Diskussion um vermiedene Netzentgelte

Insbesondere Stadtwerke in den ostdeutschen Bundesländern befürchten hohe Verluste durch die geplante Änderung bei den vermiedenen Netzentgelten.
nach Quelle: E&M PowerNews, 14. Februar 2017

Mit dem Netzentgeldmodernisierungsgesetzes (NEMoG), das vom Kabinett Ende Januar beschlossen wurde, sollen unter anderem die vermiedenen Netzentgelte zunächst schrittweise reduziert und schließlich ganz entfallen. Dagegen wehren sich Betreiber von KWK-Anlagen.
 
Die jüngste Protestwelle kommt jetzt von ostdeutschen Stadtwerken, die seit der Wende verstärkt auf dezentrale KWK-Anlagen gesetzt haben. Nach ihrer Ansicht könnte die von der Bundesregierung geplante Gesetzesänderung den Stadtwerken millionenschwere Einnahmeverluste bescheren.
 
Für große und moderne Kraftwerke summiere sich die Mindereinnahmen in den kommenden zehn Jahren schätzungsweise sogar auf mehr als 1 Mrd. Euro, sagte der Geschäftsführer der Erfurter SWE Energie GmbH, Karel Schweng, dem Sender MDR Thüringen. Allein die Erfurter Energiegesellschaft der Stadtwerke würde jährlich bis zu 7 Mio. Euro verlieren.
 
In Halle (Saale) würde dem Bericht zufolge der jährliche Einnahmeverlust achtstellig ausfallen, wie der Geschäftsführer der Energieversorgung Halle, Olaf Schneider, dem Sender sagte. Für die Drewag-Stadtwerke Dresden GmbH gab ein Sprecher die Lücke in der Kalkulation mit einem zweistelligen Millionenbetrag an. Alle drei Energieversorger forderten einen Stopp der Gesetzesänderung.

Autor: Armin Müller