Brennstoffzellenbranche setzt auf Wachstum

Der Anlagenbauerverband VDMA erwartet ein massives Wachstum des Marktes für kleine Brennstoffzellen-BHKW zur Versorgung von Wohngebäuden mit Strom und Wärme.
nach Quelle: E&M PowerNews, 26. April 2017
Unternehmen des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gehen davon aus, dass sie 2017 insgesamt etwa 5 000 Brennstoffzellen für die stationäre Energieversorgung, darunter etwa 3 550 Klein-BHKW für Ein- und Zweifamilienhäuser produzieren und verkaufen werden. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 1 500, darunter gut 1 200 für die Erzeugung von Strom und Wärme für Wohnhäuser. Die deutsche Brennstoffzellenindustrie will so ihren Jahresumsatz mit Brennstoffzellen-Heizgeräten und Stromversorgungsanlagen von etwa 100 Mio. Euro 2016 auf 190 Mio. Euro im laufenden Jahr steigern.
 
Für den Zeitraum der nächsten fünf Jahre rechnen die Unternehmen sogar mit einem noch rasanteren Wachstum. Bis 2022 sollen in Deutschland jährlich bis zu 52 000 kleine Brennstoffzellen-BHKW produziert und überwiegend im Inland verkauft werden. Diese Zahlen gehen aus dem jüngsten Konjunkturspiegel der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen hervor, die auf einer Befragung der Branchenunternehmen basiert.
 
„Wir rechnen mit über 90 000 Brennstoffzellen-Heizgeräten und Netzersatzanlagen in 2022 für die Installation in Deutschland und in Exportmärkten“, erklärte Manfred Stefener, Geschäftsführer des Brennstoffzellenproduzenten Elcore und Vorstandsvorsitzender der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen. In Deutschland werden bis 2022 Brennstoffzellen mit zusammen über 100 MW Leistung installiert, prophezeite er. Basis des erwarteten Wachstums seien konsequente Kostensenkungen und Skaleneffekte bei der Produktion.
 
Die Ankündigung des Bundeswirtschaftsministeriums, das im letzten Jahr aufgelegte KfW-433-Programms zur Technologieeinführung von Brennstoffzellen-Heizgeräten für Ein- und Zweifamilienhäuser auf Mehrfamilienhäuser, Gewerbe und Contractoren auszuweiten, bestärke die Wachstumsprognosen, so Stefener am 26. April bei der Hannover Messe.
 
Brennstoffzellen für Einfamilienhäuser bieten untere anderem Bosch, Elcor, Solidpower, Senertec und Viessmann an. Sie werden in der Regel mit Erdgas oder Bioerdgas betrieben und versprechen mehr Effizienz als andere Nutzenergieerzeuger.

 Autor: Peter Focht