Kooperationsforum

Biopolymere 2012

20. November 2012, Herzogschloss, Straubing

Pressemitteilung

Von "grünen" Schuhen und Gemeinen Spaltblättlingen

  • Biopolymere für Hochleistungs- und Spezialkunststoffe
  • Neuartige Funktionalitäten durch spezifische Modifikationen
  • Forum beleuchtet Ansätze für Gewinnung und Einsatz von Biopolymeren


Nürnberg/Straubing, 08.10.2012 - Bioabbaubare Verpackungsfolien aus nachwachsenden Rohstoffen, chemische Grundbausteine aus Agrarreststoffen, Spinnenseide produziert durch Bakterien - Biopolymere entwickeln sich zu wahren Vielseitern, wenn es darum geht, neue Eigenschaften zu erzielen sowie erdölbasierte Kunststoffe nach und nach zu ergänzen bzw. zu ersetzen. Zusätzlich lassen sich gängige Rohstoffe wie Cellulose mittels physikalischer, chemischer oder biotechnologischer Verfahren gezielt so modifizieren, dass sich funktionelle Hightech-Materialien realisieren lassen.

Das 3. Kooperationsforum „Biopolymere - Funktionen, Technologien, Anwendungen" am 20. November 2012 in Straubing präsentiert zu diesem Themenkomplex aktuelle Projekte und einen Überblick über Trends und industrielle Anwendungen neuartiger Biopolymere. Themenschwerpunkte sind in diesem Jahr Technologien für Cellulose-basierte Materialien und Verbundwerkstoffe sowie biogene Hochleistungs- und Spezialpolymere.


Das Kooperationsforum
So präsentiert Sebastian Briechle von BASF ein ungewöhnliches, biologisch basiertes Polysaccharid, dass in der Erdölförderung eingesetzt werden soll. Das sogenannte Schizophyllan aus dem Pilz „Gemeiner Spaltblättling" erhöht die Viskosität des Wassers, das zur Förderung des Erdöls in die Lagerstätte gepumpt wird. Mit Hilfe des so „verdickten" Wassers lässt sich mehr Öl aus der Lagerstätte extrahieren, als mit herkömmlicher Technik. Die besonderen Eigenschaften des Schizophyllans lassen z. B. auch an einen zukünftigen Einsatz in der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie denken.

Dr. Haio Harms, Vorsitzender der Geschäftsleitung, Kelheim Fibres, stellt neuartige Anwendungen von aus Holz gewonnener Cellulose vor, die über die Gewinnung von Standardviskosefasern hinausgehen. Mittels neuer Verfahren werden die Fasern gezielt funktionalisiert; so lassen sich hochwertige Produkte wie Spezialpapiere für den Einsatz in der Filtration, technische Textilien zur Wundversorgung oder carbonisierte Spezialfasern für den Automobilbau herstellen.

Thermoplastische Polyurethane (TPU) sind vielseitig einsetzbare Kunststoffe, die u. a. Verwendung in der Sport- und Freizeitindustrie, im Automobil und Konsumgüterbereich finden. Bayer MaterialScience ersetzt die fossilen nun durch nachwachsende Rohstoffe und stellt biobasierte TPU aus biotechnologisch produzierter Bernsteinsäure her. Georg Fuchte, Projektmanager Biobasierte TPU, stellt die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten biobasierter TPUs im Vergleich zu herkömmlichen Materialien anhand konkreter Beispiele wie Sportschuhe und anderer Produkte der Freizeitindustrie vor.

Aktuell sind bereits Teilnehmer u. a. von folgenden Unternehmen und Instituten angemeldet: BASF SE, Clariant International Ltd., DENSO Automotive GmbH, Erich Huber GmbH, Fraunhofer-Institut IAP, H. Hiendl GmbH & Co. KG, Hochschule Hannover, Kelheim Fibres GmbH, Oechsler AG, Polymaterials AG, Technische Universität München, TWD Fibres, Universität Bayreuth, Universität Jena, Universitätklinikum Würzburg, UPM GmbH, Wala Heilmittel GmbH.

Die begleitende Fachausstellung mit 11 Ausstellern zeigt sowohl Technologien, Verfahren und Dienstleistungen für die Gewinnung und Verarbeitung von Biopolymeren als auch innovative Produktanwendungen.

Die Bayern Innovativ GmbH als Koordinator des Netzwerks Life Science konzipiert und organisiert das Forum, das eine ideale Plattform zum Erfahrungs- und Wissensaustausch bietet, um neue Kooperationen und Anwendungsfelder zu erschließen.

Partner sind das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing, der BioCampus Straubing, die Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH, Martinsried, sowie der Cluster Neue Werkstoffe. Das Kooperationsforum wird unterstützt durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.

Das Programm und alle weiterführenden Informationen finden Sie unter:
www.bayern-innovativ.de/biopolymere2012.


Veranstaltungshinweis
Teilnehmer des Kooperationsforums haben am Vortag, 19. November 2012, die Gelegenheit, das Wissenschaftszentrum Straubin am Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe zu besichtigen.

Bei Kelheim Fibres GmbH erwartet die Teilnehmer ein Einblick in die Produktion von Viskosefasern und -verpackungen sowie der Besuch des Anwendungstechnikums für Papier.

Besonderes Highlight stellt die Exkursion zur Sunliquid-Demonstrationsanlage der Clariant Produkte (Deutschland) GmbH dar, wo die Herstellung von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen inklusive aller Prozessschritte gezeigt wird.

Am Abend findet ein Empfang und Get-together im BioCubator Straubing statt.

Pressemitteilung: Von „grünen“ Schuhen und Gemeinen Spaltblättlingen Pressemitteilung: Von „grünen“ Schuhen und Gemeinen Spaltblättlingen
(PDF, 206 KB)

Ansprechpartner für Pressefragen
Dr. Petra Blumenroth
Tel.: +49 911-20671-116
Fax.: +49 911-20671-5116

Bayern Innovativ GmbH
Gewerbemuseumsplatz 2
90403 Nürnberg 

 

 

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