Eon kooperiert mit Google

Eon ist im Geschäftsfeld Solarenergie eine Partnerschaft mit dem Internetriesen Google eingegangen. Der Energiekonzern will damit die Entwicklung digitaler Produkte vorantreiben.
nach Quelle: E&M PowerNews, 03.Mai 2017
Eon und Google bieten ab sofort die Internetplattform Sunroof in Deutschalnd an, teilten beide Unternehmen am 3. Mai mit. In den USA führte der IT-Riese die Plattform im Jahr 2015 ein und deckt dort mittlerweile rund 60 Mio. Gebäude ab. Nun soll die Technologie auch den Deutschen die Nutzung von Solarenergie schmackhaft sowie Lust auf die Produkte von Eon machen. Google erhält für seine Technologie Lizenzgebühren. Mit dabei ist der Softwarehersteller Tetraeder, ein Ingenieurbüro aus Düsseldorf, das auf Analyse- und Prognosetechnologien für Solarpotenziale sowie auf die hocheffiziente Verarbeitung großer Datenmengen mit Raumbezug spezialisiert ist.
 
Zum Start der Plattform, die exklusiv auf eon-solar.de eingebunden ist, sollen bereits mehr als 7 Mio. Eigenheimbesitzer bundesweit das Solarpotenzial ihrer Dachflächen berechnen können – darunter in Ballungsgebieten wie München, Berlin, Rhein-Main oder dem Ruhrgebiet. Die Hausbesitzer müssten dafür lediglich ihre Adresse online eingeben. Mit 3D-Modellen und einer selbstlernenden Software soll Sunroof in der Lage sein zu berechnen, wie viel Sonnenlicht auf das jeweilige Dach im Jahr fällt. Dazu nutzt die Software auch die beiden Dienste Google Earth und Google Maps. Sunroof berücksichtigt dabei zudem prognostizierte Wetterdaten, die Position der Sonne zu unterschiedlichen Jahreszeiten, Fläche und Neigung des Daches sowie den Schatten umliegender Gebäude oder Bäume. Am Ende „übersetzt“ Sunroof die ermittelte Licht- in Energiemenge sowie potenzielle Kostenersparnis.
 
Entwicklung weiterer digitaler Produkte für den Energiemarkt geplant
 
Anschließend kann der potenzielle Kunde ein Angebot von Eon einholen, bestehend aus Photovoltaik-Modul, Aura-Batteriespeicher sowie der „Eon SolarCloud“. Die Solarcloud wurde erst Anfang April von dem Energiekonzern auf den Markt gebracht, wie E&M berichtete. Auf dem eigenen Dach produzierter PV-Strom könne in der Solarcloud auf einem virtuellen Stromkonto gespeichert werden „und rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr“ wieder abgerufen werden, teilte das Unternehmen damals mit. Eon wirbt damit, dass der Kunde in den Sommermonaten Kilowattstunden ansparen kann, um den Strom bei Regen oder im Winter zu nutzen. Das Guthaben des virtuellen Stromspeichers kann per Smartphone-App oder Laptop kontrolliert werden.
 
Hinter der Partnerschaft steckt das Ziel, große vorhandene Datenmengen besser nutzen zu können. „Mit Sunroof gelingt es uns, den Vertrieb von Solaranlagen stärker zu digitalisieren und so die Attraktivität von Photovoltaik weiter zu steigern“, sagt Eon-Vorstandsmitglied Karsten Wildberger. Hier werde das Potenzial deutlich, das Digitalisierung für den weiteren Erfolg der Energiewende entfalten könne.
 
Für Google ist das nicht der erste Deal, um auf dem deutschen Energiemarkt Fuß zu fassen. Über die Google-Tochter Nest Labs bietet der IT-Konzern seit Anfang des Jahres bereits Smart-Home-Produkte an. In Deutschland kommen zunächst Rauchmelder und Kameras auf den Markt. Im Laufe dieses Jahres werde dann auch noch das lernende Thermostat erhältlich sein, teilte das Unternehmen im Januar mit. Nach den Vorstellungen von Nest könnte das lernende Thermostat als Energiezentrale für das vernetzte Haus dienen, über die weitere Geräte gesteuert werden.
 
Auch mit Sunroof werden Nutzerdaten gesammelt. Mittelfristig sollen möglichst viele deutsche Haushalte erfasst werden, teilten Google und Eon weiter mit. Parallel prüfen die Partner, ob das System auf weitere Länder ausgerollt werden kann. Neben Sunroof wollen Eon und Google auch bei der Entwicklung von Start-ups sowie in den Bereichen digitales Marketing und digitale Transformation kooperieren.
 
Autorin: Heidi Roider