KWK-Technologie keine Übergangslösung, sondern eine dauerhafte Schlüsseltechnologie für Versorgungsansätze.

Ansprechpartner:
Torsten Urban, 
Cluster Energietechnik 
urban@bayern-innovativ.de

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