Langsamer Rückgang des Heizenergie-Verbrauchs

Der Rückgang des witterungsbereinigten Energieverbrauchs kommt nur schleppend voran. Das geht aus der Energiekennwerte-Studie 2016 des Energiedienstleisters Techem hervor.
nach Quelle: E&M PowerNews, 29. November 2016

Nach der Erhebung, die das Unternehmen jetzt erstmals auch als ePaper auf seiner Website veröffentlicht, sank zwischen 2008 und 2015 der witterungsbereinigte Verbrauch für Erdgas, Heizöl und Fernwärme um rund 1,2 % pro Jahr. Um wie geplant den Wärmeverbrauch von Gebäuden bis 2020 um 20 % zu reduzieren, wäre ein annähernd doppelt so hoher Rückgang nötig gewesen. Insgesamt, so die Schlussfolgerung aus den Zahlen, laufen die energetischen Modernisierungen des Gebäudebestandes zu langsam. Der tatsächliche Energieverbrauch für Heizwärme, also ohne Witterungsbereinigung, ist 2015 sogar gestiegen.
 
Die Energiekennwerte-Studie basiert auf Daten, die im Rahmen der Verbrauchsabrechnungen (Heizung und Warmwasser) für das Jahr 2015 deutschlandweit in rund 1,5 Mio. Wohnungen in 130 000 Mehrfamilienhäusern erhoben und anonymisiert ausgewertet wurden.
 
Ergänzt wurden sie um eine repräsentative Befragung von 2 000 Mietern in Mehrfamilienhäusern zu deren Heiz- und Lüftungsverhalten. Die Antworten zeigen, dass es hier zum Teil immer noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten gibt. So gaben 16 % der Befragten an, das Schlafzimmer auch im Winter durchgehend zu lüften, 10 % lassen die Heizung auch bei Abwesenheit unverändert laufen. 40 % der Bewohner kennen laut Techem die Einstellung ihrer Heizkörper-Thermostatventile nicht.
 
Technische Lösungen wie Monitoring-Assistenzsysteme oder Steuerungen über Smart Home können das Verbrauchsverhalten optimieren. Auch der Betrieb von Heizungen über Contracting-Dienstleister zeigt nach den Auswertungen von Techem einen höheren Jahresnutzungsgrad dieser Anlagen.

Autor: Armin Müller

Weitere Informationen:
http://www.techem.de/ueber_techem/energiekennwerte.html