Weniger Reste aus Gülle

Etwa auf die Hälfte soll ein neues Aufbereitungsverfahren Gülle- und Gärreste reduzieren; es wird auf der diesjährigen Energy Decentral in Hannover vorgestellt.
nach Quelle: Energie & Management Powernews, 6. Oktober 2016
Die vollautomatische Aufbereitungsanlage „Kumac“ hat der deutsche Biogasspezialist Weltec Biopower, Vechta, entwickelt. Sie kann bei Tierhaltern und Betreibern von Biogasanlagen eingesetzt werden und erzeugt aus dem Ausgangsstoff in einem vierstufigen Verfahren klares Wasser, flüssiges Düngerkonzentrat und einen Feststoff, der weiter genutzt werden kann. Insgesamt sollen mit der Anlage die Abfallmengen reduziert, der Transport vereinfacht und der Nährstoffüberschuss verringert werden. 
Für Kumac wurden laut Projektierer bisher bewährte Einzelverfahren und Eigenentwicklungen miteinander kombiniert. In einem ersten Schritt mischt man der Gülle und den Gärresten Flockungsmittel bei, um die festen und flüssigen Stoffe voneinander zu trennen. Damit ist zum einen ein Teil der Nährstoffe fixiert, zum anderen kann man die Feststoffe mit einer Siebbandpresse effizienter von der flüssigen Phase trennen. Additive sorgen hier für weniger Geruchsemissionen. Der entwässerte Feststoff weist einen Trockensubstanzgehalt von ungefähr 30 Prozent auf und lässt sich als Dünger, Kompost, Tiereinstreu oder als Biogassubstrat nutzen. Die verbleibende Flüssigkeit wird weiterbehandelt und durch ein Flotationsbecken geführt, damit weitere kleine Partikel und Schwebstoffe abgetrennt werden können. Letzte feste Teilchen entfernt danach ein Feinfilter.   Der größte Teil ist klares Wasser   Im nächsten Prozessschritt durchläuft das Filtrat eine dreistufige Umkehrosmose, um Salze und Nährstoffe zu konzentrieren. Übrig bleibt dann ein flüssiger und stickstoffreicher Dünger, der nur noch ein Viertel des Ausgangsvolumens hat. Den größten Anteil der Aufbereitungsprodukte bildet laut Weltec mit rund 50 Prozent klares Wasser, das nach einer Behandlung im Ionentauscher in den Wasserkreislauf zurückgeführt werden kann.
Das skalierbare System ist modular aufgebaut und kann bereits ab 50 000 Tonnen Gülle oder Gärrest pro Jahr eingesetzt werden; eine Kombination mehrerer Kumac-Linien erhöht die Verarbeitungskapazität. Ein hoher Automatisierungsgrad soll den Personalaufwand für den Betrieb auf ein Minimum beschränken. Die Endprodukte bestehen etwa zur Hälfte aus Wasser, das eingeleitet werden kann, und zu jeweils einem Viertel aus Feststoffen und Nährstoffkonzentrat, deren effiziente Nutzung die Gesamtwirtschaftlichkeit der Aufbereitungsanlage erhöht.
Das System wird nach Angaben der Entwickler seit fast zehn Jahren erfolgreich in Agrarbetrieben und in großen Biogasanlagen in Belgien und in den Niederlanden eingesetzt. Die Betreiber überzeugten neben dem hohen Grad der Aufbereitung auch die zuverlässige Technik sowie der geringe Energieverbrauch.
Die gute Beurteilung durch die Kunden werde durch Untersuchungsergebnisse von zwei renommierten Institutionen untermauert: Sowohl die niederländische Wageningen University als auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen attestieren der Aufbereitungsanlage eine hohe Funktionalität und eine gute Massenbilanz.
 
Armin Müller
 
 
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