KWK-Anlagen als zuschaltbare Lasten

Die Bundesnetzagentur hat ein Festlegungsverfahren gestartet, das vorgibt, wie Netzbetreiber KWK-Anlagen als Flexibilitätsoption zur Netzstabilisierung unter Vertrag nehmen können.
nach Quelle: E&M PowerNews, 5. September 2017

Künftig soll verbindlich reguliert werden, wie Übertragungsnetzbetreiber KWK- und Power-to-Heat-Anlagen unter Vertrag nehmen können, um sie als sogenannte Zuschaltbare Lasten zu nutzen. Der Einleitung des Festlegungsverfahrens durch die Bundesnetzagentur folgt nun eine Konsultationsphase, in der Netzbetreiber und Marktbeteiligte bis zum 29. September 2017 eine Stellungnahme abgeben können.
Zuschaltbare Lasten sollen verhindern, dass Erneuerbare-Energie-Anlagen abgeregelt werden müssen, um die Netzstabilität zu erhalten. Stattdessen können sie den überschüssigen, regenerativ erzeugten Strom aufnehmen und beispielsweise in der Wärmeversorgung einsetzen. Sie sind damit gleichzeitig eine Flexibilitätsoption, die den Netzbetreibern zum Redispatch zur Verfügung steht.

Allerdings soll die Nutzung von Zuschaltbaren Lasten keine dauerhafte Lösung sein, wie die Bundesnetzagentur im Festlegungsentwurf betont. Denn dauerhaft effizient könnten Engpässe um Übertragungsnetz nur durch einen Ausbau des Netzes beseitigt werden. Der §13 Abs. 6a des Energiewirtschaftsgesetzes setzt den Zuschaltbaren Lasten am 31. Dezember 2023 ein Ende.
Von der Festlegung betroffen sind die Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet und 50Hertz. Deren Netze durchziehen die sogenannte Netzausbauregion, die sich über die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommer, Hamburg, Bremen sowie über den nördlichen Teil Niedersachsens erstreckt. Durch die Einrichtung einer Netzausbauregion soll zusätzlich zum bundesweit geltenden Ausbaudeckel die Windkraft in bestimmten Regionen begrenzt werden.

Um in dieser Netzausbauregion Abregelungen zu vermeiden, sollen die Übertragungsnetzbetreiber Anlagen kontrahieren können, die einer übergreifenden Effizienzanalyse genügen. Eine Anlage ist demnach für den Einsatz als Zuschaltbare Last geeignet, „wenn die aus dem vermiedenen Einspeisemanagement resultierenden Einsparungen (Brennstoffe und CO2-Emissionen) voraussichtlich über die Dauer der auf die Inbetriebnahme folgenden fünf Jahre mindestens die voraussichtlichen erforderlichen Investitionskosten decken.“ So definiert es die Beschlusskammer 8 der Bundesnetzagentur auf ihrer Internetseite.
Die Feststellung des regulierten Verfahrens hat zur Folge, dass die Übertragungsnetzbetreiber die Kosten für die Beschaffung der Zuschaltbaren Lasten im System der Anreizregulierung als dauerhaft nicht beeinflussbare Kostenanteile geltend machen können

Autor: Fritz Wilhelm